Pakete zum Leben

Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in Südost-Europa ist katastrophal und eine Änderung ist kurzfristig nicht in Sicht. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Besonders hart trifft es Menschen am Rande der Gesellschaft – wie Rentner, Arbeitslose, Romafamilien, Witwen und Waisen.

Pakete zum Leben

  • Emma weiß aus eigener Erfahrung, was die Pakete zum Leben der FeG Auslandshilfe in Bulgarien und den Ländern Süd-Ost-Europas bewirken.
  • Die ehemalige FSJlerin im Bund FeG zeigt, wie einfach es ist, ein Paket zu packen für Hilfe, die bei den notleidenden Menschen wirklich ankommt.
  • Macht davon Gebrauch, denn Pakete zum Leben werden dringend gebraucht für die nächsten Transporte.
  • Ein Interview mit Emma Hartung findest du weiter unten auf dieser Seite unter dem Titel: Mein Projekt „Pakete zum Leben“.

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Pakete zum Leben

Lebensmittelpakete für Süd-Ost-Europa

Sie können selbst in ihrer Gemeinde Pakete packen oder auch spenden.
1 Paket kostet ca. 12 €

Im November und Dezember 2020 sind drei 40-Tonner mit „Paketen zum Leben“ und Weihnachtstaschen unterwegs nach Süd-Ost-Europa. Auf jeden Lkw passen ca. 500 Pakete zum Leben.

Auf dieser Seite:
  • Pakete zum Leben – was ist das?
  • Machen Sie mit und packen Sie Pakete
  • Pakete packen leicht gemacht
  • Aktion „Pakete statt Rakete“
  • Interview mit Emma Hartung: Mein Projekt „Pakete zum Leben“
  • Warum „Pakete zum Leben“? – 18 Argumente

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  • 71110 Pakete zum Leben

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Infoflyer herunterladen: „Pakete zum Leben“

Pakete zum Leben – was ist das?

Ein „Paket zum Leben“ enthält Grundnahrungsmittel nach einer festen Vorgabe (Öl, Mehl, Zucker, Multivitamintabletten, Reis und Nudeln).
Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in Südost-Europa ist katastrophal und eine Änderung ist kurzfristig nicht in Sicht. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Besonders hart trifft es Menschen am Rande der Gesellschaft – wie Rentner, Arbeitslose, Roma-Familien, Witwen und Waisen.

Zusätzlich werden Lebensmittel teurer. Viele Länder in Südosteuropa müssen ihre
Sozialaus-gaben kürzen, da überall das Geld fehlt, gleichzeitig kämpfen sie immer noch gegen Korruption und Vetternwirtschaft. Nach Angaben von Transparency International erreichen Bulgarien, Rumänien und Nord-Mazedonien nicht einmal 4 von 10 Punkten im Index.

Dies ist einer der Gründe, warum unsere Hilfsgüter ausschließlich von christlichen Organisationen und Gemeinden verteilt werden. Sie wissen viel besser, wer tatsächlich Hilfe braucht. Für viele Empfänger der „Pakete zum Leben“ sind diese Überlebenspakete – das seltene Geschenk, sich satt essen zu können.

Machen Sie mit und packen Sie Pakete!

PzL02Motivieren Sie in Ihrer Gemeinde zu einer Packaktion
oder starten Sie eine Supermarktaktion!

Die geeigneten einheitlichen Kartons für diese Aktion können Sie für Ihre Gemeinde in der gewünschten Anzahl erhalten. Dazu gehört eine Liste mit den Lebensmitteln, die in die Kartons gepackt werden sollen. Die gefüllten Kartons können nach Eschenburg-Wissenbach in unser Lager gebracht werden oder wir holen sie ab. Im Rahmen unserer Transporte werden sie dann in die entsprechenden Länder gefahren. Wir freuen uns über jeden, der uns in dem Bemühen unterstützt, Menschen in Not zu helfen.

