Alles Gut!?

Danke, dass Sie in 2018 mitgeholfen haben, Niedrige zu erheben, Hungrige mit Gütern zu versorgen und Armen Hoffnung zu geben.
Der Dank, den Sie damit auslösen, ist so groß, dass ich ihn hier kaum vermitteln kann.

„Der Herr hebt den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche.“
Samuel 2,8 (aus dem Gebet der Hanna)
„Er erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern… Er gedenkt der Barmherzigkeit … “
Lukas 1,52-54 (aus dem Gebet der Maria)
Liebe Freunde der Auslands- und Katastrophenhilfe
„Alles gut!“ – Kennen Sie das? Hören Sie das auch ständig? Landauf, landab wird seit geraumer Zeit auf alles und jedes geantwortet mit – „Alles gut!“ Frage ich aufrichtig jemanden, wie es ihm geht – „Alles gut!“ Bitte ich jemanden um Verzeihung wegen einer Unachtsamkeit –
„Alles gut!“ Wie läuft’s auf der Arbeit? –
„Alles gut!“ Kürzlich begrüßte mich jemand nach dem Gottesdienst und fragte: „Und? Alles gut?“ Ääähhh, antwortete ich verlegen, weil ich nicht einfach mit „Alles gut!“ antworten wollte. „Naja“, sagte ich, „es kommt darauf an, aus welcher Perspektive ich worauf blicke.“ Der Fragende wirkte überrascht. Ich glaube, diese Antwort war ihm zu anstrengend. So genau wollte er es gar nicht wissen.
Und wie geht es Ihnen? „Alles gut?“

Natürlich erwartet niemand, dass wir gleich mit einem Lobpreis antworten, wie Hanna und Maria nach ihren überwältigenden Erlebnissen:
„Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn…“ (Hanna). Oder:
„Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.“ (Maria)

Der Zustand unserer Welt stimmt uns nicht grade zu Lobgesängen an. Auch mit einem ständigen „Alles gut!“ können wir uns nicht beruhigen. Viele Bedürftige sitzen im Staub und Hungrige bleiben hungrig. Der Ruf nach Gerechtigkeit wird lauter und wirkt angesichts der Weltlage wie eine Utopie. Doch im Rückblick auf das, was sich dieses Jahr in der FeG Auslands- und Katastrophenhilfe ereignet hat, ist vieles auf einem guten Weg. Ja, manches ist dazu angetan, Gott zu loben und ihm zu danken. Wo wir gemeinsam, bewegt von seiner Liebe, handeln, da verändern sich auch Lebensverhältnisse, da schöpfen Menschen Mut und Hoffnung. Durch humanitäre Hilfe, wie zum Beispiel unsere „Pakete zum Leben“, erleben es bedürftige Menschen sehr konkret, dass Gott die Niedrigen erhöht und die Hungrigen mit Gütern füllt. Es geht ja nicht um eine Vertröstung auf die Ewigkeit, sondern darum, dass heute Not gelindert wird. Da waren wir mit der FeG Auslands- und Katastrophenhilfe dank Ihrer Unterstützung auch 2018 auf einem guten Weg.

Bulgarien

Zur Stiftung „Zeichen der Liebe“ gehören seit 2001 die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ und seit 2007 das Tagesförderzentrum „Zeichen der Liebe“ für Menschen mit Behinderung. Beide diakonischen Einrichtungen sind auf einem sehr guten Weg.
Vor einem Jahr starteten wir in der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ mit einer neuen sozialen Dienstleistung, dem „Zentrum für soziale Rehabilitation und Integration“ (ZSRI). Siebeneinhalb neue Stellen wurden geschaffen. Aktuell werden bereits 52 Menschen ambulant versorgt. Die Dienstleistung wird vom Sozialministerium subventioniert.
Darüber hinaus entwickeln sich die zwei medizinischen Zentren „Zeichen der Hoffnung“ und „ARTRO“ sehr gut. Nach wie vor werden hier auch Patienten ohne Krankenversicherung behandelt.
Sehr dankbar sind wir für das regelmäßige Bibelgespräch, dass durch Pastor Stefan Zarev in der Klinik angeboten wird. Bis zu 30 Personen nehmen daran teil. Stefan Zarev gehört zum Vorstand der Stiftung.
Ende November haben wir Walter Dross in einer Feier-stunde aus dem Stiftungsvorstand verabschiedet. Zwölf Jahre hat er mit größter Sorgfalt die Übersicht über die Finanzen der Stiftung gehabt.
Als neuer Finanzvorstand wurde Gunda Schulze aus der FeG Witten begrüßt.


Bild: Der Vorstand am 24.11.2018 von links nach rechts:
Klaus Kanwischer, Atanas Tolov, Maia Stoitseva (Direktorin der Klinik „Zeichen der Hoffnung“), Stefan Zarev, Jost Stahlschmidt, Wilfried Lill, Gunda Schulze, Walter Dross (verabschiedet)

