ENTWICKLUNG DER EINRICHTUNG

Verlassene Kinder – wie alles begann

Historie

Zur Beibehaltung einer durchgehenden Dokumentation sind hier die älteren Artikel aufgeführt. So können Sie die Entwicklung der Einrichtung anhand dieser Beiträge verfolgen.


 

2015

Sept 2015: Doppelt so viele Mütter mit Kindern wie zuvor

Doppelt so viele Mütter mit Kindern wie zuvor

Am 25. Sept. 2015 haben wir den Anbau des Mutter-Kind-Zentrums (MKZ) “Lebenszeichen” eingeweiht. Nun können 12 Mütter mit 14-16 Kindern aufgenommen werden, doppelt so viele wie zuvor. Die jüngste Mutter kam Ende des Jahres mit 15 Jahren hochschwanger ins MKZ, hat vor drei Monaten ihr Kind zur Welt gebracht und darf bis zum 18. Lebensjahr bleiben. Mittlerweile ist das MKZ voll belegt. Neue Mitarbeiterinnen konnten eingestellt werden.

Aktuell wird ein Mitarbeiter gesucht, der das MKZ technisch betreuen kann. Natürlich werden auch die Betriebskosten erheblich steigen. Das ist für das MKZ eine enorme finanzielle Herausforderung. Danke, wenn Sie dabei mithelfen, Müttern mit ihren Neugeborenen im MKZ einen Weg in ein selbständiges Leben zu ebnen.

Sep 2015: Anbau eingeweiht

Rumänien: Anbau eingeweiht

Endlich mehr Platz für Mütter mit ihren Neugeborenen. Am 25. September konnte der Anbau des Mutter-Kind-Zentrums „Lebenszeichen“ eingeweiht werden. Vom Baubeginn im November 2014 bis Augst 2015 wurde er in Rekordzeit fertiggestellt. Gleichzeitig wurde das alte Gebäude komplett renoviert, teilweise umgebaut und das Dach neu gedeckt.

Damit vergrößert sich diese für Bukarest so wichtige diakonische Einrichtung räumlich um mehr als das Doppelte: von 400 auf jetzt 900 m² Wohnfläche. Zwölf Mütter mit insgesamt sechzehn Kindern können nun maximal aufgenommen werden. Jede Mutter wird sechs Monate durch eine Mütterschule begleitet und auf ein selbständiges Leben mit ihrem Kind vorbereitet. Großen Dank an alle Unterstützer von „Lebenszeichen“.

Bei der Einweihung: die ehemalige Direktorin des Mutter-Kind-Zentrums, Emanuela Chiritescu, zwischen Jost Stahlschmidt (Mitte) und dessen Vorgänger Dieter Happel (rechts)
MKZ Lebenszeichen - mit Anbau 2015
Mehr als doppelt so viel Platz für Mütter und Kinder: der neue Anbau

Jul 2015: Erweiteres Zuhause für Mütter mit Kindern in Bukarest

Erweiteres Zuhause für Mütter mit Kindern in Bukarest

In Rekordzeit, vom Baubeginn im November 2014 bis zum 31. Juli 2015, wurde der Anbau des Mutter-Kind-Zentrums „Lebenszeichen“ fertiggestellt. Dazu kam der Teilumbau und die Renovierung des bestehenden Gebäudes und die vollständige Erneuerung des Daches. Für die Mütter mit ihren Kleinkindern und besonders auch für die Mitarbeitenden stellte vor allem die letzte Bauphase eine enorme Belastung dar. Da es keine Möglichkeit gab, zwischenzeitlich auszuziehen, mussten sie ständig innerhalb des Hauses umziehen.

Der junge Bauleiter Otniel und der ebenfalls junge Bauunternehmer Daniel sahen sich über die Bauzeit hin unerwarteten Herausforderungen gegenüber. Die vorgesehene Bauzeit sollte möglichst eingehalten, die Kosten niedrig gehalten werden bei gleichzeitig bestmöglicher Qualität. Zusätzliche Hilfstransporte von Wissenbach lieferten Fliesen, Putz, Farbe, anderes Baumaterial und Mobiliar zur Ausstattung des Anbaus. Herausgekommen ist ein ansehnlicher, moderner, wohnlicher Komplex, in dem nun zusätzlich sechs Mütter mit acht Kindern ein vorübergehendes Zuhause finden können und durch eine 6-monatige Mütterschule begleitet werden.

Am 25. September wird das erweiterte Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ feierlich eingeweiht werden. Wir hoffen sehr, dass das Mutter-Kind-Zentrum“ mit dieser Erweiterung einmal mehr ein besonderes Zeichen des Lebens in Bukarest setzen kann.

Besonderes Anliegen für die weitere erfolgreiche Arbeit von „Lebenszeichen“ sind zusätzliche pädagogische Fachkräfte, die sich mit der Arbeit von „Lebenszeichen“ identifizieren können. Dazu wird es unerlässlich sein, die ohnehin niedrigen Gehälter der Mitarbeitenden der Lohnentwicklung in Rumänien anzupassen. Das fordert uns als Auslandshilfe des Bundes wiederum finanziell heraus.

Mai 2015: „Ein bisschen wie im Himmel“

„Ein bisschen wie im Himmel“

Ehepaare Blöcher und Stamer mit den Müttern

(Mai 2015) Nun schon zum sechsten Mal sind mein Mann Knuth und ich mit Unterstützung von Gernot und Daniela Blöcher aus der FeG Stuttgart nach Bukarest gereist, um dort die Kontakte zum Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen&ldqou; zu pflegen und vor Ort zu helfen. Wir sind dankbar, dass der Anbau für die Übergangswohnungen nun viel schneller als geplant vorangeht. Vermutlich wird er im Sommer bezugsfertig sein.

Am ersten Tag halfen wir beim Verteilen der „Pakete zum Leben“ und gesammelter Kleidung an arme Familien. Außerdem unterstützten das Team bei der „Mother´s School“, einem Programm für ehemalige Mütter. Es tut gut mitzuerleben, wie die Mütter sich Kleidung aussuchen, die aus Deutschland geschickt wurde, und dankbar sind für die notwendigen Lebensmittel. Mich selbst freut es, wenn ich sehe, wie die Babys herangewachsen sind und es ihnen gut geht, weil sich &bdqou;Lebenszeichen“ darum gekümmert hat.

Am zweiten Tag schulte mein Mann das Mitarbeiterteam zum Thema „Umgang mit suizidalen Krisen“ und wir anderen waren unterdessen mit den Müttern und Babys zu einem Kreativprogramm verabredet.

Ein besonderes Erlebnis war, als eine der Mütter, die bei „Lebenszeichen“ zum christlichen Glauben gefunden hat, ein Lied aus unserer Gemeinde vorzusingen. Im Haus wurde eine fünfsaitige Gitarre gefunden und so gut es ging gestimmt. Wir deutschen Besucher überlegten parallel zu den rumänischen Müttern, welches Lied wir vortragen könnten. Keiner wusste, was die anderen aussuchen würden.

Als wir „Our God is an awesome God“ vortragen wollten, stimmten die Frauen in Rumänien ein, denn sie hatten exakt das gleiche Lied ausgesucht. Nur heißt der Text dann „Dumnezeu e taria mea“. Also sangen wir gleichzeitig zweisprachig. Danach waren wir alle sehr bewegt und es war „ein bisschen wie im Himmel“. Denn Gott hatte uns beschenkt durch seine spürbare Gegenwart.

Beeindruckt hat mich, wie die Mitarbeiter mit den oft scheinbar aussichtslosen Geschichten der alleinerziehenden Mütter umgehen. Manchmal sind sie selbst zu Tränen gerührt, wenn sie mir erzählen, wie diese Mütter verstoßen werden, durch Gewalt von alkoholabhängigen Männern gedemütigt sind oder teilweise als Schwangere direkt aus Kinderheimen kommen.

Aber die Mitarbeiter halten daran fest und haben die erfahrung gemacht: „Gott kann so viel mehr tun, als wir uns vorstellen können. Das ist unsere einzige Hoffnung. Darum betet, dass es immer wieder gute Wege in die Zukunft gibt für diese Frauen und ihre Kinder!“

Ingrid Stamer, FeG Wetzlar

Jan 2015: Baufortschritt und weitere Entwicklungen

Baufortschritt und weitere Entwicklungen

(Jan 2015) Mitte Januar konnte ich mich zusammen mit unserem Koordinator Christoph Lantelme von dem Baufortschritt bei „Lebenszeichen“ überzeugen. Das Kellergeschoss ist fertig und wir warten auf die Trocknung des Betons, damit die Stützen entfernt werden können. Während der beiden Tage unseres Aufenthaltes wurden die Steine für das Erdgeschoss angeliefert und die Bauarbeiter waren mit klammen Fingern dabei, den Stahl für die Betonstützen zu binden. Inzwischen ist das Erdgeschoss im Rohbau fertig und die Decke darüber gegossen.
Auch die ersten Wände des 1. Obergeschosses sind weitgehend gemauert, wie man auf dem rechten Bild sieht. Wenn das Wetter mitspielt, geht es zügig weiter und wir können bis Juli mit der Fertigstellung der Konstruktion rechnen. Bitte beten Sie um Bewahrung während der Bauzeit und darum, dass wir noch genügend Sachspenden bekommen. Aktuell geht es um Fenster, Türen, die Heizung und eine Solaranlage, damit wir die Folgekosten für den Betrieb des Hauses reduzieren können.

Mitarbeiterteam 2015

Im Mutter-Kind-Zentrum sind ebenfalls 4 junge Mütter mit 4 Babies und einem zwölfjährigen Jungen. Die Bedingungen im Haus sind während der Bauzeit jetzt schwierig. Das Team ist zum Teil neu, da im vergangenen Jahr einige Mitarbeiterinnen „Lebenszeichen“ verlassen haben. Eine Mitarbeiterin hat geheiratet und ist mit ihrem Mann weggezogen, eine andere hat das Land Richtung Deutschland verlassen, weil sie sich persönliche bessere Zukunftsperspektiven erhofft. Die neuen Mitarbeiterinnen sind sehr engagiert und auch gewillt, sich gut in das Team einzufügen. Doch das braucht alles seine Zeit, die Leiterin Emanuela Chiritescu und der Rest des Teams sind deshalb stark herausgefordert. Wir sind jedoch dankbar, dass sie gläubige Mitarbeiterinnen gefunden haben, die die Arbeit mit den Müttern und Kindern mit dem Herzen der Liebe tun.

2014

Okt 2014: Entwicklungen bei „Lebenszeichen“

Entwicklungen bei „Lebenszeichen“

(Okt. 2014) In den wöchentlichen Gruppentreffen mit den Müttern im Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) wird großer Wert auf die persönliche Entwicklung der Mütter gelegt. Themen wie Haushalt, Kommunikation, Planung der Aktivitäten für eine Woche oder einen Monat, achten auf einen gesunden Lebensstil prägen die Treffen. Die Mütter lernen, die Inhalte in ihrem täglichen Leben anzuwenden und machen damit Praxiserfahrungen, die für ihr weiteres Leben sehr nützlich sind. Auch Arbeiten im Garten und bei der Grundstückspflege gehören dazu.

Ebenfalls wöchentlich treffen sich die Mütter und ihre Babys zu regelmäßige Baby-Club-Treffen. In diesen Treffen wird die Interaktion zwischen Müttern und ihren Babys beobachtet. Ziel ist es, die Zuneigung der Mütter zu den Babys zu erhöhen und eine tiefere Bindung zu erreichen. Die Mitarbeiterinnen geben emotionale und psychologische Unterstützung sowie Ratschläge in Bezug auf die Kommunikation mit den Babys. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Mütter Zuneigung entwickeln und ihre Be ziehung zu den Babys verbessern.

Die Kontakte zu vielen Müttern, die das Programm des MKZ durchlaufen haben, werden weiter intensiv gepflegt. Dadurch erhalten die Mitarbeiterinnen in „Lebenszeichen“ aktuelle Informationen über die weitere Entwicklung der Mütter und / oder der Familien, in denen sie leben. Die Mütter wissen, dass sie jederzeit anrufen können, auch wenn sie das Programm beendet haben, sie erhalten auch weitere Unterstützung auf ambulantem Weg, bis ihre Kinder 3 Jahre alt sind.

Als Beispiel für eine solche Unterstützung hier die kurze Geschichte von Adriana, die man als Erfolgsgeschichte bewerten kann. Nach dem Verlassen des Zentrums hat sie einen Job bekommen. Dadurch wurde es für sie möglich, eine Wohnung zu mieten und dort mit ihren Kindern zu leben. Das ist nicht selbstverständlich. Sie arbeitet in einem Supermarkt und sie liebt ihre Kinder sehr und ist bereit, viel für sie zu opfern. Die Begleitung durch die Mitarbeiterinnen des Zentrum hilft ihr, das Leben gut in den Griff zu bekommen, Sie braucht aber weiter das Gebet um den Schutz Gottes für ihre Familie und für Kraft und Energie, sich den Stürmen ihres Lebens zu stellen.