  1. Ordern Sie rechtzeitig genügend Leerkartons unter Tel.: 02774/52260 , oder Mail: christoph.lantelme@bund.feg.de
  2. Sprechen Sie rechtzeitig (!) den Abholtermin mit uns ab.
  3. Stimmen Sie sich mit Nachbargemeinden ab und ermutigen sie zu einer gemeinsamen Aktion. Das spart Spendengelder.
  4. Laden Sie die Inhaltsliste von unserer Homepage herunter und vervielfältigen Sie sie.
  5. Bitte packen Sie keine anderen Waren ein, in manchen Ländern gibt es sonst Zollprobleme.

Wenn Sie eine Supermarktaktion oder einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt etc. planen, dann lesen Sie unter dem Menüpunkt „Aktionen“ über Erfahrungen aus anderen Gemeinden.

Übrigens: Im Jahr 2020 wurden laut Ladelisten 16.513 „Pakete zum Leben“ zu Bedürftigen gefahren. Bei einem Wert von ca. 10,- € pro Paket sind das 165.130 €. Zusammen haben sie ein Gewicht von etwa 165 t.

Welche Lebensmittel werden verpackt?

Einkaufsliste:
2x 1 Liter Speiseöl in Plastikflaschen
2x 1 Kg Weizenmehl
2x 1 Kg Zucker
2x 1 Kg Reis (kein Milch- oder Kochbeutelreis)
2x 1 Kg Nudeln (2x Spaghetti, 2x Sonstige)
2x 1 Röhrchen Multivitamintabletten

Packungsgrößen im einzelnen können unterschiedlich sein, die Gesamtmenge sollte stimmen.

Bitte keine anderen Waren einpacken, in manchen Ländern gibt es dann Zollprobleme.

Pakete packen leicht gemacht!

Die Leeren Kartons stellen wir zur Verfügung.

Paketboden zukleben, Öl-Plastikflaschen aufrecht auf den Boden stellen und Nudeln dazu legen. So sind die Lebensmittel vor Nässe geschützt.


„Pakete statt Rakete“

(Dez. 2020) „Pakete statt Rakete“ titelten Gudrun und Karl-Gerhard Köser aus der FeG Hemer ihre Initiative um die Jahreswende. Was für eine kreative Idee. Kreativität und Phantasie sind die Schwestern der Liebe.

Das erleben wir ganz besonders in den letzten Monaten, die für viele sehr schwierig sind. Bei vielen aber bringt diese Krise auch kreative Ideen hervor, wie wir Menschen in Ost- und Südosteuropa helfen können, denen diese Pandemie wirklich extrem zusetzt.

Die Aktion „Pakete statt Rakete“ brachte 200 „Pakete zum Leben“ zusammen, also zwei Tonnen Grundnahrungsmittel. Dabei hat es allen Beteiligten Freude gemacht und Sinn gestiftet. Das hilft sowohl den Helfenden als auch den Empfangenen. Nach einer Auswertung der ganzen Aktion kostete ein Paket à 10 kg samt Verpackungsmaterial € 8,95. In Südosteuropa wäre es ca. fünf Euro teurer.

Mein Projekt „Pakete zum Leben“

Emma Hartung hat als Abschluss ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beim Werbefilm für „Pakete zu Leben“ die Hauptrolle gespielt. Warum die Hilfsaktion der FeG Auslandshilfe für sie zu mehr geworden ist als nur ein Paket mit Lebensmittel, dazu haben wir sie interviewt. Die Fragen stellte Artur Wiebe.

Emma, wo hast du das erste Mal ein „Pakte zum Leben“ gepackt?

Emma: Zum ersten Mal habe ich ein „Paket zum Leben“ während des Drehs gepackt. Davor ist es mir bereits in Bulgarien begegnet. Dort kam vor genau einem Jahr ein Transporter an und hat an meiner Arbeitsstelle, einem Tagesförderzentrum für Menschen mit Behinderung, die Pakete verteilt. Mich begeistert, dass es genau dort ansetzt, wo es gebraucht wird.

Wie kam es dazu, dass du als FSJlerin im FeG Diakonischen Jahr einen Werbefilm für die Lebensmittelpakete gedreht hast?

