Mehr als transportieren

Clemens Baehr und Volker Grass fuhren vom 7. – 12. März 2015 nach Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien.

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Zum vierten Mal nun fuhr ich vom 7. – 12. März 2015 nach Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien. Für Volker Grass war es die erste Tour. Unsere Ladung bestand zum größten Teil aus Kleidung und Lebensmittelpaketen, aber auch einer Menge Fahrräder, 33 Schultischen und Stühlen.

Über Szeged im Süden Ungarns ging es durch Serbien über Novi Sad, Belgrad und Nis zur mazedonischen Grenze bis Skopje. Fahrtechnisch ist diese Tour sehr uninteressant, da es fast ausschließlich über Autobahnen an Feldern vorbei geht. Lediglich um Belgrad herum und ca. 70 km vor der Grenze zu Mazedonien fehlen noch zwei Teilstücke. Novi Sad, Mitrovica, Srebrenica, alles Städte, in denen in den 90ern Krieg herrschte. Ein seltsames Gefühl.

Der Lkw war mit 33 Tonnen nicht ausgelastet. So war auch an den Grenzen nicht mit Problemen zu rechnen. Da wir ab Serbien die EU verlassen, musste der LKW verzollt werden. Das organisiert Christoph Lantelme, der Koordinator im Lager der Auslandshilfe, rechtzeitig vor der Fahrt. Dieses sogenannte TIR-Carnet besteht aus einer großen Menge Schriftstücken in vielfältiger Ausfertigung, unglaublich vielen Unterschriften und noch mehr Stempeln. Alles sehr wichtig! An den Grenzübergängen nimmt sich dann jeder Beamte, was er braucht oder meint zu brauchen.

Bei der Einreise nach Mazedonien werden normalerweise die Lebensmittelpakete von einem Arzt überprüft. Hierzu haben wir immer ein Musterpaket im Führerhaus. Es war dieses Mal beim Laden vergessen worden. Glücklicherweise fiel diese Kontrolle aus. Am Montagvormittag stellten wir den Lkw auf dem Zollgelände in Skopje ab und hatten nun Zeit, bis die Formalitäten erledigt würden.

Vase Azmanov, der Leiter der zentralen Evangelical Congregational Church von Skopje, nahm uns in Empfang. Er ist seit einem Jahr Rentner und organisiert unter anderem die Verteilung der Hilfsgüter vor Ort.

Skopje hat ein sehr schönes neues Zentrum. Vieles ist bereits fertig, aber es gibt auch noch viele Baustellen. Am Abend sind die Gebäude und Brücken über den Vardar hell erleuchtet, ein schöner Anblick. Auch die Altstadt mit den vielen kleinen Geschäften ist sehr gemütlich. Im Mutter Theresa Gedenkhaus, welches an der Stelle ihrer Taufkirche erbaut wurde, konnten wir uns über ihr Leben informieren.

Am Dienstag fuhr Vase mit uns durch den Stadtteil Shutka, in dem die Roma leben. In Skopje nennen sie es das Ghetto. Schon bald konnten wir mit dem LKW vom Zollhof zur Lagerhalle in Shutka fahren. Hier empfingen uns ca. 30 Männer aus der dortigen Roma Gemeinde zum Entladen des Aufliegers.

Clemens Baehr, FeG Solingen Aufderhöhe