Während der Spätsommermonate wurden Weihnachtskarten von den Müttern für Gemeinden und Organisationen in Deutschland hergestellt. Von dem Erlös können weitere Hilfen für die Mütter gegeben werden.

In den nächsten Wochen erwarten wir endlich die Genehmigung zum Neu- und Anbau des Hauses für die Mütter, die nach 6 Monaten das Programm des MKZ verlassen, die aber weiter eng betreut werden müssen. Endlich alles unter einem Dach zu haben und die Miete für ein Haus in der Nähe einzusparen, ist das große Ziel. Inzwischen konnte das im vergangenen Jahr gekaufte Grundstück geräumt werden und die Bagger warten schon auf den Aushub für den Keller des neuen Gebäudes. Bitte beten Sie für einen baldigen Baubeginn.

Okt 2014: Weihnachtskarten für FeGs

Weihnachtskarten für FeGs

Im Sommer werden die ehemaligen Mütter des Mutter-Kind-Zentrums 5650 Weihnachtskarten für verschiedene FeGs in Deutschland herstellen und dadurch die Möglichkeit haben, selbst ein wenig zur eigenen Unterstützung beizutragen.

Mrz 214: Neue Arbeitsgebiete

Neues Arbeitsgebiet „Mütterschule“

In der Mitgliederversammlung des Vereins „Lebenszeichen“ im März 2014 wurde die ambulante Betreuung von Müttern als eigener Arbeitszweig neben dem Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) beschlossen. Die sogenannte „Mütterschule“ ist ein soziales Programm, in dem die Mütter mindestens ein Jahr unter anderem zweimal monatlich zu Hause betreut werden. Das Programm beinhaltet postnatale Beratung, fachliche Unterstützung bei der Kindererziehung, Vorträge, Erfahrungsaustausch, aber auch humanitäre Hilfe durch „Pakete zum Leben“, Kleidung oder Windeln. Außerdem gibt es verschiedene Kurse zu Themen wie: „Wie können wir gute Eltern sein?“ oder „Fünf Sprachen der liebe für Erwachsene und Kinder“. Bei den monatlichen Besprechungen geht es um Kindergesundheit, Kinderernährung und spezifische Bedürfnisse der Säuglinge.

Hilfe bei Familien zu Hause

Die Betreuung zu Hause ist notwendig, um ein wirksames Mittel zur Intervention für Familien in Not zu haben, die man in der Wohnung am ehesten erkennen kann. Bei den Besuchen werden die zum Teil katastrophalen Lebensumstände deutlich und es können konkrete Möglichkeiten gefunden werden, den notleidenden Menschen zu helfen. Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Decken, Kissen, Vorhänge, Teppiche, Kinderwagen und vieles mehr werden über die FeG-Auslandshilfe besorgt und weitergegeben. Andere Familien bitten „nur“ um Windeln und Babymilch.

Begonnen haben die Mitarbeiterinnen mit Teilnehmerinnen aus 17 Familien, inzwischen sind es mehr als 20, denen auf diese Weisegeholfen werden kann. Das neue Programm ersetzt die allgemeine Armenpflege für etwa 100 Familien. Das war eine schwere, hochbürokratisch durzuführende Arbeit, die aber letztlich nicht mehr sein konnteals „einige Tropfen auf viele heiße Steine“. Jetzt ist die Hilfe spezifischer und wir können gezielt helfen.

Gelebte Liebe Gottes

Neben der Beratung zu den genannten Themen erhalten die jungen Mütter auch Informationen zu den ganz alltäglichen Dingen des Lebens wie Kochen, Backen und vor allem auch darüber, warum „Lebenszeichen“ ihnen diese Unterstützung anbietet. Zu den christlichen Festen werden die dazu gehörenden Berichte aus der Bibel weitergegeben. Die Liebe Gottes wird in den Mittelpunkt gestellt, und die Mitarbeiterinnen leben ihnen diese Liebe vor. Im April standen Karfreitag und Ostern im Mittelpunkt, der Tod und die Auferstehung Christi wurde gefeiert.

In dieser Zeit waren auch Ingrid und Knuth Stamer aus der FeG Wetzlar zu Besuch in Bukarest. Sie begleiten die Arbeit mit den Müttern und Kindern schon seit längerer Zeit durch verschiedene Aktivitäte, auch durch spezifische pädagogische Vorträge. Diesmal stand das Thema der „Fünf Sprachen der Liebe“ auf der Tagesordnung und die Mütter lernten, wie ihre kinder und Babys die Liebe der Eltern spüren und auch, was die Eltern tun sollten, um ihnen Liebe zu zeigen.

Mrz 2014: Abschied von Jürgen Hedfeld

Abschied von Jürgen Hedfeld

Nach einer langen ehrenamtlichen Tätigkeit seit 2005 für Lebenszeichen hat Jürgen Hedfeld aufgrund seiner Lebensjahre nun seinen wohlverdienten Abschied genommen. Im März 2014 hat das Team von „Lebenszeichen“ gemeinsam mit dem rumänischen Vorstand eine kleine Abschiedsfeier gestaltet.

Neun Jahre Einsatz in der wunderbaren Aufgabe, jungen Müttern mit ihren Kindern eine neue Lebensperspektive zu geben, lassen sich nicht in ein paar Worten beschreiben. Deshalb versuchen wir es gar nicht erst, sondern sagen einfach nur

„Danke Jürgen“!!

Jürgen Hedfeld wird sowohl Lebenszeichen als auch dem Team der Auslandshilfe fehlen. Sein fachkundiger Rat und seine immer neuen Ideen, wenn etwas festgefahren schien, haben alle Beteiligten sehr beeindruckt und ihnen auch den nötigen Rückhalt gegeben. Seine Beharrlichkeit in Verhandlungen mit den rumänischen Behörden hat der Leitung im Mutter-Kind-Zentrum geholfen, neue Schritte zu wagen und sich nicht von immer neuen Regelungen beeindrucken zu lassen. Wir hoffen sehr, dass wir auch nach der Beendigung der Projektleitung weiter auf seinen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen dürfen.

Streiflichter aus der Zeit von 2005 bis 2014

Ein paar Streiflichter aus der Zeit von 2005 bis 2014 zeigen ein wenig davon, welche Bedeutung Jürgen Hedfeld für die Entwicklung von Lebenszeichen hat. Dabei zitieren wir teilweise aus seinem Rückblick. Er schreibt unter anderem:

„Für mich waren diese neun Jahre seit Anfang 2005 sehr bereichernd und haben mich dankbar gemacht für die Zeit, über die ich bisher so selbstverständlich verfügen konnte. Und so eine Aufgabe ist etwas zutiefst Persönliches. Menschen können sich einander mit Taten der Liebe zuwenden. Behörden können nicht lieben. Nicht einmal wenigstens soziale Abfederung für verstoßene Mütter und Kinder gibt es von ihnen, wie z.B. in Deutschland. Lebenszeichen ist ein sehr persönlich, familienähnlich geprägtes Werk, und das wird es Gott sei Dank auch bleiben.“

Im vorigen Jahr musste man, um die Akkreditierung zu behalten, neue Bauvorschriften beachten und das hieß u.a., dass drei Fenster zum Nachbargrundstück zu schließen waren, weil der Abstand zu gering sei. Außerdem mussten zum andern Nachbarn hin die Bad/WC-Lüftungs-Fenster geschlossen und Entlüftungsrohre gelegt werden. Im Sommer kam aber Gott sei Dank die Akkreditierungsmitteilung!

Jan 2014: Die Arbeit im Mutter-Kind-Zentrum

Die Arbeit im Mutter-Kind-Zentrum

Seit dem Start der Einrichtung im Oktober 2006 konnten fast 100 junge Mütter in Lebenszeichen aufgenommen und gefördert werden. Zu 25 von ihnen besteht noch heute beratender Kontakt.“ Auf dem nebenstehenden Bild sind einige von ihnen mit ihren inzwischen größer gewordenen Kindern zur Verabschiedung von Jürgen Hedfeld gekommen. Es ist wunderbar zu sehen, dass sich die Arbeit mit ihnen gelohnt hat, und sie in ein eigenständiges Leben zusammen mit ihrem Kind gefunden haben.

„Im Jahr 2013 hatte Lebenszeichen 75 Anfragen zu Interviews im Haus. 18 junge Mütter konnten danach für jeweils sechs Monate oder kürzer aufgenommen werden. Es gibt viel zu wenige solcher Plätze in Bukarest, aber der Staat schraubt seine Anforderungen immer höher. Bezahlen sollen das die Sponsoren, nicht der Staat.

Deshalb wurde in Lebenszeichen vor sechs Monaten eine ambulante Beratung von Müttern begonnen. Sie werden zu Hause besucht und kommen zu Kursen und Nahrungs- und Kleidungshilfe ins Zentrum. Dabei gibt es Gruppen- und Einzelberatung für sie. Inzwischen ist die Gruppe mit 25 Personen sehr gut besucht.“

Wie geht es weiter? Wir hoffen, dass wir spätestens im Juni mit dem Bauen starten können. Begleitet wird die Bauphase durch einen jungen Bauingenieur aus der Gemeinde in Bukarest, Otniel Radoi. Er arbeitet gemeinsam mit der Architektin daran, dass das neue Gebäude zügig und qualitativ gut erstellt werden kann. In Bezug auf die weitere Begleitung der Mitarbeiterinnen vor Ort laufen zurzeit noch Gespräche. Wir hoffen, dass sich auch da gute Lösungen finden.

2013

Nov 2013: Finanzausschuß stimmt Erweiterung des Mutter-Kind-Zentrums zu

Die Erweiterung des Mutter-Kind-Zentrums

Im November haben der Finanzausschuss und in ihrer Sitzung vom 06. Dezember die Bundesleitung dem Erwerb des Nachbargrundstücks in Bukarest und der Finanzierung eines Erweiterungsbaues zugestimmt. Damit ist der endgültige Rückzug vom geplanten neuen Standort für das Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) im Vorort Tunari verknüpft. Jetzt beginnen die konkrete Planung, die vielen Anträge bei der Stadt, beim Flughafen, usw. Da wir bereits ein MKZ betreiben, erwarten wir hier keine Einsprüche.

Ein junger Bauingenieur aus der Gemeinde in Bukarest hat seinen Arbeitsplatz aufgegeben, um intensiv alle Vorplanung, die konkrete Kostenermittlung und Kostenkontrolle und die Bauaufsicht machen zu können. Vor dem nächsten Winter soll alles unter Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens fertig werden. Er sieht das ganz geistlich als seinen Auftrag von Gott. Für ihn ist das in der derzeitigen Wirtschaftslage ein Risiko – aber unter Gottes Aufsicht. Und für Lebenszeichen ist es ein Glücksfall.

Die planende Architektin hat inzwischen Ideen entwickelt, wie man die Funktionen des MKZ, der Übergangswohnräume und die Vorratshaltung für humanitäre Hilfe sinnvoll auf beide Hausbereiche verteilt und wie dann der Anbau beschaffen sein könnte:

  • Im Erdgeschoss des Anbaus sind Veranstaltungsräume untergebracht.
  • Im Obergeschoss ist Platz vor allem für Mütter des MKZ,
  • im Dachgeschoss für Mütter in der Ausgliederung und Nothilfen, wobei zwischen beiden Geschossen je nach Anzahl der Kinder gewechselt werden kann.

Zwischen beiden Gebäuden sind die Geschosse verbunden, so dass Mitarbeiter und Mütter nur kurze Wege haben.

Obergeschoß (1. Etage)

Dachgeschoß


Okt 2013: Die Grundstücksfrage

Die Grundstücksfrage

Es gibt einen Anlass, sich wieder mal zu melden mit Informationen, die zum danken, bitten und spenden anleiten.

Vor zwei Monaten schien aus der (teuren) Traumlösung, das Nachbargrundstück zu erwerben, nichts zu werden. Am letzten Freitag, 18. Oktober, hat Lebenszeichen einen Vorvertrag für den Ankauf dieses Grundstücks unterschrieben und eine Anzahlung geleistet.

Am Ende hat wohl die Beziehung aus gelegentlichen Gesprächen von Emanuela mit der Lebensgefährtin des Eigentümers den Ausschlag gegeben. Sie wollte, dass LZ die Immobilie bekommt und nicht andere Anbieter. Es hat noch viel Hin und Her mit dem Eigentümer gegeben. Nach Beratungen mit Rechtsanwalt und Notar konnte dann der Vorvertrag unterschrieben werden. Wenn der Bund FeG der beantragten Finanzhilfe Anfang Dezember zustimmt (was wir hoffen), soll der Vertrag endgültig geschlossen werden.

