Humanitäre Hilfe

Unter humanitärer Hilfe verstehen wir in erster Linie die sozialdiakonische Nothilfe an den benachteiligten Menschen in unseren Partnerländern.

Die Kurzberichte und die nebenstehenden Menüpunkte zeigen Ihnen, was wir für die Menschen in Süd-Osteuropa tun können und wie Ihre Hilfe ankommt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Übrigens: Jahr für Jahr werden über 500 t Hilfsgüter in unsere Partnerländer transportiert. Darunter sind über 20.000 Kartons mit Kleidung, 15.000 „Pakete zum Leben“ mit 150 t, 10.000 Weihnachtstüten für Kinder, Schulranzen und vieles mehr.

Humanitäre Hilfe der Auslandshilfe
(stepmap.de: Jetzt eigene Landkarte erstellen)

StepMap

- wie geht das? - Beispiele konkreter Hilfe vor Ort

Roma_am_Fluss_-_Pakete_1Angesichts der veränderten wirtschaftlichen und politischen Lage in Südosteuropa hat sich die AUSLANDSHILFE die Aufgabe gestellt, ganz gezielte Hilfe zu leisten. Wir unterstützen Menschen, die genau wie wir sich für andere Menschen engagieren in Gemeinden, Krankenhäusern, Kindergärten usw.

Um solche Menschen zu finden und Missbrauch möglichst auszuschliessen, ist es nötig, dass viele Einzelne in Deutschland und Südosteuropa gut vernetzt zusammen arbeiten. Dazu halten wir Kontakt zu einzelnen Gemeinden und zu Gemeindebünden in den Ländern des Balkans.

Unter diesem Menüpunkt stellen wir Ihnen Beispiele vor, wie durch den Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern, oder einfach dadurch, dass sich Menschen zum rechten Zeitpunkt an die Arbeit der AUSLANDSHILFE erinnern, konkrete Hilfe vor Ort geleistet werden kann.

Darüber hinaus werden durch die Arbeit der AUSLANDSHILFE schon seit Jahren Menschen direkt unterstützt, durch die Lieferung von Lebensmittelpaketen an arme und vornehmlich alte Menschen, an Menschen am Rande der Gesellschaft, sowie durch die Weihnachtstüten an Kinder auf dem Balkan.

Weiter helfen wir den Gemeindebünden auch beim Bau neuer Gemeinden.

Auslandshilfe und humanitäre Transporte

„Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“

Der Vers aus Johannes 16,20 spornt uns als FeG Auslandshilfe immer wieder an, in der Hilfe nicht nachzulassen. Zunächst mit dem Schwerpunkt der humanitären Transporte mit Kleidung, Nahrungsmitteln und vielem anderen. Uns ist dabei schon bewusst, dass wir damit nur die Zeichen setzen können, die uns möglich sind.

Wir unterstützen damit außerdem die örtlichen Gemeinden, die die Verteilung übernehmen. Dabei achten wir auf eine aktuelle Bedarfsermittlung durch unsere Partner und senden die Waren, die auch benötigt werden.

Doch auch die nachhaltige Veränderung der gesellschaftlichen, politischen und gemeindlichen Rahmenbedingungen ist eine wichtige Aufgabe der Auslandshilfe. Dazu gehören je nach Bedarf Gespräche, Seminare und Schulungsangebote: zum Beispiel Kurse für Angehörige von Pflegebedürftigen, Anleitung in Fragen der Kindererziehung und –versorgung, Mitarbeiter- und Leiterschulung, …

Wir helfen auch Gemeinden vor Ort: durch Schulungen im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; wir geben Hilfestellung bei Gemeindegründungen und in der Mitarbeiterförderung durch Gabenseminare.

Hinzu kommt die Vermittlung von Partnerschaften mit deutschen Gemeinden, damit die notwendigen Veränderungen auf verschiedenen Ebenen begleitet werden. Zu diesem Zweck wurde von der Auslandshilfe vor einigen Jahren ein Partnerschaftskonzept erarbeitet. Wir versuchen weiterhin, deutsche Gemeinden für Partnerschaften mit ausländischen Gemeinden zu gewinnen. Dazu gibt es auf unserer Internetseite viele Ideen.

Macht humanitäre Hilfe für Süd-Ost-Europa Sinn?