Rumänien

Nachdem im September 2015 der moderne Anbau eingeweiht wurde, musste das Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ in Bukarest unerwartet etliche behördliche Auflagen erfüllen. Es ging vor allem um Brandschutz und Hygiene. Umfangreiche Umbaumaßnahmen waren erforderlich. Mittlerweile hat die Einrichtung alle Genehmigungen und Zulassungen. Bei meinem Besuch im Oktober war das Haus mit 12 Müttern und 14 Kindern voll belegt. Die jüngste Mutter, die wenige Wochen zuvor ihr Kind zur Welt gebracht hatte, ist 17 Jahre jung. Dahinter verbergen sich oft notvolle Geschichten und Lebenswege der Mütter. Nicht selten wurden sie selbst als Säuglinge in Kliniken zurückgelassen und sind in Heimen aufgewachsen.
Tief berührt hat mich die Geschichte von Loredana. Sie wurde in die Zwangsprostitution nach Deutschland verkauft. Vermittelt durch eine Organisation gegen Menschenhandel kam sie zu „Lebenszeichen“ und brachte im September ihre Tochter zur Welt. Auf meine Frage, was das Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ für sie bedeutet, bringt Loredana es auf den Punkt: „Es ist hier für mich die Möglichkeit eines Neubeginns, eines neuen Lebens. Es ist ein wirkliches Zuhause. Hier lerne ich, was es heißt, eine Mutter zu sein; ich lerne Geduld zu haben. Ich lerne, was ein Kind braucht. Und ich lerne, andere zu akzeptieren, was ich vorher nicht konnte. Ich mag die Ordnungen und Regeln, die hier gelten. Das Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ bietet die besten Bedingungen für ein gutes Leben in Zukunft.“

Gott erhebt die Niedrigen, das hat sie persönlich durch
„Lebenszeichen“ erlebt.

Mazedonien

Über Shutka, die größte Romasiedlung Europas mit über 50.000 Einwohnern hatte ich schon mehrfach erzählt. Und mittendrin die kleine evangelikale Romagemeinde „Neues Lied“, ca. 130 Mitglieder. Dank eines Bauteams von neun Freunden aus der FeG Haiger-Offdilln unter Leitung von Prof. em. Wilfried Führer aus der FeG Aachen konnte dieses Jahr endlich das kleine Gemeindehaus saniert werden, und etliche Gemeindemitglieder halfen tatkräftig mit.
In elf Tagen: Vorher
Nachher

„4Seasons“, Skopje/Mazedonien

Die Gründer von „4Seasons“ aus der Evangelical Congregational Church in Skopje schreiben: „Nach der natürlichen Entwicklung jedes Einzelnen in der Gesellschaft fühlt sich die älteste Gruppe von Bürgern über 65 Jahre in den meisten Fällen vernachlässigt, einsam und nutzlos. Diese Menschen erfordern eine außergewöhnliche psychologische Betreuung. Wenn die Armut in unserem Land noch hinzukommt, macht das die Situation für diese Senioren alarmierend.“

Das Team von Martha und Maria hat ein spezielles Programm namens „4Seasons“ entwickelt, das sozial gefährdete Bürger über 65 Jahre umfasst, die allein leben (vor allem Witwen). Martha und Maria helfen dabei, Techniken, Methoden und Aktivitäten zu entwickeln, die Senioren und Seniorinnen in prekärer Lage zu einem erfüllenden Leben motivieren.

„Das Motto des Teams stammt aus Psalm 90,12: „Lehre uns, unsere Tage zu zählen, damit unser Herz weise wird!“ Das Wort erinnert uns daran, dass das Leben kurz ist und eine Stunde schnell vergeht. Wenn wir Gott für jeden neuen Tag danken und nach Weisheit streben, die viel wertvoller ist als das Streben nach allem anderen, wird es uns ein heiteres und erfülltes inneres Leben bringen, das auf der Weisheit Gottes beruht“, so schreiben sie.

Ungarn

„Alte Menschen in Not“

Gut 15 Jahre hat die FeG Auslandshilfe die Arbeit der Stiftung „Alte Menschen in Not“ in Gadany und Nemiskisfalut begleitet und beraten. Auch hier gehörte regelmäßige humanitäre Hilfe dazu. Die Ausstattung der vielen Seniorenheime und des Heims für behinderte Jugendliche kam zum größten Teil aus Deutschland. Ziel war immer, diese wertvolle Arbeit in dieser von Armut geprägten Region in die Hände einer ungarischen Kirche zu geben. Seit Februar 2018 sind die Einrichtungen an die Ungarische Baptistenkirche übertragen und damit in sehr guten Händen. Im
September haben wir uns als FeG Auslandshilfe aus dem Kuratorium verabschiedet.

Neue Partnerschaft mit Diakonosz

Sehr dankbar sind wir für eine neue Partnerschaft mit Diakonosz, dem diakonischen Dienstleistungs- und Unterstützungszentrum der Ungarischen Pfingstkirche, einer vom Staat sehr anerkannten Freikirche. Diakonosz berät und begleitet landesweit sozialmissionarische Projekte und Einrichtungen mit dem Ziel, unter den Ärmsten eine professionelle Sozialarbeit zu machen, die der Staat nicht leisten kann. Die Leitung von Diakonosz hat die FeG Auslandshilfe um Unterstützung gebeten.

Albanien und Griechenland

Albanien

Nachdem wir seit 2013 Hilfstransporte nach Albanien fahren, haben wir 2018 in Tirana das Gespräch mit der „Church of God“ aufgenommen und streben eine Partnerschaft an.

Griechenland

„Mobile Pflege Athen“ entwickelt sich gut, nicht zuletzt dadurch, dass Joerg und Jani
Achenbach aus der FeG Altenkirchen-Bermoll regelmäßig Fortbildungen für die Mitarbeitenden in Athen Kifissia durchführen.

Katastrophenhilfe

Unsere Partner „humedica e.V.“ und „Habitat for Humanity Deutschland e.V.“ danken für die finanzielle Unterstützung ihrer Einsätze in Indien, auf den Philippinen und in Indonesien.