Das Grundstück in Tunari wird im Sommer 2014 verkauft. Dann ist der geldliche Mehraufwand für das Nachbargrundstück nicht allzu hoch. Es wird jetzt intensiv mit der Architektin an einem konkreteren Bauplan gearbeitet, der bis 15.11. bei der Auslandshilfe in Witten eingehen soll. Dann folgt der Bauantrag.

Aber, passt nicht der Lehrtext aus der Tageslosung vom 18. Oktober:

„Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ – Philipper 4,6

Gott kommt zu seinem Ziel – auch gegen unsere guten, gut gemeinten Planungen. Manchmal freut man sich zu früh, manchmal verpasst man den Moment oder die Sache, über die man sich freuen kann. Ich jedenfalls hatte nicht damit gerechnet, in der teuren Stadt eine bauliche Erweiterung bekommen zu können. Wir wollen ihn gern loben und zugleich weiter bitten, damit die Planungen und Anträge zu einem guten Ergebnis führen, einschließlich der Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens.

Jul 2013: Verlängerung der Akkreditierung

Verlängerung der Akkreditierung

Das Schöne, das Erfreuliche, die Gebetserhörung ist am Freitag, den 19.Juli eingetreten. Der Brief mit der Verlängerung der Akkreditierung ist unterschrieben und inzwischen eingegangen.

Dieses Ergebnis wurde möglich durch ständig wiederholte Anrufe und eMails in den letzten Wochen, wie Emanuela am Telefon sagte. Gott sei gelobt!

Nun kann sofort eine minderjährige Mutter aufgenommen werden. Eine offizielle, vertragliche Aufnahme von Minderjährigen ist nur zulässig, wenn eine gültige Akkreditierung vorliegt. Das ist ja jetzt der Fall, sozusagen im letzten Moment.

Am Montag, 22. Juli, begann bei Lebenszeichen der vierwöchige Sommerurlaub, in dem nur eingeschränkte Aufsicht geführt wird ohne großes Programm. Gegen Ende des Urlaubs kann nun begonnen werden, die Mütter aus den angemieteten Wohnungen ins MKZ zurück zu bringen. Dann kann der „erlaubte Betrieb“ fortgesetzt werden. Allerdings stehen nach Schließung dreier Fenster weniger nutzbare Wohnräume zur Verfügung.

Von dem Nachbarn haben wir bisher keine Antwort erhalten auf unser Kaufangebot für sein Grundstück. Die Angebotsfrist soll nicht mehr lange dauern. Dann muss eine Entscheidung getroffen werden, mit oder ohne das Nachbargrundstück.

Am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub gab es noch ein Ausgabetag von Lebensmittelpaketen und Kleidung für sozial schwache Familien. Die Anzahl der begünstigten Familien müssen wir jetzt reduzieren, weil Lebenszeichen weniger Lagerraum zur Verfügung steht als früher. Und die Sortier- und Ausgabearbeit ist auch für die Mitarbeiterinnen im Laufe der Jahre schwerer geworden.

Jun 2013: Frühjahr und Sommer im MKZ

Die Mütter,

die im Frühjahr und Sommer im MKZ waren, haben auf einen Vorschlag von Ingrid Stamer begeistert reagiert und aus mitgebrachtem, geschenktem Material Geschenktüten und Fotokarten gebastelt. Die brachte unser Auslandshilfe-LKW wieder mit nach Deutschland. Die Artikel wurden hier verkauft im Namen der Mütter, denen der Überschuss von über 1.000 Euro in der vergangenen Woche in bar nach Bukarest gebracht wurde. Sie können davon nun etwas für ihren Haushalt oder das Kind erwerben. Denn es gibt ja keine Sozialhilfe….

Wir könnten uns vorstellen, dass Gemeinden in Deutschland im Jahr 2014 Fotokarten (hochwertige Klappkarten mit Foto und Inlet samt Umschlag) als Weihnachtskarten in der Adventszeit verkaufen, um den Müttern ein wenig Beschäftigung zu geben, die sich für sie lohnt. Im Bild werden Tüten und Karten in der FeG Wetzlar verkauft. Rechtzeitig im Frühjahr wäre eine Mitteilung an die Auslandshilfe notwendig, dann könnte das vermittelt werden.

 


Größere Kinder

finden sich oft unter den Gästen des MKZ. So wie diese vier im letzten Sommer, hier bei einem Zoobesuch. Eigentlich war das MKZ für Mutter mit Baby vorgesehen, aber in den letzten Jahren nahm die Anzahl der Fälle zu, dass Mütter „ausgesetzt“ wurden, weil das zweite oder dritte Kind kam. Diese Mütter aufzunehmen, bedeutet auch mehr Kapazitätsbedarf an Mitarbeiterinnen. Aber den können wir nicht bezahlen. Es muss „irgendwie“ gehen.

 

 

 


Ausweichquartier für fehlende Räume

Wegen der drei Zimmer mit zugemauerten Fenstern und Wegfalls der Bewohnbarkeit sind zurzeit nur vier Mütter im MKZ, zwei sind in einem neu angemieteten Wohnhaus in der Nachbarstraße. Im Haus ist auch eine Mutter mit zwei Kindern in der Übergangsphase. Der Vertrag mit den bisher dafür gemieteten Wohnungen wurde gekündigt. Der Vermieter hatte die Frauen und Kinder schlecht behandelt und mit uns die Nebenkosten falsch abgerechnet. Einer weiteren Frau, die selbstständig dort gemietet hat, wurde auch mit Frist von 14 Tagen gekündigt. ist froh, jetzt eine Übergangslösung für ein Jahr zu haben. Dann haben sie hoffentlich die eigenen Wohnungen und müssen keine teuren Mieten mehr bezahlen.

 

 


Mai 2013: Akkreditierung abgelaufen

Akkreditierung abgelaufen

Inzwischen sind Monate seit den letzten guten neuen Nachrichten vergangen. Doch es ist noch immer nicht so weit. Wir beten täglich um klare Entscheidungen für eine sinnvolle Fortsetzung der Arbeit. Allein, es bleibt so, wir haben die Planung eines Neubaus in Tunari beendet. Aber wir haben noch nichts Neues!

Seit Mitte April ist überdies das Mutter-Kind-Zentrum von allen Besuchern verlassen. Nur die Mitarbeiter haben noch ihre Büros dort. Wegen der lange bekannten Nichterfüllung von Brandschutzauflagen ist unsere Akkreditierung als MKZ abgelaufen. Wir dürfen nicht einmal die Arbeit unter erschwerten Bedingungen mit den Müttern in deren Ausweichquartieren fortsetzen. Gerade haben wir trotzdem wieder zwei aufgenommen. Eine davon ist „Praktikantin für MKZ-Arbeit“ und wohnt im Haus.

Es zerrt an den Nerven der Mitarbeiterinnen, nicht zu wissen, wie es weiter geht. Für den Brandschutz mussten die Fenster in den drei Bädern wegen Grenzbebauung zugemauert werden; nach Norden wurden drei Räume mit Fenstern, direkt zur Grenze des anderen Nachbarn gelegen, dicht gemacht. In eins ist das Büro der Sozialarbeiter (sh. rechts)  verlegt worden, leider nicht zu belüften. Eine unserer älteren Erzieherinnen, die sich immer sehr eingesetzt hat, ist inzwischen freiwillig ausgeschieden.

Im letzten Herbst traten vermehrt Wasserschäden auf. Es stellte sich heraus, dass die Warmwasserleitungen im Haus aus minderwertigem Kunststoff bestanden. So wurde in den letzten Wochen eine innenliegende Entlüftung für die Bäder eingebaut und neue Warmwasser- und Heizungsrohre auf Putz neu verlegt.

Es fehlen noch zwei feuerhemmende Türen im Keller. Sie müssen auf Maß gebaut werden, das dauert wohl noch einige Wochen. Dann kann der Brandschutz seine in Aussicht gestellte Freigabe erteilen und es erfolgt endlich die Erneuerung der Akkreditierung.

Aber ist das alles? Nein, im vergangenen Jahr haben wir berichtet: „Wir müssen das jetzige MKZ vergrößern, um die heutigen, höheren Anforderungen eines Staates zu erfüllen, der nichts dafür bezahlt. Wir gehen etwas ratlos ins neue Jahr, was diese Sache betrifft.“ Und die Erweiterung um Übergangswohnungen fehlt auch noch. Jetzt öffnet sich ein weiterer Weg: Der Nachbar nach Norden will sein 300 qm großes Grundstück verkaufen. Wenn das zu kaufen wäre und unser eigenes in Tunari verkauft wird, sind die fehlenden Räume dort zu schaffen. Die Zimmerfenster sind wieder offen, und alles wäre zusammen an einem Ort. Hier ist ein Foto des nachbarlichen Grundstücks, links ist die Fassade des MKZ zu sehen, allerdings mit noch offenen Fenstern. Allerdings sind die Grundstückspreise in Bukarest sehr hoch, weshalb wir ja in den Vorort Tunari ausweichen wollten. Noch ist nichts klar, leider. Aber die Arbeit der Mitarbeiterinnen ist nach eigenem Bekenntnis dazu da, „Früchte zu tragen“, wie es oben heißt.

Apr 2013: Bebauung in Tunari aufgegeben

Bebauung in Bukarest-Tunari aufgegeben

Der Plan zur Bebauung des Grundstücks in Tunari wurde aufgegeben. Dem Rat unseres Rechtsanwalts, die Stadtverwaltung auf Aufhebung der Auflage der Nachbarschaftszustimmung zu verklagen oder einfach die Anträge erneut zu stellen, sind wir nicht gefolgt, da für ein MKZ eine störungsfreie Beziehung zur Verwaltung wichtig ist. Ausserdem dauert ein Prozess gegen die Stadt – sofern er überhaupt eröffnet würde – sehr lange. Also ist das keine günstige Option.

Die naheliegende Frage ist, inwieweit das jetzige Gebäude ertüchtigt werden und erweitert werden kann, um die Akkreditierung für die Zukunft zu erhalten. Die Bebaubarkeit des Grundstücks ist bis auf 10 qm ausgereizt.

Kauf und Bebauung des Nachbargrundstücks

Welche Möglichkeiten bestehen nun?

Seit dem letzten Sommer versucht die Eigentümergemeinschaft, das 307 qm große Nachbargrundstück zu verkaufen. Es darf zu 45 %  4-geschossig bebaut werden. In der Stadt ist die Ausnutzung der Fläche höher als in Tunari, sie kostet aber auch mehr. Der dort wohnende Miteigentümer zieht nach Tunari.

Ist das nun eine neue Option?

LZ prüft jetzt die Vorgaben des Bebauungsplans und die Nachbarschaftsrechte. Wenn LZ auf das Nachbargrundstück einen Anbau errichtet in den weitere Wohnungen gelegt werden, gibt es kaum Einspruchsmöglichkeiten. Einige Wohnräume und die Büros könnten dann im bisherigen MKZ verbleiben. So käme ein hochwertiges Eckgrundstück nahe der U-Bahn-Station zustande, das perspektivisch für viele Zwecke nutzbar ist.

       

Akkreditierung läuft aus

Die Akkreditierung läuft Mitte April aus. Mit dem Brandschutzamt wurde am 25.03.13 vereinbart, dass das jetzige Haus gewisse Brandschutzauflagen erfüllen muss, um die Fortführung der Akkreditierung zu erreichen. Wir wollen nur das Nötigste machen.

Das Brandschutzamt verspricht, nach Durchführung und Besichtigung zügig die Freigabe zu erteilen, um die Fortsetzung der Akkreditierung für drei Jahre zu ermöglichen.


Mrz 2013: Aus für den Neubau des MKZ in Tunari

Aus für den Neubau des MKZ in Tunari

März 2013
Die Güte-Verhandlung im November 2012 bestätigte die bekannte Ablehnung der Nachbarn gegen die Zustimmungsauflage, die die Stadtverwaltung von LZ gefordert hatte. Der uns unterstützende Rechtsanwalt brachte im Nachhinein ans Tageslicht, dass LZ keine Zustimmung der Nachbarn gebraucht hätte. Der Bürgermeister hat gleichwohl daran festgehalten. Weil er die Position der Nachbarn kannte, war ihm klar, die Bebauung würde unmöglich.

Der LZ-Vorstand will aber nicht gegen die Stadt klagen, da mit ihr regelmäßig Kontakte und Vereinbarungen für das MKZ nötig sein würden. Auch würde ein Gerichtsurteil zu lange dauern, um bis dahin am alten Standort mit dem MKZ weiter machen zu können, denn die Betribsgenehmigung für das alte MKZ läuft in sechs Wochen aus.

Mrz 2013: Besuch im MKZ Bukarest

Besuch im März 2013

Wieder einmal waren Ingrid und Knuth Stamer bei den jetzigen und früheren Müttern im MKZ, wie bei den Mitarbeiterinnen zu Besuch. Ingrid hat erneut ihre Bastelkunst eingebracht. Knuth hat die Mitarbeiterinnen in Fortsetzung des vorjährigen Themas „Konfliktbewältigung“ geschult, so, wie sie es gewünscht haben.

