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Karl Gerhard Köser

Mein Abschied von der Auslandshilfe

Liebe Freunde,

„In der Welt unterwegs und im Sauerland zuhause.“ So oder ähnlich formulierte es jemand im Jahr 1999, als ich zur Auslandshilfe kam. Ja, so war es. „In der Welt zuhause“ – in doppeltem Sinn. Es waren schon einige Kilometer, die es galt zurückzulegen. Ob per Flugzeug oder per Auto. Und Gott hat mich bewahrt. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar. „In der Welt unterwegs“ dabei muss ich auch daran denken, wie ich 1999 mit meinem kleinen Köfferchen vor dem riesigen Flüchtlingslager bei Blace in Nord-Mazedonien stand. Tausende von Flüchtlingen aus dem Kosovo hausten hier in Zelten und Hütten. Wie klein und hilflos kam ich mir vor. „Ich bin durch die Welt gegangen und habe die Menschen gesehen“, heißt es in einem älteren Lied.

Gott sei Dank, ich musste nicht mit leeren Händen durch die Welt ziehen. Viele Tausend Freunde haben sie im Laufe der Jahre gefüllt. Ich war eigentlich nur Briefträger. Ich hoffe, dass viele „Briefe“ angekommen sind. Manches ist sicher auch „auf steinigen Boden“ gefallen. Doch so manche aufgehende Saat habe ich auch gesehen. Bei den behinderten Kindern in Goce Delchev, bei den Witwen im Kosovo, in der Hausgemeinde in Mazedonien, in der Suppenküche in Sofia, im Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ in Bukarest, bei den betagten Menschen in Gadany/Ungarn und in den Augen der alten Witwe mit ihrem „Paket zum Leben“.

Ich bin dankbar für die neun Jahre bei der Auslandshilfe. Dankbar bin ich auch für die lange, lange Liste von Freunden, die ich gewonnen habe. Im Inland wie im Ausland. Von Horst, der mit großem Gottvertrauen in das zerstörte Kosovo ging, über Johannes, den Gott nach Gotse Delchev schickte, bis hin zu Dieter, dem Trucker und zuverlässigen Berater. Von Fasseli, dem moslemischen Mitarbeiter in Mitrovica über Anatoli, dem Pastor der Romagemeinde in Sofia bis zu Maria, der treuen Seele in Sofia. Manfred, Paul, Eugen, Sveti, Daniel, Ludovit, Jürgen, Vase, Liviu, Peter, Klaus, Renate, Uschi, Walter, Costel, Ani, Danail, Mite, Helmut, Laszlo, Judith, Anneliese, Wilfried, Blagovest, Nadine, Frank, Heike und … Hunderte könnte ich aufzählen. Gott segne sie alle. Danken möchte ich nicht zuletzt auch dem Bund FeG und seiner Leitung für das Vertrauen in diesen Jahren.

Nun (21.09.2008) gehe ich wieder zurück in den Gemeindedienst. Es geht in die FeGs Schwerte und Recklinghausen. Und ich komme mir (wieder) vor wie ein Anfänger. Trotz 22 Jahre Gemeindeerfahrung. Doch ich glaube, es ist gut so.

Karl Gerhard Köser