Emma: Eigentlich war geplant, dass ich ein Jahr in Bulgarien mein FSJ leiste. Aufgrund von Covid-19 wurden allerdings alle Freiwilligen bereits nach etwa sechs Monaten zurück nach Deutschland geholt. Zu Hause war ich erst mal ziemlich ratlos, denn mein Plan für 2020 war komplett auf den Kopf gestellt. Dann kam eine Mitarbeiterin der FeG Auslandshilfe auf mich zu und hat gefragt, ob ich nicht das restliche halbe Jahr in Pakete zum Leben investieren möchte. Da mir das Projekt wie gesagt schon bekannt war, musste ich nicht lange überlegen. Zusammen mit einer anderen Freiwilligen, Fenja, und einem tollen Team der FeG Auslandshilfe habe ich das Videokonzept ins Leben gerufen.

Du hast dein Gesicht für den Werbefilm zur Verfügung gestellt. Hast Du gezögert?

Emma: Tatsächlich habe ich nicht lange gezögert. Durch meinen Einblick hinter die bulgarischen Kulissen war es das Naheliegendste. Und auch wenn ich ursprünglich nicht geplant hatte, vor der Kamera zu stehen, hat es mir enorm viel Spaß gemacht und ich bin froh, über meinen Schatten gesprungen zu sein. Ich glaube, solche Möglichkeiten kommen nicht oft und daher ist es umso wichtiger, sie zu nutzen. Vor allem, wenn es darum geht, etwas Gutes zu tun.

In Bulgarien hast du erlebt, wie die „Pakete zum Leben“ ankommen. Was steckt für dich in einem Paket noch drin außer Lebensmittel?

Emma: Für mich ist „Pakete zum Leben“ eine Verbindung zu den Menschen, die ich in Bulgarien kennengelernt habe und zu vielen anderen, die in Süd-Ost-Europa leben. Wenn man ein „Paket zum Leben“ verschickt, ist das aktive Nächstenliebe. Neben Reis und Zucker schickt man ein: „Ich sehe dich.” und „Du bist wichtig”.

Ein oder mehrere Pakete zu packen ist doch ein Tropfen auf den heißen Stein. Warum macht es trotzdem Sinn?

Emma: Mit dieser Einstellung kann man doch nie was verändern! Ich finde es sinnvoll und wichtig, auch in kleinen Dingen praktisch und alltagsnah andere Menschen zu unterstützen. Ich kann nicht das System ändern oder Armut beseitigen, aber da ich weiß, wie viel Freude ein „Paket zum Leben“ bringt, finde ich das auch nicht vergeblich. Am Ende des Tages nimmt man mit jedem gepackten Paket effektiv einer Familie die Sorge um Lebensmittel. Und darum geht es doch, oder? Dass wir den Überfluss, den wir haben, teilen und somit im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen.

Mal angenommen, eine Person aus deiner Gemeinde würde bei euch klingeln und deiner Familie ein gefülltes „Paket zum Leben“ schenken? Was sind die Unterschiede zwischen einer deutschen und bulgarischen Haustür?

Emma: Ich glaube, mein erster Instinkt wäre Verwunderung. Natürlich ist es nett, dass jemand an einen denkt und einem etwas Gutes tun möchte. Aber gleichzeitig wirkt es etwas übergriffig. Ich habe das Privileg, nicht auf Hilfe von außen angewiesen zu sein, und ich denke oftmals möchte man auch nicht den Eindruck erwecken, dass man Hilfe benötigt. In Bulgarien gibt es diesen Stolz natürlich auch, aber dort ist die Not größer und die Menschen wissen, dass sie Unterstützung brauchen.
Letztendlich ist der Unterschied zwischen einer deutschen und bulgarischen Haustür vielleicht kleiner als gedacht. Hinter beiden stehen Menschen, leben Familien. Sicherlich würden sich auch viele deutsche Familien über ein Paket zum Leben freuen und einige könnten es bestimmt gut gebrauchen. Ich denke aber, dass in Bulgarien der Anteil derer, für die so ein Paket essenziell ist, wesentlich höher ausfällt.

Warum ist „Pakete zum Leben“ eine Aktion auch für Leute in deinem Alter? Was wünscht du dir, was dieser Film bewirken soll?