Und die beiden haben die Ehemaligen gefragt, was sie im MKZ gelernt haben und was sie am Team dort finden. Hier sind einige wenige Stimmen:

G.: Ich habe gelernt, meine Kinder zu erziehen und ihre Körper und Kleidung sauber zu halten, und gewünscht, dass sie eine gute Ausbildung bekommen. Ich habe auch gelernt, wie man hat Geduld mit ihnen hat, wie man sie liebt und ihnen meine Liebe zeigt und wie man ein freies selbstständiges Leben nach dem Aufenthalt im KMZ führt.

R.: Ich kann mich jetzt gut um meinen Sohn kümmern, zu anderen Menschen um mich herum freundlich sein, sie respektieren und mein Leben mit meinem Sohn in Zukunft außerhalb des MKZ fortsetzen.

E.: Ich habe gelernt, Menschen in meiner Nähe zu verstehen. Dies gilt besonders für meine beiden Töchter aus meiner Jugendliebe, die ich ins Waisenhaus gebracht hatte, und dass meine Gegenwart in ihrem Leben das Wichtigste ist, so dass ich sie nach Hause holte, zu mir und meiner dritten Tochter, die ich im MKZ bekommen habe. Und ich lernte Kuchen zu backen, die alle meine (jetzt) vier Töchter gerne essen.

A.: Ich habe zu kochen gelernt, mich um mein Kind zu kümmern und Gott nicht zu vergessen, oder gar mein Leben ohne Gott führen zu wollen.

C.V.: Ich habe gelernt, mit schwierigen Menschen zusammen zu leben, die ganz anders sind als ich und meine Familie. Ich lernte mehr und mehr, Ihnen zu helfen, sie zu verstehen. Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die dir helfen, ohne danach zu fragen, was du ihnen dafür gibst. Ich habe wirklich gelernt, dass da Gott gegenwärtig ist.

C.: Ich habe gelernt, meine egoistischen Wünsche angesichts anderer Menschen in Not abzubauen und aufzuhören, die Aufmerksamkeit anderer Leute auf mich zu ziehen, und anderen Mütter im MKZ Gutes zu tun und ihnen zu helfen, ihre Kinder zu versorgen.

Cl.: Eine besondere Sache, die ich gelernt habe ist, dass was wir nicht aufhören sollten, gegen die Schwierigkeiten, gegen Hindernisse im Leben zu kämpfen. Ich lernte, meiner Tochter gute Dinge zu bieten, sie bei mir zu behalten, was immer das Leben noch bringt. Eine andere Sache, die ich gelernt habe, ist Anderen Gutes zu tun, wie es die Mitarbeiterinnen im MKZ für uns tun.

Und zu der Frage, wie sie das MKZ-Team beurteilen, hieß es u.a.:

G.: Ein super-cooles Team! Die besten Leute von allen Leuten, die ich getroffen habe (Ich wuchs in einem Waisenhaus auf, bis ich 18 Jahre alt war). Jeder Mensch hat mich etwas gelehrt! Dieses Team war für mich meine Familie.

E.: Die Geduld, die diese Menschen mit jeder Mutter im Haus haben, ob gut oder schwierig, Mutter oder Schwangere. Sie lehren dich alles, was du im Leben brauchst, ganz besonders aber, deine Kinder zu lieben und für sie da zu sein!

A.: Diese Leute haben eine besondere Beziehung zu Gott, sie kümmern sich sehr um Menschen (also uns) und widmen ihnen viel große Aufmerksamkeit.

Cr.: Die Mitarbeiterinnen sind einfache und wunderbare Menschen, die dir helfen, wenn dir niemand hilft, nicht einmal deine Eltern.

Co.: Ich liebe die von dem Team organisierten Aktivitäten und alle Begegnungen mit ihnen.

Cl.: Diese Mitarbeiter schaffen es, dass du dich wie zu Hause fühlst, indem sie ständig in deiner Nähe bleiben und dir zurecht helfen und ermutigen, damit unser Leben weiter geht.

Es gibt noch viel Hoffnung für Mütter und Kinder, und wir haben noch vieles zu hoffen und zu wagen. Dazu braucht Lebenszeichen Mut und unsere Unterstützung in Gebet und Gaben.

2012

Nov 2012: Kein Ergebnis beim Schiedsgericht

Kein Ergebnis beim Schiedsgericht

Der Schiedstermin am 27. November wurde von uns als entscheidend angesehen, um die Bebauung des Grundstücks in Tunari zu retten. Aber das war kein Schiedsgericht, wie wir das kennen. Der staatliche Jurist nahm nur die Entscheidungen der Nachbarn auf und stellte fest, es gebe keine mehrheitliche oder gar absolute Zustimmung zum Neubau eines MKZ. Im Rathaus hatte man sogar ein 100prozentige Zustimmung verlangt.

Zum Schiedstermin erschienen nur zwei der fünf Nachbarn, einer hat schriftlich geantwortet, einer ist 91 Jahre alt und schwer krank. Unser Rechtsbeistand hat vergeblich versucht, die zwei Parteien zu überzeugen. Ein Nachbar will dafür sein, wenn sich bei einem Gespräch mit dem Katasteramt herausstellt, dass die Grundakten komplett richtig sind. Eins der Vorstandsmitglieder, das längere Zeit im Ausland gearbeitet hat, will mit zwei Nachbarn noch einmal ein Gespräch führen. Dann soll noch ein Treffen mit unserem Rechtsanwalt sein. Aber tatsächlich ist damit zu rechnen, dass gegen einen Baubeginn in diesem Wohngebiet Klage erhoben würde.

Wenn dieser Weg nicht der richtige sein soll, dann erbitten wir einen anderen, recht bald. Aber das kostet natürlich wieder Zeit des Suchens und Planens, auch für die Gremien der Auslandshilfe und des Bundes.


Nov 2012: Akkreditierung läuft aus

Akkreditierung läuft aus

November 2012

Wir rechnen kurzfristig mit einer Prüfungskommission im Haus, weil die Akkreditierung als MKZ im Februar 2013 ausläuft und verlängert werden muss. Inzwischen  gibt es aber neue Verordnungen für solche Häuser wie das MKZ: Mütter brauchen Einzelzimmer mit ihrem Kind, Doppelzimmer, wie wir das haben, sind nicht mehr erlaubt. Sozialarbeiterin und Erzieherin dürfen nicht im selben Büro arbeiten, auch die Psychologin braucht ein eigenes Büro. In dem jetzigen Haus geht das nicht umzusetzen. Dann könnten wir nur drei oder vier Mütter aufnehmen unter Beibehaltung des großen Mitarbeiterstabs. Und wir wissen, dass andere MKZ rigoros geschlossen worden sind, wenn festgestellt wurde, dass die Verordnungen nicht eingehalten werden. Dass man damit Müttern schadet und es deshalb kaum noch MKZ-Plätze in Bukarest gibt, ist kein Argument für eine Ausnahme und sei es nur für eine Übergangszeit.

Neues MKZ in Tunari ?

Deshalb brauchen wir ja das neue MKZ in Tunari, das den neuen Verordnungen entspricht. Aber vier unserer fünf dortigen Nachbarn – von denen noch keiner dort etwas gebaut hat – haben sich aus unterschiedlichen Gründen gegen ein Mutter-Kind-Zentrum ausgesprochen. Nun wurde eine Art Schiedsgericht angerufen, wo die Nachbarn ihre Einwendungen vorbringen müssen. Dieses Schiedsgericht kann dann eine Entscheidung fällen. Nichterscheinen soll als Zustimmung ausgelegt werden. (Darüber gibt es keine einhellige juristische Auffassung.) Das Bürgermeisteramt will diesen Schiedsspruch akzeptieren und dann ggf. die Freigabe zum Bau erteilen. Bitte beten Sie deshalb für diese Verhandlung, die am Dienstag, 27. Nov., um 15:30 Uhr (d.i. 14:30 Uhr deutscher Zeit) stattfindet.

Ende des Übergangswohnheims und des Materiallagers

Im Oktober haben wir folgendes erfahren: Eine renommierte Gesellschaft britischen Ursprungs in Bukarest wurde mit hoher Geldstrafe belegt. Sie bot eine freiwillige Leistung mit Unterkunft, psychologischer Beratung und Arbeitsplatzssuche, sowie Freizeitgestaltung an. Sie hatten einfach mal angefangen und erst danach die Genehmigung dafür beantragt. Sie haben auch die Genehmigung für diese Einrichtung mit ca. 15 Wohnräumen bekommen. Aber erst nach Zahlung der deftigen Strafe.

Für LEBENSZEICHEN als akkreditiertes Mutter-Kind-Zentrum ist also nicht erlaubt, ohne staatliche Genehmigung noch etwas Zusätzliches zu tun: Etwa Mütter nach dem Ende des Programms noch in einer Übergangswohnung kostenlos unterzubringen, weil noch keine Arbeitsstelle gefunden werden konnte, oder etwa, hilflose Mütter in einer Notlage auf Bitten des Sozialamts vorübergehend aufzunehmen. Ein Beispiel ist Adina, die noch einige Monate lang in Ruhe ihre Schulausbildung abschließen sollte und deshalb nicht arbeiten konnte.

Sofort wurden deshalb andere Einzelappartements irgendwo gesucht, um unsere Mütter dort unterzubringen. Das ist zwar umständlich, aber für LEBENSZEICHEN sicherer. Wir bezahlen dann die Miete – indirekt über die Gemeinde oder sonst wie – an die Vermieter.

Eine Mutter ist von sich aus nicht mehr in dem Übergangswohnheim: Maria, 32 J alt, die frühere Apothekenhelferin, mit ihren beiden Kindern Ramona und Maria, ist inzwischen verzweifelt. Sie fand einfach keine Arbeit. Im Oktober ist sie bei Nacht und Nebel mit den Kindern ohne Nachricht aus dem Haus gelaufen. Die Sozialarbeiter haben nach ihr gesucht. Inzwischen ist sie wieder aufgetaucht, holt sich regelmäßig Lebensmittel und Kleidung im MKZ. Aber sie erlaubt nicht, sie zu besuchen. Eine Erzieherin hat das Haus herausgefunden, stand vor ihrer Tür und wurde nicht hinein gelassen. Sie berichtete, es sei ein ganz schlechter Ort in einer verkommenen Gegend… Eine andere Mutter ist zu einer Verwandten gezogen.

Nun kam die Nachricht, dass das Übergangswohnheim verkauft wäre, allerdings soll der notarielle Vertrag erst am 28.11. geschlossen werden. Mieter müssen dann, wenn der neue Eigentümer es will, binnen vier Wochen die gemieteten Räume leeren. Gut, dass man schon ein paar Wochen Zeit gehabt hat, um die Mütter woanders unter zu bringen. Im angemieteten Haus haben wir noch unser Tages-Kinderbetreuung für die Mütter, die arbeiten oder im MKZ unterrichtet werden. Und wir haben dort das Lager für Lebensmittel und Kleidung für die ca. 60 Familien, die monatlich einmal dorthin zur Ausgabe kommen. Man fand eine gebrauchte Stahlgarage, die im Hof des MKZ wenigstens ein Teil aufnehmen könnte. Aber dafür benötigt man eine Baugenehmigung, also scheidet das aus, schon wegen der Länge des Antrags-verfahrens. Freundlicherweise hat die Gemeinde, in der Emanuela und ihre Familie leben, erlaubt, übergangsweise ihren bisher selbst genutzten Keller für die Lagerung und den Gottesdienstraum für die Ausgabe zu nutzen. Nur, der große LKW der Auslandshilfe kann nicht mehr die schmale Straße zum Gemeindehaus befahren, nachdem die Hauptstraße umgebaut wurde …

Okt 2012: Besuch in Bukarest

Besuch in Bukarest

November 2012
Bei unserem Besuch Anfang Oktober konnten wir einige Klärungen in Bezug auf die Verzögerung des Baubeginns herbeiführen. Nachdem alle Genehmigungen vorhanden sind, geht es jetzt um die Einsprüche von drei Grundstücks-Nachbarn. Allerdings haben diese Nachbarn unterschiedliche Gründe zur Ablehnung der Genehmigung. Das Grundstück liegt in einem Wohngebiet und es handelt sich nicht um ein normales Wohnhaus. Ein Nachbar ist zur Unterschrift bereit, wenn die anderen ebenfalls unterschreiben. Ein Nachbar versagt die Unterschrift, weil bei einer Neuvermessung der Grundstücke aufgrund der Verlegung von neuen Rohrleitungen von der Stadt die Grundstücke jeweils 3 Meter von der Straße weg nach Süden verschoben wurden. So sind die Vermessungen und auch die neuen Pläne. Jedoch wurden die entsprechenden Verträge mit den Grundstückseigentümern nicht gemacht, die Katasterunterlagen nicht alle berichtigt und auch die Grenzsteine stehen noch an der alten Stelle. Dieser Nachbar hat nun Angst, dass wir auf seinem angrenzenden Grundstück bauen, obwohl das aufgrund der Neuvermessung nicht der Fall ist. Eine dritte Nachbarin möchte kein soziales Haus in der Nachbarschaft haben, obwohl sie selbst auf ihrem Grundstück kein Gebäude stehen hat. Sie will es nur zukünftig für ihre Tochter sichern. Nun ist ein Gütetermin bei einem Schiedsmann vorgesehen, zu dem alle Nachbarn eingeladen werden, um ihre Begründungen zur Ablehnung vorzubringen. Diese werden dann auf Stichhaltigkeit geprüft und, so hoffen wir, durch einen Schiedsspruch ersetzt, der uns den Bau des neuen Zentrums ermöglicht. Diesen benötigen wir dringend, weil im kommenden Jahr die Lizenz für das Mutter-Kind-Zentrum erneuert werden muss. Die jetzigen Wohnbedingungen entsprechen nicht mehr den neuen Erfordernissen und eine Schließung droht, wenn wir nicht die notwendigen Veränderungen herbeiführen. Wir haben auch über verschiedene Alternativen nachgedacht, doch sind das immer nur zweitbeste Lösungen. Bitte beten Sie mit uns für ein gutes Verfahren und darum, dass Gott uns den richtigen Weg für die Zukunft zeigt.

