Persönlich erlebt

Wie kommt die gesammelte Kleidung für die Philippinen ins Zentrallager nach Wissenbach?

November 2009

Psalm 37,4: Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. „Gott weiß, was Dein Herz wirklich begehrt” – so hörte ich neulich in einer Predigt. Wie sehr Gott weiß, was wir möchten, zeigt dieses Beispiel aus meinem Leben: Sehr berührt durch die Flutkatastrophe auf den Philippinen – wir kennen die Missionare dort persönlich – überlegte ich, was ich selbst tun kann, wie ich außer beten noch helfen kann.

Ich erhielt die Antwort: „Du kannst Balibaykan-Boxen (ein besonders sicheres Transportsystem) packen und schicken.“ – das allerdings hätte mich 100 Euro Porto gekostet. Mitten in meine Überlegungen kam die Sammlung unserer Gemeinde für die Auslandshilfe des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und die Anfrage von Clemens Baehr, ob ich Zeit hätte, mit ihm zusammen Hilfsgüter zum Lager der Auslandshilfe zu fahren. Ich hatte also nicht nur die Möglichkeit, meine Dinge für die Philippinen kostenlos mitzugeben, sondern ich durfte auch noch helfen, mehr zu sammeln und alles selbst zum Lager zu fahren. Gott ist wirklich großzügig!

Die Fahrt begann bei Europcar in Solingen. Zuerst luden wir die Sachen in unserem Gemeindehaus mit tatkräftiger Unterstützung ein. Die nächste Station war Wuppertal – dort kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ich das regionale Sammellager der Auslandshilfe sah – da hat unsere Flohkiste höchstens ein Zehntel der Ware und ist dagegen klein und übersichtlich. Ich staune über die Menschen, die dort arbeiten und den Überblick behalten.

Nachdem wir 11 Paletten –voll mit gefüllten Bananenkartons gestapelt– eingeladen hatten, ging unsere Fahrt weiter zu weiteren drei Gemeinden und einer Firma bis nach Wissenbach. Überall wurden wir liebevoll empfangen und gemeinsam luden wir jedes Mal weitere Kartons in unseren LKW. Bei der letzten Station vollbrachte Clemens wahre Wunder, um noch alles einladen zu können. Ok, ein einziger Karton hätte hinterher vielleicht noch hineingepasst.

Im Zentrallager der Auslandshilfe angekommen, durfte ich noch mehr staunen als in Wuppertal: Staunen über die unvorstellbar große Halle, gefüllt mit Waren zum Ausliefern an Gemeinden, die sie dringend brauchen und darauf warten. Staunen über die Menschen, die dort in Wissenbach arbeiten und ihr Bestes geben – die durch diese spon tane Aktion Sonderschichten einlegten und trotz allem fröhlich waren; staunen, weil sie im Chaos Ruhe bewahren und Durchblick hineinbringen. Staunen über Gott, der ein Wunder geschenkt hatte, indem er einen kostenlosen Transport ermöglichte – und die Erkenntnis, dass die Mitarbeiter in der Zentrale lebensnotwendig abhängig sind von Gottes Wundern und seiner Hilfe – und auch damit rechnen. Während wir auf unsere Heimfahrgelegenheit warteten, erreichten drei weitere Fahrzeuge das Lager und natürlich halfen wir beim Ausladen mit und lernten wieder neue Geschwister kennen, die für dasselbe Ziel arbeiteten.

Mein Fazit: Ich bin Gott dankbar dafür, dass das Wetter gehalten hat, dass wir alles im Trockenen laden konnten und eine richtig schöne Fahrt hatten; dankbar für die gute Gemeinschaft mit Clemens Baehr und für den Spaß, den wir haben konnten; dankbar, dass nicht alle Straßen für LKWs gesperrt sind – diese Schilder sehe ich erst seit dieser Fahrt; dankbar, dass „Die Auslandshilfe” nicht mehr irgend etwas Abstraktes, sondern etwas sehr Persönliches geworden ist – sie hat für mich jetzt ein Gesicht bekommen.

Andrea Fürsch, Solingen-Aufderhöhe