Emma: Bei „Pakete zum Leben“ handelt es sich um eine Aktion, die weder kostenintensiv noch zeitaufwendig ist und somit supereinfach in den Alltag integriert werden kann. Ein Monat Netflix oder Spotify kostet in etwa genauso viel wie ein Paket. Gerade Schüler oder Studenten wie ich können hier mit wenig viel bewirken. Mit nur einem kleinen Einkauf im nächsten Supermarkt wird ganz konkret einem Menschen oder einer gesamten Familie geholfen. Es eignet sich außerdem hervorragend als Gruppenaktion, die ganz einfach mit dem Hauskreis, der Jugend, dem Sportverein oder einfach der Freundesgruppe durchgeführt werden kann.

Ich erhoffe mir von diesem Video, dass dadurch mehr Menschen auf dieses Projekt aufmerksam werden und sich davon inspirieren lassen, selbst die Initiative zu ergreifen und sozial tätig zu werden. Ich wünsche mir auch, dass Gott durch dieses Video Menschen und deren Herzen erreicht. Nicht nur das Packen eines Paketes oder eine Geldspende an das Projekt, sondern auch Beter für die Aktion, deren Mitarbeiter, aber natürlich auch für die Menschen, bei denen die Pakete letztendlich ankommen, helfen ungemein.

Vielen Dank für deinen wertvollen Einsatz!

(Das Video findest du oben auf dieser Seite)

Warum „Pakete zum Leben“ ? – 18 Argumente

Oft wird uns die Frage gestellt: Ist es sinnvoll, Lebensmittelpakete hier zusammenzustellen und dorthin zu fahren? Man kann doch direkt „vor Ort“ Lebensmittel kaufen und verteilen, oder Geld zum Kauf zur Verfügung stellen. Hier 18 Argumente für „Pakete zum Leben“.

  1. Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen und Personengruppen (z.B. Rentner, Großfamilien, Witwen) ist weiterhin katastrophal bzw. verschlechtert sich noch (z.B. Makedonien, Kosovo).
  2. Es fehlt das Geld für Grundnahrungsmittel.
  3. Es verbietet sich oft, direkt Geld an die Betroffenen zu verteilen.
  4. Der zentrale Einkauf von Grundnahrungsmitteln in den Empfängerländern stellt für die meisten Partner ein logistisches und personelles Problem dar.
  5. Die Lebensmittel sind in den entsprechenden Ländern nicht oder nicht wesentlich billiger. Die Qualität lässt z.T. zu wünschen übrig.
  6. „Hilfe“ reduziert sich in Deutschland nicht auf das Überweisen von Geldbeträgen.
  7. 11,- € würden nur wenige Menschen überweisen. Niemals würden wir durch Sammlungen und Überweisungen ca. 140.000,- €  jährlich für diesen Zweck erhalten.
  8. Kollekten und Überweisungen  gehen dann oft zu Lasten anderer Projekte (der AUSLANDSHILFE).
  9. Für ein „Paket zum Leben“ kauft man „nur ein bisschen mehr“ ein, hat aber das Gefühl, bewusste Hilfe geleistet zu haben.
  10. Nach, bei oder vor dem Packen wird oftmals gebetet, bei einer Überweisung selten.
  11. Pakete packen ist „handgreifliche Hilfe“.
  12. Oft ist mit dem Packen z.B. im Mutter-Kind-Kreis, im Kindergarten oder der Schulklasse eine pädagogische Wirkung verbunden.
  13. Packaktionen fördern die Gemeinschaft in den Gemeinden
  14. An manchen Orten wird auf Allianz- oder ACK-Ebene eine solche Aktion durchgeführt. So wird Einheit praktisch und sichtbar.
  15. Pakete-Pack-Aktionen sind an vielen Orten Teil einer glaubwürdigen Öffentlichkeitsarbeit von Gemeinden oder Einzelnen.
  16. Viele Menschen kommen gerade über die Pakete ins Gespräch mit Nichtchristen
  17. Arm sind die Menschen nicht nur zur Weihnachtszeit.
  18. Von den Paketen haben letztlich alle etwas.