Das Mutter-Kind-Zentrum ist mit sechs Müttern ausgebucht. In den Übergangswohnungen im Haus gegenüber leben vier Frauen, davon drei Mütter aus dem vorherigen MKZ-Programm. Die Hilfe wird gebraucht und wir glauben, dass Gott uns diese Menschen vor die Füße gelegt hat. Am 1. Oktober ist eine Studentin als freiwillige Helferin ins Haus eingezogen. Sie darf umsonst wohnen und leistet dafür jede Nacht Rufbereitschaft. Die Anwesenheit umfasst 30 Nächte, normale Schichtdienste aber nur 16 bis 17 Nächte. Deshalb wurde die halbzeitlich angestellte Nachtwache Alexandra gekündigt. Auf Grund dieser Lösung können wir kostenneutral die Erzieherin und anerkannte Krankenschwester Alice sowohl für tägliche Krankenhilfe als auch für Arzt- und Krankenhauskontakte für Mütter und Kinder einsetzen.

Jul 2012: Stand der Vorbereitungen für den Neubau

Stand der Vorbereitungen für den Neubau

Alle Vorbereitungen für den Neubau des Mutter-Kind-Zentrums in Tunari sind abgeschlossen und wir warten auf den Baubeginn. Große Erwartungen müssen aber seit Mai weiter aufgeschoben werden. Die Preisverhandlungen mit fünf Anbietern führten zu guten Ergebnissen. Dann haben drei Nachbarn ihre Zustimmung für den Bau verweigert. Das dürfen sie tun, wenn es sich um eine Betreuungseinrichtung im Wohngebiet handelt. Die Verweigerung richtet sich jedoch nicht nur gegen das Mutter-Kind-Zentrum. Vielmehr haben sie herausgefunden, dass die Grundstücke um drei Meter überlappen, wenn man die alten Grundstücksakten zu Grunde legt. Unserem Antrag auf Korrektur der Katasterunterlagen wird aber bis jetzt nicht entsprochen. In einem Gütetermin wollen wir erreichen, dass die Stichhaltigkeit der Einsprüche überprüft und ggf. durch eine öffentliche Entscheidung ersetzt wird.

Auf dem Bild ist der gesamte geplante Komplex zu sehen. Im ersten Bauabschnitt soll der rechte Teil mit dem MKZ und einem Lager für die humanitäre Hilfe im Keller erstellt werden. Der linke Teil, der als zweiter Bauabschnitt nach dem Verkauf des bisherigen MKZ´s in Bukarest geplant ist, beherbergt die zurzeit noch angemieteten Übergangswohnungen. Wir hoffen auf einen guten Verkaufserlös und dann auf die Entscheidungen der rumänischen und deutschen Gremien.

In der Zwischenzeit geht die Arbeit im Zentrum natürlich weiter. Die soziale Anspannung in Rumänien wird immer größer. Oft werden wir von Jugendämtern gefragt, ob wir einen Platz für Mütter mit Kindern in Not anbieten können. Aber wir sind in dem angemieteten „Weißen Haus“ mit fünf Zimmern ausgebucht und müssen immer wieder absagen. Im MKZ sind jetzt vier Mütter, zwei von ihnen werden in diesen Tagen hoffentlich ihr Kind zur Welt bringen. Zwei weitere Mütter werden innerhalb weniger Tage aufgenommen. Dann sind wir voll belegt, weil mehr Kinder als nur je eines dabei sind.

Neben der Förderung der Mütter wird immer wieder auch humanitäre Hilfe benötigt, die der LKW der Auslandshilfe anliefert. Freiwillige Helfer aus der Gemeinde, die Mitarbeiterinnen und selbst einige Mütter aus dem Zentrum helfen bei der Transportkette mit, um die über 400 „Pakete zum Leben“ und weitere Hilfsgüter ins Lager zu bringen. Auch Milchpulver und Fertigkost, zum Teil geschenkt, zum Teil preisermäßigt gekauft, findet einen Platz.

Mit den Hilfsgütern versorgen wir drei Monate lang im Rahmen der Armenhilfe Familien, die uns von den Sozialämtern genannt werden. Diese Empfänger werden immer wieder gewechselt, weil so viele unversorgt sind. Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe gibt es in Rumänien nicht. Insgesamt lösen die Hilfstransporte eine große Freude aus, weil durch die gelieferten Waren für viele sehr arme Familien das Leben ein wenig einfacher gestaltet werden kann.

Apr 2012: Besuch von Ingrid Stahmer bei „Lebenszeichen“ in Bukarest

Besuch bei Lebenszeichen in Bukarest

von Ingrid Stamer, April 2012

„Es ist ja immer schön, wenn auch etwas zurück kommt“ sagt der Koordinator des Projektes „Lebenszeichen“ Jürgen Hedfeld zu mir am Telefon, nachdem wir vier Tage in Bukarest waren. Ich antworte: “Ja, es ist immer ein Geben und Nehmen“, lege den Hörer auf und denke, dass das so nicht stimmt. Es ist mehr ein „Nehmen“, ein „Beschenkt werden“, als ein „Geben“. Wir erfahren genau das, was Jesus in Markus 10 zu seinen Jüngern gesagt hat: Jeder, der um meinetwillen etwas hergibt, wird es schon hier hundertfach zurückerhalten. Und immer mehr komme ich dem Geheimnis auf die Spur, dass ich Jesus auch in der Schwester, im Bruder und im Geringsten finde. Hinter Jesus her, hin zu seinen geliebten Menschen, das ist die Richtung, die uns auch zu ihm führt.

Da sind zum Beispiel die Mütter, die wir eingeladen haben, um für einen Tag mit uns kreativ zu werden. Es sind verlassene, mittellose Frauen, die 6 Monate lang hier Unterstützung und Hilfe für ihr Leben mit dem neugeborenen Baby erfahren. Auch die Mütter aus der Übergangswohnung und einige „Ehemalige“ sind gekommen. Wir gestalten Blumentöpfe mit Serviettentechnik und säen Blumen aus. Ich spreche den Frauen zu „So wie die Samen aufgehen werden, sät auch Gott seine Liebe in unsere Herzen, damit sie irgendwann blüht.“ Dann basteln wir noch Blumenstecker und Osterschmuck fürs Fenster. Die Mütter sind begeistert bei der Arbeit. Es entstehen wunderschöne Originale, so wie sie es selber sind. Ihre Augen strahlen und manch eine von ihnen präsentiert stolz ihr Werk den Mitarbeiterinnen des Hauses. Emanuela Chiritescu, die Leiterin von Lebenszeichen sagt: „Dieser Tag ist ein großer Gewinn für die Frauen. Sie erfahren Wertschätzung durch den Besuch, der extra wegen ihnen gekommen ist. Sie bekommen ein Gefühl dafür, dass sie Fähigkeiten haben und sie begegnen sich untereinander wieder. Es ist wie ein kleiner Urlaub in ihrem oft so harten Alltag.“ Trotz der Sprachbarrieren ist es möglich, Vertrauen aufzubauen: Das Lächeln, die ausgestreckte Hand, anerkennende Gesten.

Besonders berührt mich die Begegnung mit einer jungen Mutter, Adina, die wir noch vom letzten Jahr kennen. Sie wohnt nun in der Übergangswohnung mit ihrer süßen Tochter Raisa. Ich besuche sie kurz in ihrem Zimmer. Ihre Geschichte ist bei Weitem kein Einzelfall: Mit 17 Jahren kam sie letztes Jahr direkt vom Kinderheim schwanger ins Mutter-Kind-Zentrum. Keine Eltern, von Freund und dessen reicher Familie abgewiesen, hat sie niemanden, der ihr helfen könnte. Sie ist noch Schülerin, und schafft  in diesem Sommer hoffentlich ihren Abschluss. Aber das ist nicht leicht. Sie ist wenig motiviert zu lernen. Denn sie hat ja die kleine Raisa, die zwar während der Schulzeit von einer Erzieherin des Hauses betreut wird, die sie aber nach Schulschluss selbst betreuen muss. Dazu kommt der eigene Haushalt, die Mitschüler, die feiern gehen und deren Worte ihr zusetzen. Eine Klassenkameradin war „schlauer“:  Sie hat im letzen Jahr schon zweimal eine Schwangerschaft abgebrochen und kann mitfeiern. Noch härter wird es, wenn Adina ab September keinen Platz mehr hat in der Übergangswohnung. Dann muss sie studieren oder arbeiten, einen Krippenplatz bezahlen und ihren Alltag ganz alleine schaffen. Als ich gehe, sage ich ihr „te iubesc“ – „ich liebe dich“  und weiß doch, dass ich sie Gott und seiner Fürsorge durch Menschen wie den Mitarbeiterinnen von „Lebenszeichen“ überlassen muss.

Der Mietvertrag der Übergangswohnung im Haus gegenüber wird vermutlich nicht verlängert. Auch waren die Heizkosten im letzten Winter für das schlecht isolierte Haus viel zu hoch. Daher ist es umso wichtiger, dass Lebenszeichen so bald wie möglich mit dem geplanten Neubau beginnen kann. Hier gibt es dann mehr Plätze für Mütter und Kinder und bessere Bedingungen, um auf das Leben nach „Lebenszeichen“ vorbereitet werden zu können.

Nach unserem dritten Besuch in Bukarest, der viel an Gastfreundschaft, gewachsenem Vertrauen und Verständnis beinhaltete, sind wir auch dankbar für alle Gebete, die uns begleitet haben. Es ist ein Gott, ein Glaube, der uns alle trägt. Von ihm hören die Mütter im Haus, seine Liebe wird hier erfahrbar, aus seiner Kraft schaffen die Mitarbeiterinnen es immer wieder, begründete Hoffnung entgegen allem Augenschein zu spenden und in seinem Auftrag wollen wir das Haus weiter unterstützen!

Bilder vom Besuch von Ingrid Stahmer

Apr 2012: Bilder vom Besuch Jürgen Hedfeld

Apr 2012: Neubau Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) „Lebenszeichen“

Neubau Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) „Lebenszeichen“

Die Genehmigungen für die technischen Gewerke (Wasser, Abwasser, Strom usw.) sind inzwischen alle eingetroffen. Damit kann jetzt der Bauantrag für den Neubau des Mutter-Kind-Zentrums „Lebenszeichen“ in Tunari eingereicht werden. Wir freuen uns darüber, dass dies so schnell geklappt hat und auch die benötigten 90.000 € an Spenden vorhanden sind. So konnten wir bis Ende April die Vergaben planen. Dabei wollen wir die zurzeit noch günstigen Baupreise in Rumänien ausnutzen, um so preiswert wie möglich zu bauen. Der Bauausschuss, der sich aus Mitgliedern der Gemeinde Bukarest-Nord zusammensetzt, begleitet das Bauvorhaben kompetent und engagiert.

Westansicht

Inzwischen haben wir eine kleine Planänderung insofern vorgesehen, dass wir bereits in den ersten Bauabschnitt eine Hausmeisterwohnung integrieren. Damit erreichen wir, dass wir die Nachtwachen einsparen und trotzdem immer jemand erreichbar ist. Wir freuen uns darüber, dass die deutschen Gremien der Standortverlagerung mit dem Neubau zugestimmt haben und wollen nun so schnell wie möglich die geplante Verbesserung der Arbeit erreichen. Über den Fortschritt werden wir in regelmäßigen Abständen berichten.