Unser Kontaktmann, Gemeindeleiter in Skopje (Mazedonien), Vase Azmanov, beim Verteilen der „Pakete zum Leben“

Immer wieder stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit und dem Sinn unserer Nothilfe für Staaten in Süd-Ost-Europa. Angeheizt wird diese Diskussion aktuell durch die Debatte um Armutsflüchtlinge aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien. Beides Länder, in denen wir über unsere örtlichen Partner den Ärmsten eine kleine Perspektive geben.

In Bulgarien z.B. wurde für die letzten 15 Jahre eine Inflation von 97,9 % gemessen, im EU-Durchschnitt waren das 34,5 %. Ende 2013 hatte eine vierköpfige Familie durchschnittlich 575 Leva = 295 € Kosten pro Person. Dabei ist festzuhalten, dass ca. 23 % der bulgarischen Haushalte nur über ein Pro-Kopf-Einkommen von 215 Leva = 110 € verfügen. Diese Familien müssen also weit unterhalb der Armutsgrenze leben. Ähnliches gilt für alle unsere Partnerländer.

Ein Viertel der EU-Bevölkerung war 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, meldete Ende 2013 das Statistikamt Eurostat. Am höchsten ist der Anteil in Bulgarien (49% der Bevölkerung) gefolgt von Rumänien (42%).

Diakonische Hilfe wird immer unterschiedlich gesehen, aber gerade die vielen Spendengalas zum Jahresende zeigen, wie offen die Menschen in unserem reichen Land für Nothilfe sind. Dabei können wir die Augen nicht vor den strukturellen und politischen Fragen in den Partnerländern verschließen, die teilweise zur Situation der Menschen beitragen. Sicher ist es so, dass vieles an der Armut hausgemacht ist. Sicher ist es so, dass die Rahmenbedingungen verändert werden müssen. Und es ist auch notwendig, dass die Verantwortlichen in den Ländern ihre Denkrichtung verändern müssen. Damit meine ich nicht nur die politisch Verantwortlichen, sondern auch und gerade die Verantwortlichen in den Kirchen, wo eine diakonische Tradition nicht gelebt wurde und wird. Dies alles braucht jedoch viel Zeit und wird aus meiner Sicht erst in mehreren Generationen Früchte tragen, wenn überhaupt.

Das spornt uns als FeG Auslandshilfe an, heute an verschiedenen Stellen unsere Hilfe zu geben. Einmal im Rahmen der humanitären Transporte mit Kleidung, Nahrungsmitteln und vielem anderen. Die Auslandshilfe hat im vergangenen Jahr durch ehrenamtliche Fahrer 22 eigene Transporte gefahren mit einem Gesamtgewicht von über 375 Tonnen. Darunter waren 10.860 Kartons mit Kleidung, 13.826 „Pakete zum Leben“ und 10.278 Weihnachtstüten für Kinder. Damit wollen wir die Zeichen setzen, die uns möglich sind.

Auch die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, die Artikel im Land selbst zu kaufen und dann zu verteilen, beschäftigt uns. Bisher haben wir uns dagegen entschieden. Für unsere Entscheidung sprechen folgende Gründe:

  • Solange die Empfängerländer Grundnahrungsmittel in höherer Menge ein- als ausführen, wird durch die von uns gelieferten Waren der Konsum der selbst produzierten Nahrungsmittel nicht eingeschränkt. Das ist zurzeit noch der Fall.
  • Die Kosten für Grundnahrungsmittel z.B. in Rumänien und Bulgarien sind in den Supermärkten teilweise 40 % und mehr höher als in Deutschland. Nur diese könnten wir gegen Quittung vor Ort einkaufen.
  • Den Gemeinden in Deutschland wird die Gelegenheit gegeben, durch eigene Aktionen den diakonischen Gedanken in der eigenen Gemeindearbeit zu vertiefen.
  • Spenden für den Einkauf von Grundnahrungsmitteln in Mazedonien, Bulgarien, Rumänien oder im Kosovo zu einzuwerben, ist ungleich schwieriger, als Menschen zum Packen von „Paketen zum Leben“ zu motivieren.

Zusammengenommen sind das die wesentlichen Gründe für die Weiterführung der humanitären Transporte als Nothilfe für die Menschen in Süd-Ost-Europa. Wir unterstützen damit außerdem die örtlichen Gemeinden, die die Verteilung übernehmen. Dabei achten wir auf eine aktuelle Bedarfsermittlung durch unsere Partner und senden die Waren, die auch benötigt werden.