Johanna & Gottfried Müller

Eine „wunderbare“ Gebetserhörung

Als Karl Gerhard Köser die Leitung der AUSLANDSHILFE übernahm, bedrückte ihn am meisten das Projekt des Baus einer Klinik in Gotse Delchev. Es hatte sich sehr schnell herausgestellt, dass der Aufbau einer solchen Klinik nach deutschen Vorstellungen ohne Verantwortliche vor Ort nicht zu bewerkstelligen war. Es ging einfach nicht vorwärts, dazu kamen erhebliche Qualitätsmängel.

Es war auf einer Pastoren-Rüstzeit auf der Insel Langeoog. Während eines Spaziergangs mit Manfred Eibach und einem Kollegen sprach er über diese Schwierigkeiten und Herausforderungen. Er stellte die Frage: Wo bekommen wir nur einen geeigneten Menschen für den Aufbau und die Verwaltung der Klinik her? Das ist zur Zeit meine größte Sorge und mein größtes Gebetsanliegen.

Der Kollege antwortete spontan: „Ich habe ein geeignetes Ehepaar.“ – Wie!?
Ehepaar Müller hatte gerade ihrem Gemeindepastor einen Brief an den Bund Freier evangelischer Gemeinden mitgegeben. Darin schrieben sie, dass sie überlegten, sich beruflich ganz in den Dienst für Gott zu stellen. Sie suchten nur noch nach der geeigneten Möglichkeit des Einsatzes.

Es stellte sich heraus, das war genau das Ehepaar – auch von ihrer beruflichen Ausbildung und Tätigkeit her – welches die AUSLANDSHILFE brauchte. Beide fanden sich bereit, zunächst für 3 Jahre nach Bulgarien überzusiedeln, den Aufbau der Klinik voranzutreiben und sie einzurichten.

So verbindet die AUSLANDSHILFE mit  dem Ehepaar Müller eine ganz besondere Gebetserhörung.

Aus 3 Jahren wurden nahezu 14 Jahre. Nach Fertigstellung der Klinik wurde Gottfried Müller der Verwaltungsleiter des medizinischen Zentrums und Johanna Müller Leiterin des mobilen Pflegedienstes.

Abschied

Nach langjähriger Leitung der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ und des ambulanten Pflegedienstes wurden Gottfried und Johanna Müller am 20.11.2015 in den Ruhestand verabschiedet. 2001 begannen sie ihren Dienst förmlich auf der Baustelle der Klinik in Gotse Delchev. Unter ihrer Leitung hat die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ als medizinisches Zentrum in der Bevölkerung großes Vertrauen erworben. Die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ ist die erste diakonische Einrichtung, die mit Unterstützung der Auslandshilfe des Bundes FeG unter der Leitung von Paul Lenz aufgebaut werden konnte. In den letzten Jahren fand ein medizinisches Zentrum mit mehreren Fachärzten, einer Röntgenabteilung und einer Physiotherapie darin Platz. Insbesondere mit der Fachkompetenz von Gottfried Müller konnten in zwei OPs kleinere Operationen durchgeführt werden. Johanna Müller baute einen ambulanten Pflegedienst auf, den einzigen dieser Art in Bulgarien. Bei der Abschiedsfeier mit gut 100 Gästen wurde Gottfried und Johanna Müller vom Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gotse Delchev überreicht.

Nun muss die Arbeit in der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ von unseren kompetenten bulgarischen Mitarbeitern weitergeführt und weiterentwickelt werden. Die Klinik ist eine Einrichtung, die unter dem Dach der Stiftung „Zeichen der Liebe“ geführt und verantwortet wird. Der Stiftungsvorstand besteht aus drei bulgarischen und vier deutschen Mitgliedern. Vorstandsvorsitzender ist der Leiter der Auslandshilfe des Bundes FeG, Jost Stahlschmidt.