Natürlich geht es auch mit der Arbeit im Zentrum unvermindert weiter. Die Mitarbeiterinnen engagieren sich in einer tollen Weise für die Mütter und Kinder. Auch verschiedene Schulungen sind in diesem Jahr wieder vorgesehen, um die Qualifikationen ständig zu verbessern. Die humanitären „Pakete zum Leben“ für die über 60 Familien sind in der wirtschaftlichen Situation Rumäniens für viele eine wirkliche „Überlebenshilfe“. Wir sind dankbar für jeden LKW, der gut gefüllt unser Land in Richtung Rumänien verlassen kann und danken Ihnen für Ihre Hilfe auch in diesen Bereichen.

Jan 2012: Rückblick und Ausblick

Rückblick und Ausblick

Die Leiterin des Zentrums, Emanuela Chiritescu schreibt: „Vor mehr als 10 Jahren begannen wir, uns der verlassenen Babys auf den Entbindungsstationen Bukarester Krankenhäuser anzunehmen. Wir ernährten, pflegten und liebten sie, spielten mit ihnen und verbesserten so die Lebensumstände von mehr als 650 Babys. Während der letzten zwei Jahre entwickelten wir ein Programm für sozial schwache Familien. Damit konnten sie ihre Kinder bei sich behalten und zur Schule schicken. Mehr als 380 Kinder in etwa 100 Familien profitierten für eine vereinbarte Zeit von den monatlichen Lebensmittelpaketen, Kleidung und anderen erforderlichen Dingen.

Vor fünf Jahren konnten wir dank Gottes Hilfe das Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) eröffnen. Im Oktober 2006 kam das erste Baby mit seiner Mutter im MKZ an. Seit damals wurden 78 Kinder und 67 junge Mütter aufgenommen und unterstützt. Die Jahre verstrichen, aber der Auftrag Gottes ist noch immer so stark, wie er am Anfang war: „Diese Babys haben das Recht geliebt zu werden und in ihrer natürlichen Familie zu bleiben.“ Deshalb muss ihren allein gelassenen, zurückgewiesenen jungen Müttern geholfen werden, ihre Liebe für sie zu entwickeln und sie zu verantwortungsbewussten Erwachsenen zu erziehen. Die jungen Mamas benötigen auch Hilfe, um ihrer emotionalen und wirtschaftlichen Krise zu entkommen, und um Hoffnung für ihre Zukunft zu bekommen. Es ist uns sehr wichtig, sie zu ermutigen und in grundlegenden Fähigkeiten zu unterweisen: Verbessern des Lesens und Schreibens, der Computernutzung; oder, wie man Babys badet, füttert, massiert; oder Kochen und Backen. Dabei helfen uns Freunde aus Deutschland, USA und England. Sie bekommen Erste-Hilfe-Kurse, lernen Haare zu schneiden, erhalten psychologische Beratung und Mal-Therapie. Wir spielen zusammen, singen, beten auch, was viele vorher zurückgewiesen haben. Gott gibt uns seine Liebe, sie füllt unsere Herzen und die Räume des Hauses. Sein Schutz bedeckt die Babys und nimmt sich der verletzten Herzen der jungen Mütter an, er baut uns Mitarbeiter wieder auf, wenn wir in stressigen Zeiten entmutigt sind. Auf die in großer Hoffnungslosigkeit ankommenden Mütter gehen wir so ein, wie es gerade nötig ist, manchmal weich, manchmal bestimmt, manchmal laut, manchmal lachend. Manche haben keine Familie, allein 31 von ihnen sind selbst in Waisenhäusern aufgewachsen. Mit ihnen erleben wir auch große Freude wie die Geburt des Kindes, einen Job zu erhalten, oder die eigene Schulausbildung zu beenden, einen Mietraum zu finden oder wieder Anschluss an Familienmitglieder zu bekommen. In allen diesen Situationen und für alle Notwendigkeiten (Nahrung, Medizin, Kleidung, Gehälter, Miete und sogar nette Spielsachen) haben wir rechtzeitig Hilfe von Gott und Menschen zur Verfügung gestellt bekommen.“

2011

Okt 2011: Verteilung von Schuhen und Lebensmitteln

Verteilung von Schuhen und Lebensmitteln

Oktober 2011
Im Oktober wurden Schuhe und Lebensmittel nach Bukarest transportiert. Von der Verteilung im Mutter-Kind-Zentrum haben wir einige Fotos gemacht. So können Sie und alle Beteiligten sehen, dass die gute Tat ihr Ziel gefunden hat.
In Bukarest werden über 50 Familien mit ca. 120 Kindern betreut, denen wir die Armenhilfe anbieten, neben unserer Arbeit mit den Mutter-Kind-Paaren im Zentrum. Jede Hilfe kommt an. Danke!


Okt 2011: Neuer Standort für das MKZ

Neuer Standort für das MKZ

Die Standortverlagerung des Mutter-Kind-Zentrums von Bukarest nach Tunari, einem kleinen Ort im Norden der Hauptstadt ist nun sehr nahe gerückt. Die Überlegungen zu diesem Schritt sind Teil einer Analyse der Arbeit im MKZ und den sich ändernden Rahmenbedingungen. Immer mehr Mütter kommen aus dem Umland von Bukarest, sie sind anders sozialisiert als die bisherigen. Viele kommen aus der Minderheit der Roma und benötigen längere Begleitung, als die zum Teil besser gebildeten Mütter, die wir bisher betreut haben.

Tunari liegt nahe der Autobahn, kann also z.B. von unserem LKW, der die benötigten humanitären Lieferungen bringt, sehr viel einfacher erreicht werden. Die Stadt Bukarest entwickelt sich räumlich in diese Richtung und die zukünftigen Planungen der Stadt sehen eine Eingemeindung vor. Die Standortverlagerung beinhaltet einen Neubau mit erheblich verbesserten Arbeitsmöglichkeiten und der Umstellung auf Zimmer für jeweils ein Paar (Mutter und Baby). Bisher hatten wir Zimmer für zwei Paare mit den entsprechenden Problemen. Die Mütter kommen aus teilweise völlig verschiedenen Hintergründen, das birgt die Gefahr von Streitigkeiten. Wenn ein Baby krank wurde, musste es sofort ins Krankenhaus, um Ansteckungen zu vermeiden u.v.m. Mit der Umstellung auf „Einzelzimmer“ können wir diese Schwierigkeiten auffangen und bessere Angebote machen. Die von den Sozialämtern geforderten Bedingungen für die Mütter und Mitarbeiter können realisiert werden. Wir haben außerdem im Kellergeschoss einen großen Raum als Lager für die Artikel aus den humanitären Transporten, die von den Mitarbeiter/Innen von „Lebenszeichen“ an etwa 60 bedürftige Familien verteilt werden. Alles in allem ergibt sich rundum eine erhebliche Verbesserung der Bedingungen.

Es ist vorgesehen, nach Vollendung des ersten Bauabschnittes, der mit rund 300.000 EUR geplant ist, das bisherige Haus in Bukarest zu verkaufen. Solange der Immobilienmarkt nicht den erwarteten Verkaufspreis von ca. 250.000 EUR hergibt, können wir die bisherigen Räume als Übergangswohnungen für Mütter mit Kindern nutzen, die nach dem Aufenthalt im MKZ vorübergehend noch nicht wieder in eigenen Wohnungen leben können. Diese Räume waren bisher angemietet, zum Teil mit sehr überhöhten Mieten. Sobald das Haus jedoch verkauft ist, planen wir den Bau des zweiten Bauabschnittes mit Übergangswohnungen und einer kleinen Hausmeisterwohnung, um von den Mieten unabhängig zu sein und mittelfristig eine Senkung der Kosten zu erreichen. Dieser Bauabschnitt ist mit Kosten von 150.000 EUR geplant. Er soll aus den ersparten Mieten finanziert werden. Die deutschen Gremien (Bundesleitung und Finanzausschuss) haben in den letzten Wochen dem Antrag des Vereins „Lebenszeichen“ zur Standortverlagerung mit dem ersten Bauabschnitt zugestimmt. Helfen Sie uns bitte bei der Verwirklichung. Um ein möglichst geringes finanzielles Risiko in die Zukunft fortzuschreiben, benötigen wir vor dem Baubeginn einen Betrag von 90.000 EUR. Den Restbetrag von ca. 210.000 EUR wollen wir aus Deutschland dem Verein „Lebenszeichen“ als Darlehen zur Verfügung stellen, welches mit dem Verkaufserlös getilgt werden soll. Eine solche Standortverlagerung ist mit weiteren Veränderungen auch für die Mitarbeiter/Innen verbunden. Bitte beten Sie auch für eine gute Entwicklung und ein gutes Eingewöhnen an die neuen Bedingungen.

Okt 2011: Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) „Lebenszeichen“ – Rückblick und Ausblick

Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) „Lebenszeichen“ – Rückblick und Ausblick

Der Verein „Lebenszeichen“ hat sich im Jahr 2011 intensiv mit der Frage beschäftigt, ob ein Neubau in Tunari an der Nordgrenze Bukarests auf einem Grundstück möglich ist, das vor einigen Jahren preisgünstig erworben wurde. Immobilien in der Stadt haben einen viel höheren Wert (wenn nicht gerade Wirtschaftskrise ist). Am jetzigen Standort hat das MKZ keinen Platz für Kinder, die dem Babyalter entwachsen sind, keine Aufenthaltsräume für die Mütter, nur einen großen Schulungsraum.

In diesem Haus wurden Übergangswohnungen eingerichtet

Das Haus gegenüber wurde angemietet, um Übergangswohnungen anzubieten und Nothilfe zu leisten. Es enthält in einer Garage auch das Lager für das Material der Armenpflege. Allerdings darf der Auslandshilfe-LKW eigentlich nicht dorthin fahren, weil die Straße nur für 3,5-Tonnen-Kfz zugelassen ist. Wir unterstützen neben der Arbeit im MKZ etwa 60 Familien, denen über Lebenszeichen in der Armenpflege geholfen wird. Dafür lagern wir jeweils nach den Transporten aus Deutschland Kleidung, „Pakete zum Leben“, Schuhe und vieles mehr. Einmal im Monat kommen die Familien, die etwa 120 Kinder zuhause haben.

Den Schriftwechsel für die Armenpflege mit den Sozialämtern macht die Sekretärin Cornelia, die wir als Erzieherin eingestellt haben. Jedes Teil, das die Familien erhalten, muss auf einem Beleg vermerkt sein, 1 Blatt für das Sozialamt, 1 Blatt für den Empfänger, 1 Blatt für uns. Alle sechs Monate sollen die Familien wechseln, das muss alles genau nach Vorgabe des Sozialamts eingerichtet und dokumentiert werden. Eigentlich wollte Lebenszeichen nur den Armen helfen – nicht der Bürokratie. Aber es muss wohl so sein, wenn man gegen Schwarzmarkt und Bestechung kämpft.

Bundesleitung und Finanzausschuss haben inzwischen die Anfrage von Lebenszeichen, die Pläne und die Möglichkeiten des Bundes geprüft und positiv beschieden. Eine wichtige Frage für den Bund FeG war, ob wir diese und andere diakonische Einrichtungen auf Dauer betreiben wollen. Der Bedarf ist ohne Zweifel noch auf Jahre hinaus gegeben. Die verfolgte Politik, die Verantwortung für das MKZ nach und nach an die Sozialbehörde zu übertragen, ist gescheitert. Die Ämter beteiligen sich überhaupt nicht mehr an den Kosten. Das geht erst wieder nach einem Wirtschaftsaufschwung. Andererseits ist die Gruppe der Unterprivilegierten, der sozial Schwachen durch die Krise noch gewachsen. Ständig könnten wir Mütter mit Kindern ohne Sozialkompetenz aufnehmen.

 

Westansicht

Nordansicht

Weil zurzeit die Baukosten in Rumänien sehr gering sind, haben wir folgenden Plan: Zuerst bauen wir das MKZ mit großem Lager in Tunari und nutzen das jetzige Gebäude in Bukarest als Übergangswohnheim.  Auf die Anmietung von teuren Übergangswohnungen können wir damit verzichten. Die aber werden gebraucht, weil es immer schwieriger wird, angemessene Arbeitsplätze für die Mütter zu finden. Lebenszeichen muss viel Zeit in Suche und Arbeitsbegleitung stecken, damit Arbeitgeber die Geduld behalten. Wenn die jetzige Immobilie in Bukarest für einen angemessenen Preis veräußert werden kann, soll der zweite Bauabschnitt in Tunari mit Übergangswohnungen gebaut werden, so dass dann alles auf einem Grundstück seinen Platz hat. Vom Verkaufserlös verspricht sich die Auslandshilfe eine hohe Rückfinanzierung des MKZ-Baus.

Der 1. Bauabschnitt kostet nach den Planungen 300.000 EUR, davon muss vor Baubeginn ein Betrag von 90.000 EUR an zweckgebundenen Spenden eingegangen sein. Der 2. Bauabschnitt ist geplant mit Kosten von 150.000 EUR und kann erst nach dem Verkauf des bisherigen MKZ in Bukarest und nach der Entscheidung der deutschen Gremien zu diesem Bau begonnen werden. Dieses Haus mit Übergangswohnungen wird weitgehend finanzierbar sein aus den eingesparten Mieten.

