Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“

In Rumänien werden immer noch tausendfach Neugeborene von ihren Müttern in den Kliniken zurückgelassen. In Einzelfällen werden sie sogar irgendwo ausgesetzt. Frauen, die ohne legitimierte Beziehung ein Kind erwarten, werden häufig aus ihrer Familie ausgestoßen. „Wenn wir die kinder retten wollen, müssen wir die Mütter erreichen“. Dieser Erkenntnis und ihrem leidenschaftlichen Herzen folgend, gründete Emilia Chiritescu den Verein „Lebenszeichen“.

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  • 71630 Rumänien – Lebenszeichen

Informationsblatt zum Mutter-Kind-Zentrum
„Lebenszeichen“:

Jahresbericht 2018
„Lebenszeichen“ (englisch):

Emanuela Chiritescu

Nach der Wende in Rumänien hatte sich zunächst an der sozialen Situation in Rumänien nicht viel geändert. Es herrschte große Armut. Insbesondere die Mütter von nichtehelichen Kindern waren oft allein gelassen. Oft wurden sie von ihren Familien verstoßen oder ihre „Männer“ wollten nichts mehr von ihnen wissen.

So entschlossen sich viele werdende Mütter nach der Entbindung aus den Krankenhäusern zu verschwinden. Die Kinder wurden dort zurückgelassen. Sie blieben dort so lange, bis die Mutter gefunden wurde. Meistens war das nicht der Fall und die Kinder kamen dann nach etlichen Monaten in ein Heim.

Die Krankenhäuser waren darauf natürlich nicht eingerichtet. Bei den zurückgelassenen Babys konnten nur die allernotwendigsten Dinge gemacht werden. So lagen sie ohne Zuwendung meist apathisch in ihren Bettchen.

Anfang der 2000er Jahre legte der Herr Emanuela Chiritescu den Wunsch aufs Herz, verlassenen Babys zu helfen. Sie unterrichtete damals in einem christlichen Gymnasium in Bukarest. Ihr Mann und sie gingen in die Krankenhäuser, um die Babys zu füttern, zu waschen und mit ihnen spazieren zu gehen. Später kamen noch Frauen aus ihrer Gemeinde dazu.

Schnell kam der Gedanke auf, den jungen Müttern zu helfen, damit sie gar nicht erst die Kinder zurück ließen. Durch den Kontakt zur AUSLANDSHILFE ab 2003 erhielt sie die Unterstützung zur Gründung der Stiftung „Lebenszeichen“. Zwei Jahre später wurde sie die hauptamtliche Leiterin. Diese Entscheidung fiel ihr nicht leicht. Sie schreibt:

„Ich hatte Angst, nicht fähig genug zu sein. Nun vertraue ich dem HERRN. Ich habe gelernt, mich auch in finanziellen und materiellen Fragen auf IHN zu verlassen. Er gibt uns Weisheit in der Beziehung zu den Behörden, rüstet mich aus und gibt mir Weisheit für die vielen Entscheidungen. Er gibt dem ganzen Team Kraft und sorgt monatlich für das Geld, das für das Mutter-Kind-Zentrum und den Dienst für die Babys benötigt wird. Ich schätze die Unterstützung unserer Arbeit durch die AUSLANDSHILFE sehr. Danke für alle Spenden“

Nach der Gründung von „Lebenszeichen“ hat sich viel getan. Seit Herbst 2006 steht ein Haus als Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ zur Verfügung, in dem sechs Mütter mit ihren Babys Platz finden. Im September 2015 wurde ein Anbau des Mutter-Kind-Zentrums „Lebenszeichen“ fertiggestellt. Dazu der Teilumbau und die Renovierung des bestehenden Gebäudes und die vollständige Erneuerung des Daches. Herausgekommen ist ein moderner, wohnlicher Komplex, in dem nun zwölf Mütter mit sechzehn Kindern ein vorübergehendes Zuhause finden können und durch eine 6-monatige Mütterschule begleitet werden.

Nun hat Herr Emanuela Chiritescus Weg nach schwerer Krankheit im September 2019 vollendet.

Video

Emanuela Chiritescu, ehemalige Leiterin und Mitbegründerin des Mutter-Kind-Zentrums, berichtet über die Entwicklung und die Arbeit von „Lebenszeichen“. Auch einige Mütter kommen zu Wort.
Der Videofilm ist 6 Minuten lang.
Zum Erfahrungsbericht „Ich ging, um Liebe zu schenken…“