Transport nach Bulgarien

mit Clemens Baehr und Frank Niederhöfer

Oktober 2009

Als der LKW der Auslandshilfe am Montagvormittag fertig geladen war, fuhren wir durch Österreich bis Budapest, um dort noch in der Nacht dem täglichen Stau auf dem Autobahnring zu entkommen. Nach einer guten Fahrt durch die Karpaten ging es mit der Fähre nach Bulgarien. Auf direktem Weg durch die Berge fuhren wir auf einer laut Landkarte gut ausgebauten Straße in Richtung Panagjurishte. Allerdings wurde die Straße immer schlechter, im weiteren Verlauf einspurig und in den Kurven kamen die Räder des Aufliegers dem Abgrund gefährlich nahe. Bei der Abfahrt von dieser Passstraße setzte in einer Kurve die hintere Stoßstange auf, wobei diese verbog und ein Rücklicht zerbrach.

Der Empfang In Panagjurishte, unserem ersten Ziel, war sehr herzlich. Wir hatten unter anderem Dachziegel und Dachpappe für die im Bau befindliche Kirche der kleinen Gemeinde an Bord. Die Gemeinde kann jetzt noch vor dem Winter das Dach fertigstellen. Pastor Emanuel Tinev besorgte uns im Ort ein Paar neue Rücklichter, während einige Frauen der Gemeinde ein hervorragendes Mittagessen zubereiteten, zu dem wir dann eingeladen wurden.

Dann ging es weiter nach Gotse Delchev, unserem zweiten Ziel. Am frühen Abend kamen wir an und wurden von den Mitarbeitern der Auslandshilfe Johanna und Gottfried Müller herzlich empfangen. Den LKW stellten wir auf einem Firmengelände sicher ab. Vor dem Abendessen zeigten uns Müllers bei einem Rundgang die Klinik „Zeichen der Hoffnung“.

Am nächsten Morgen fuhren wir gleich zur Schule, für die die geladenen Möbel, Computer und vieles mehr bestimmt waren. Hier ging Frank Niederhöfer auf seiner Gitarre spielend durch die Flure. Als dann die Türen aufgingen, versammelten sich die Kinder im Foyer, um der Musik zu lauschen. Später wurden wir von der Rektorin zum Kaffee eingeladen und erfuhren, dass gar keine Pause war. Die Schüler hatten die Musik gehört und sind einfach aus dem Klassenraum gelaufen. So hatten wir ihnen eine zusätzliche Pause verschafft.

Anschließend fuhren wir mit der übrigen Ladung zum Tagesförderzentrum „Zeichen der Liebe“ etwas außerhalb der Stadt. Während ausgeladen wurde, hatten wir Gelegenheit, das Zentrum kennenzulernen. Von dort ging es zu einer LKW Werkstatt, die den Schaden am Fahrzeug für einen sehr günstigen Freundschaftspreis reparierte. Nach dem Mittagessen zeigte uns Johanna Müller die Innenstadt von Gotse Delchev und um 15 Uhr konnten wir uns dann wieder auf den Rückweg machen. Wie so oft kamen wir noch in Bulgarien in eine Polizeikontrolle, aber trotz intensiver Suche, selbst die Lizenz des Fahrtenschreibers wurde verlangt, wurde nichts gefunden, wofür man hätte Geld nehmen können. Diesmal wählten wir den Weg über die Donaubrücke bei Russe und kamen auch hier noch in der Nacht ohne Stau um Bukarest herum. Diesmal ohne Ärger am Zoll übernachteten wir kurz vor Wien. In Deutschland luden wir in Nürnberg noch Kartons mit neuen Kinderschuhen ein und waren am frühen Abend wieder zurück am Lager der Auslandshilfe in Wissenbach.