Wir alle sehen nun sehr hoffnungsvoll nach vorn. Nach jetzt genau fünf Jahren hat das MKZ 66 Müttern und ihren Kindern eine Tür zur Bindung von Müttern an ihre Kinder, zur sozialen Teilhabe und zum Hören des Evangeliums aufgetan. Gott hat viel durch die Mitarbeiter des Hauses an den Müttern bewirkt. Manches davon war in den bisherigen Newsletter-Berichten von Lebenszeichen zu erfahren.  Helfen Sie uns bitte bei der Sammlung der erforderlichen Einmal-Sonderspenden in Höhe von 90.000 EUR. Wir beten, dass alles unter Gottes Segen und Bewahrung gelingt.

Juli 2011: Mütter und Kinder

MÜTTER UND KINDER

Es ist voll geworden im Mutter-Kind-Zentrum. Acht Frauen wohnen dort zur Zeit mit 10 Kindern. Das macht es schon laut im Haus. Zwei Babys kamen vor einigen Tagen in diese Welt, in der ihre Mütter nur Hoffnung für das Leben entwickeln können, wenn sie jemand bei der Hand nimmt und ihnen verlässlich begegnet.

Jede Erzieherin hat in diesen Wochen sehr viele Gesichter um sich, denen sie sich zuwenden muss, tagein, tagaus. Schließlich gibt es ein vertraglich vereinbartes Programm abzuarbeiten und jeden Monat müssen messbare Fortschritte erreicht werden.


Rebeca

Dies ist Rebeca. Vor einiger Zeit hat sie eine Tochter zur Welt gebracht. Es war nicht ihr erstes Kind. Ihre beiden anderen Kinder sind Mario (5 J.) und Raissa (20 Mon.) Rebeca lebte mit einem Mann zusammen. Er hatte einen Raum gemietet und war oft bei ihr. Sie bekam Mario. Später erfuhr sie, dass er inzwischen eine andere Frau geheiratet hat und ebenfalls dort Vater geworden ist. Er hat ihr das nicht gesagt, kam weiter von Zeit zu Zeit zu ihr, sie bekam Raissa. Wieder schwanger, fasste sie nun den Mut, sich von ihm zu trennen, ohne zu wissen, wie es weiter gehen soll mit ihr und den drei Kindern. Der Vater hat es abgelehnt, irgendeine Verantwortung für die Kinder zu übernehmen. Sie ist ein liebenswerter Mensch. Deshalb haben sich alle anderen Mütter sofort liebevoll um Mario und Raissa gekümmert, als Rebeca ins Krankenhaus kam.

Juli 2011: Malkurs mit Marlies Louis aus Aachen

Malkurs mit Marlies Louis aus Aachen

Im Juni waren wieder einmal Marlies und Richard Louis aus der FeG Aachen für fünf Tage im MKZ. So viele Frauen gleichzeitig hatte Marlies bisher noch nie in den Maltherapiekursen. Sie sagt, es war eine sehr fruchtbare Zeit, die den Frauen nicht nur gefallen, sondern auch geholfen hat. So harmonisch, wie diese Gruppe miteinander umging, das war schön zu erleben, sagt sie.

Juli 2011: Baupläne

BAUPLÄNE

Der Vorstand von „Lebenszeichen“ hat der Auslandshilfe Pläne vorgelegt, nördlich von Bukarest in Tunari, einem der Vororte ein neues Mutter-Kind-Zentrum zu bauen und das jetzige Gebäude als Übergangswohnheim zu nutzen. Dadurch entfallen dann teure Anmietungen für Wohnungen. Die wirtschaftliche Lage verspricht sehr günstige Preise und wir könnten die inzwischen allgemein gültigen EU-Normen für ein MKZ einhalten.

Der Vorstand von „Lebenszeichen“ hat intensiv darüber beraten und auch selbst Verantwortung dafür übernommen, dass das gelingen kann. Aber das muss von der Auslandshilfe und von unserem Bund natürlich wohl bedacht werden, weil man sich mit jeder weiteren Investition nahezu zwangsläufig in eine längere Zeit der diakonischen Arbeit hinein begibt. Nun gibt es aber so viele Anfragen an unser Haus in Bukarest aus allen Landesteilen, dass die vielen Absagen schon viel Arbeit machen.

Inzwischen haben die Gremien in Deutschland der Standortverlagerung zugestimmt und die Planungen können weitergehen. Solche Hilfe, wie die Auslandshilfe unseres Bundes dort den Müttern und Kindern bietet, gibt es von Seiten des Staates überhaupt nicht mehr. Und wir freuen uns, dass auch geistliche Frucht gewachsen ist. Wir werden den weiteren Prozess begleiten. Dazu brauchen wir neben Ihren Gaben auch Ihr Gebet. Denn wir wissen nicht, was kommt. Das weiß allein Gott.

Mai 2011: Beendigung der Pflege verlassener Babys in Krankenhäusern

Beendigung der Pflege verlassener Babys in Krankenhäusern

Das Krankenhaus CARITAS, in dem unsere Mitarbeiterin Alexandra seit vielen Jahren die sonst unbetreut bleibenden verlassenen Babys versorgt hat, wurde Anfang April geschlossen. Alle Stationen wurden auf andere Krankenhäuser verteilt. Es soll dort eine Altenpflegeeinrichtung entstehen. Dafür gibt’s dann EU-Fördermittel. Verlassene Babys haben keine Lobby.

Nachdem auch das früher unterstützte Krankenhaus PANAIT SARBU schon seit einigen Jahren keine verlassenen Babys mehr bei sich duldet, sondern sofort an ein Kinderkrankenhaus abschiebt, ist für Lebenszeichen ein wesentlicher Arbeitszweig zu Ende gegangen. Es war immerhin der Auslöser, der geistliche Auftrag am Anfang, sich des Elends dieser in Krankenhäusern unversorgter Babys anzunehmen. Alexandra ist zur Zeit im Mutter-Kind-Zentrum in Nachtschichten tätig.

2010

Dez 2010: Ist die Arbeit im MKZ weiter erforderlich?

Ist die Arbeit im MKZ weiter erforderlich?

Ist die Arbeit im MKZ nach vier Jahren mit inzwischen 50 Müttern und deren Kindern weiter erforderlich? Das haben wir uns in diesem Herbst gefragt und kommen zu folgendem Ergebnis: In Rumänien fallen ledige Mütter in die absolute Einkommenslosigkeit (außer etwas Kindergeld). Unterstützung von Familien bleibt oft aus wegen geringen Familieneinkommens oder Unwillens. Wir haben es miterlebt: Gott verschafft den Armen mit Zuwendung eine neue Chance, neue Ziele, und in vielen Fällen eine Erneuerung des Herzens.

Wenn Sie die teils schweren Einzelschicksale im Newsletter lesen, dann zeigt das auch, was die Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen, Psychologin bewältigen sollen. Denn natürlich kann man weder Schicksale, noch Charaktere noch Sozialperspektive einfach „umbiegen“. Alle im Team geben Frauen und Kindern ihre Zuwendung, berichten aus eigener Lebenserfahrung mit Jesus und trainieren unverdrossen gegen die jeweiligen Defizite der Anvertrauten planvoll an. Das ist eine nervenanspannende, oft ermüdende Arbeit.

Lebenszeichen bietet fallweise eine Betreuung in einem kleinen Kita-Raum (0 – 7jährige) an, mit Marta als Erzieherin. Wenn die Mutter arbeitet, und besonders, wenn das Kind Unterstützung in seiner sozialen Entwicklung braucht, ist eine besondere Beschäftigung angebracht, oft mit der Psychologin.

Wie ist der Stand und wie geht es weiter?

Grundstück in Tunari

Gott segnet das Werk in Bukarest und wir beten darum, dass das so bleibt. Einerseits ist es eine wirklich traurige Situation. Wir mussten vor kurzem mit ansehen, wie die von uns betreuten Babys im Krankenhaus CARITAS in ein anderes Krankenhaus gebracht wurden, weil das CARITAS abgerissen wird. In dem neuen Krankenhaus haben wir aber keinen Zugang mehr. Vielleicht werden die Babys dort ja versorgt und brauchen unsere Hilfe nicht mehr?

Andererseits beschäftigen wir uns aktuell mit der Frage nach einer Veränderung unserer Konzeption. Möglicherweise ist dazu der Bau eines neuen Mutter-Kind-Zentrums mit Übergangswohnungen etwas außerhalb von Bukarest in Tunari notwendig. Der Umzug in dieses neue Gebäude und der Verkauf bzw. die zwischenzeitliche Vermietung des bisherigen „Mutter-Kind-Zentrums“ muss organisiert und finanziert werden. Sobald wir neuere Informationen haben, werden wir über den Newsletter und den Infobrief weiter berichten und sie auf dieser Webseite bereitstellen. Sehen Sie sich auch den obigen Videofilm an, der über Ursprung und Zweck des Mutter-Kind-Zentrums berichtet. Die Leiterin Emanuela Chiritescu und junge Mütter, die im Zentrum waren, kommen zu Wort und teilen uns mit, was „Lebenszeichen“ für sie bedeutet. Dieser Film, den Sie auch über die Infothek beziehen können, ist gut geeignet, um Gemeindeglieder, Freunde und Bekannte mit der Arbeit eines Mutter-Kind-Zentrums vertraut zu machen. Bitte beten Sie als Leser für die richtigen Entscheidungen für die jungen Menschen mit ihren Babys in Bukarest!

Außenwohngruppe

Heute war ein Gespräch mit einer jungen Mutter, die noch drei Jahre in einer Pflegeschule lernt und daneben in einer Sicherheitsfirma in Tag- und Nachschichten arbeitet. Sie hat ein drei Jahre altes und ein wenige Wochen altes Kind. Der Ehemann ist ständig gewalttätig, auch gegen das Baby. Sie braucht keine Schulungen durch ein MKZ. Ihre Mutter hat ihr bisher mit etwas Geld ausgeholfen. Nun wurde die Mutter arbeitslos. Wir werden ihnen dabei helfen, in einigen Monaten mit der Mutter in eine Hütte ohne Elektrizität, mit gestampftem Boden zu ziehen, sobald sie etwas gespart hat. Sie hat das klare Ziel vor allem die Ausbildung zu beenden.

Dafür ist es gut dass wir im Haus gegenüber Platz haben. Die Mutter kann sich um die Kinder kümmern und kochen. Wir werden etwas beisteuern, wenn das wenige verdiente Geld nicht ganz reichen sollte.

Lange schon suchen wir Wohnungen als Außenwohngruppe, oder um mal einer Mutter in großer Not, die aber kein MKZ Programm braucht, eine Zeitlang helfen zu können. Anfang Oktober haben wir gebetet und beraten, was wir an dem doch zweifelsfrei von Gott gesegneten Werk ändern sollten oder nicht. Die Antwort kam prompt! Nur wenige Tage später kam die Eigentümerin des genau gegenüber liegenden Hauses und fragte uns, ob wir das Haus mieten möchten. Und ob wir wollten (!) – es fehlt nur das Geld für das ganze Haus.

Also haben wir gesagt: Von den zwei ausgebauten Etagen mieten wir das Erdgeschoss (120 qm) zu 400 € und die Tiefgarage (120 qm) zu 180 € zunächst für sechs Monate.

Kaum ist die Etage Haus gemietet, kommt der erste Fall, der so sehr unserer Vorstellung entspricht. Wir können Müttern die Gelegenheit geben, etwas Neues selbst aufzubauen, wofür sie eine Übergangswohnung brauchen. Und das Baby ist sicher.

Dez 2010: Mütter und Kinder

Mütter und Kinder

Mariana war im September aus dem Haus geflohen. Der 19jährige Vater des Kindes, ein Schüler, fühlte sich jedoch überfordert, Vater und Teil einer Familie zu sein. Darüber hinaus wollte seine Familie von einer Beziehung nichts wissen. Es gibt eine gute Wendung: Beide wohnen jetzt bei seiner Großmutter, nachdem unsere Sozialarbeiterinnen ihn überredet hatten, mal bei einer Sonaruntersuchung dabei zu sein, um sein Kind schon vor dessen Geburt zu sehen. Das half. Obwohl die „eiserne Regel“ gilt, wer wegläuft, bekommt danach keine weitere Hilfe mehr, suchen wir nach einem Weg, den jungen Leuten zu helfen…

Zur Zeit sind sechs Frauen da. Die siebte, Georgina, hat uns schnell wieder verlassen müssen. Wir hatten sie mit Mirela als Notfall aufgenommen. Das Kind wurde krank und sie war mit dem Kind im Krankenhaus. Währenddessen kam die gesamte Roma-Familie ihres Ehemannes dorthin und hat sie und das kranke Kind gleich mitgenommen.

Von den sechs Frauen ist Elena mit ihrem fast 2jährigen Cristian bei uns. Ihr Mann ist psychisch krank und war lange im Krankenhaus. Der Vermieter kündigte den Vertrag, die Frau war mit Kind plötzlich hilflos.

Roxana ist 32 Jahre alt, hatte in 8 Jahren 19 Jobs, bemüht sich also sehr, immer wieder Arbeit zu finden. Ihr Freund, ein 23jähriger Jura-Student lebt in seiner reichen Familie, welche Freundin und Kind verstoßen hat und nichts zum Unterhalt beisteuert. Sie hatte gehofft, das Baby würde seine Einstellung verändern. Sie überlegt nun, gegen den Vater auf Unterhalt zu klagen.

Nicoleta ist zu Hause das 7. Kind. Nachdem sie ein Baby bekam, wurden beide verstoßen, weil die Familie dadurch „zu groß“ wurde. Ein Rechtsanwalt fand die scheue Frau auf der Straße, nahm sie auf und suchte für sie eine Bleibe. Über das Internet fand er Lebenszeichen …

Mit der minderjährigen Adina rechnen wir nach Weihnachten. Sie ist in einer christlichen Jugendeinrichtung, wo aber Mütter mit Babys nicht bleiben dürfen. Seit drei Monaten geht nun Schriftwechsel zwischen Behörden hin und her. Jetzt sind sich alle einig, sie kommt nach Weihnachten. Sie ist schulpflichtig und suchen einen Platz in der 11. Klasse. Im Februar wird sie 18 Jahre alt.
Verdruss vieler Frauen, die derzeit im MKZ sind, wirkt sich auf die Beziehung zum Kind aus, weil es eben „Teil des Vaters“ ist. U.a. zeigt sich das daran, dass sie nicht auf beständiges Wachstum der Kinder achten. Daran arbeiten Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologe zur Zeit intensiv.

Dez 2010: Backkurs für Weihnachtsplätzchen

Backkurs für Weihnachtsplätzchen

Am 07. + 08. Dezember hat Gunhild Hedfeld einen Backkurs für (deutsche) Weihnachtsplätzchen gehalten. Alle sechs Mütter haben gut und gerne mitgemacht. Hier sind Kostproben (zum Ansehen).

Bitte helfen Sie uns weiter mit Geld und Gebet für Mitarbeiter, Mütter und Kinder.

Nov 2010: Seminar einer britischen Kinderpsychologin

Seminar einer britischen Kinderpsychologin

Am 29. + 30.11. nahmen 25 Mitarbeiter verschiedener Mutter-Kind-Zentren, Kinderstationen von Krankenhäusern und Jugendämtern bei uns an einem Seminar einer britischen Kinderpsychologin teil.

Okt 2010: Entwicklung des MKZ im Sommer

1. Entwicklung im Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) im Sommer

Im Sommer verlässt jeder, der kann und darf, für vier Wochen Bukarest. Diesmal waren auch unsere drei Mütter in den Bergen bei Breaza in den südlichen Karpaten. Dort haben die Eltern von Emanuela Chiritescu ein eigenes im Wald liegendes Freizeitheim errichtet, das sie schon seit jahrzehnten für Kinder- und Jugendfreizeiten und für Ausflüge bereithalten.

Auf dem Bild sitzen vor dem Haus zwei Mütter, beide Cristina mit Vornamen und die schwangere Mariana, mit der Sozialarbeiterin Tatiana und (vorn) unserer freiwilligen Helferin Rebekka Lang.

Rebekka hat uns sechs Woche lang geholfen, dafür sind wir ihr sehr dankbar. Frauen wie sie, die gut Englisch können und Zeit für Lebenszeichen erübrigen können , sind uns dort sehr willkommen.

Hier bastelt sie mit Cristina, die mit ihrer Tochter Juliana nach dem Ende der Freizeit das MKZ verließ und mit ihrem Freund ein gemeinsames Leben aufzubauen, auf das sie sich freuen. Sie waren beide „verlassene Babys“ gewesen und sind im Waisenhaus aufgewachsen. Beide sind jetzt auf das gemeinsame Leben durch Lebenszeichen besser vorbereitet. Wir können Rebekka über ihr Erleben selbst zu Wort kommen lassen:

„Auf eine eher spontane Anfrage kam sehr schnell die Antwort, und ich habe zugesagt ohne eine wirkliche Vorstellung von Rumänien und der Arbeit zu haben. Allerdings ist mir das erst später wirklich bewusst geworden, als ich in Bukarest vom Flughafen abgeholt wurde und mir im Auto auf dem Weg nach Breaza in den Bergen, wo ich den August verbringen sollte, klar wurde, dass ich kaum etwas über Geografie, Gepflogenheiten oder Sprache Rumäniens wusste. Tatsächlich lernte ich meine ersten Worte Rumänisch auf dieser Autofahrt: „Buna ziua“ – Guten Tag und „Buna dimineata“ – Guten Morgen. Viele weitere folgten in den nächsten Tagen und Wochen, da die Sozialarbeiterin, die mit zwei Müttern und einer Schwangeren in Breaza war, kein Englisch sprach und nur Mariana, die schwangere Frau, für mich übersetzen konnte. Es war aber eine tolle Erfahrung zu erleben, wie wohl ich mich unter den Frauen fühlte, mit denen ich mich so schlecht verständigen konnte, manchmal habe ich wirklich vergessen, dass wir nicht dieselben Sprachen sprechen.“

Nach dem Einsatz schrieb Rebekka, sie habe den Eindruck gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingesetzt zu sein. Und den Eindruck haben wir auch! Vielen Dank, Rebekka.

Nach der Freizeit im August waren dann plötzlich alle Mütter weg. Inzwischen sind Elena und Alexandra mit ihren kleinen Kindern und die schwangere Roxana bei uns, die in diesen Tagen ihr Baby erwartet.

2. Betreuung von neu geborenen Kindern im Krankenhaus

Wir sind weiter im Krankenhaus vollzeitlich tätig. Jeder, der die Situation dort sieht, ist so erschrocken wie Rebekka:

„So gibt es Zimmer in den Krankenhäusern, in denen nur verlassene Babys liegen und das auch über Monate hinweg. Ich konnte einmal mit auf eine Station gehen und die Kinder sehen. Schön war, dass die Mutter eines der Babys sich nach vier Monaten doch dazu entschieden hatte, ihr Baby nach Hause zu holen und gerade zu Besuch war. Trotzdem muss man sich das mal vorstellen: Das Kind ist vier Monate alt und hat in dieser langen Zeit nie das Krankenhaus verlassen, in dem es geboren wurde!“

2010: Ehepaar Louis im MKZ

1. Veranstaltungen im Mutter-Kind-Zentrum

DAS Ereignis des März war der Besuch von Ehepaar Louis aus  der FeG Aachen. Marlies Louis hat wieder einen Malkurs durchgeführt. Man müsste jetzt einen Bildkalender zeigen, aber hier ist mal ein Bild. Lebenszeichen sagt ganz herzlich danke!
Vom 12.-14.03. haben Emanuela Chiritescu und die beiden Sozialarbeiterinnen an einem christlichen Seminar über Gesprächsführung, besonders in Konfliktfällen teilgenommen, das Pro Vita angeboten hat. Pro Vita möchte jetzt (endlich) mehr mit Lebenszeichen zusammen arbeiten. Vom 10. bis 17.04. wird eine britische Krankenschwester mit ihrer Gruppe wieder einen Erste-Hilfe-Kurs für Mütter und Mitarbeiter durchführen.

2. Zusammenarbeit mit Jugendämtern und Krankenhäusern

Wie ging es weiter mit der Anfrage des Direktors des Jugendamts von Sector 6 auf Übernahme der Babypflege im Krankenhaus Panait Sarbu? Das sollte in einem Treffen mit Jugendamt, Krankenhaus und Lebenszeichen geklärt werden. Plötzlich fehlte der Direktor, der das Treffen anberaumt hatte. Das Krankenhaus erklärte, sie wollten nur für die monatlich ausscheidenden ca. fünf Mütter ein Start-Paket mit Windeln, Milch, Babynahrung, Babyshampoo, -öl und -tücher. Das stellen wir gerne zur Verfügung. Es darf von Lebenszeichen Beratung und Aufnahme im MKZ angeboten werden, wenn die Mutter und wir wollen. Es sind Hinweise von uns auf Plätze in Pflegefamilien erwünscht, wenn wir davon erfahren. Und dann geht es dringend um Kleidung für Kleinkinder und Kinder in 90 (!) Pflegefamilien. Die Kleidung ist teuer, das Pflegegeld sehr gering. Damit die Pflegeplätze nicht zurück gegeben werden, ist Hilfe nötig. Das kann eine Aufgabe für Gemeinden werden. Christoph Lantelme vom Auslandshilfe-Lager nimmt die Sachen an.

3. Armenhilfe kann auch Schmerzen bereiten

Am Freitag, 19. März, hat Lebenszeichen wieder arme Familien unterstützt. Unsere Sozialarbeiterinnen Claudia und Tatiana bereiten mit Emanuela diese Ausgabe immer penibel vor, nach Namen und für jede Familiengröße separat. Am Nachmittag geschah leider Böses. Eine sehr große und starke Frau mochte sich nicht am Schluss der Warteschlange einreihen und boxte sich durch die Menge nach vorn durch. Vielleicht befürchtete sie, nichts mehr oder nicht genug zu bekommen. Tatiana ließ immer nur so viele Familien ein, wie im Haus überwacht werden können. Dann kämpfte die Frau mit Tatiana um das Öffnen der Tür, wobei Tatiana mit ihrem Finger in die Tür geriet und ein Finger wurde sehr gequetscht, offen bis auf den Knochen, der noch mehrfach brach. Tatiana wurde ins Krankenhaus gebracht, geschient, genäht. Und jetzt hoffen und beten wir, dass die Wunde heilt. Natürlich fragen sich nun die Mitarbeiter, ob das eine für sie zu gefährliche Arbeit ist, die sie ja freiwillig tun. Wir wollen das aber nicht aufgeben und suchen nach einem sicheren Ablauf. Bitte helfen Sie uns weiter mit Geld und Gebet für Mitarbeiter, Mütter und Kinder.

2009

Mai 2009: „Lebenszeichen“ – Mutter-Kind-Zentrum

„Lebenszeichen“ – Mutter-Kind-Zentrum

(Mai 2009) Die Entwicklung in unserem Mutter-Kind-Zentrum in Bukarest gibt viel Anlass zur Freude und Gebet. Bei dem letzten Besuch von Jürgen Hedfeld und mir Anfang Mai haben wir ein volles Haus angetroffen.

Mütter

Zurzeit sind dort acht Mütter mit insgesamt 12 Kindern. Zwei Mütter haben zwei Kinder, 1 Mutter hat sogar drei! Bisher waren wir auf maximal 16 Personen eingerichtet.

Es ist wirklich lebhaft geworden! Aber es ist trotz allem eine gute Atmosphäre. Die Mütter sind sehr dankbar für die Möglichkeit, bei zu sein. Und sie haben es uns in einem handgeschriebenen Brief geschrieben:

Ja, das ist unser Gebet, dass die Mütter dieses Haus als einen Beitrag Gottes zu ihrem Leben begreifen.

Es sind nicht nur junge Mütter mit ihrem ersten Baby bei uns, die wir davon abhalten, ihr Kind auszusetzen. Einige der Frauen haben mit dem Vater des Kindes bei dessen Eltern gelebt. Sie sind verheiratet oder dort lediglich geduldet. Wenn nun ein Kind oder eins zu viel kommt, dann werden die Frauen davon gejagt. Einfach so, ohne rechtliche Folgen. So kam im Februar die verheiratete 32jährige Dorinita, die neben ihrem neugeborenen Florin noch einen 5jährigen Denis und einen 3jährigen David mitbrachte. Niemand hilft ihr bei einem Neuanfang. Es gibt keine Unterhaltszahlung, keine Unterkunft, keine Zeit für Arbeit, um Geld zu verdienen. Natürlich gibt es kaum staatliche Hilfe. Deshalb ist es wertvoll, wenn wenigstens für kurze Zeit Hilfe und Neuorientierung anbietet.

Raluca, die einen fast 3jährigen Antonio und eine fast 2jährige Annalya mitbrachte, geht arbeiten, wir finanzieren einen Kinderhort in der Nachbarschaft, man muss ja mit irgendetwas anfangen, und das Geld ist gut angelegt, um Kinder aus der Isolierung zu holen….

Alina ist erst 17 Jahre alt, ihre Adriana wurde im Juli 2008 geboren.

Zwei Mütter waren schon in einem anderen Haus und sind dort weggegangen. Unsere Mitarbeiter wollten nicht resignieren, sondern sie besonders gern annehmen. Und sie sind immer noch da und finden zu sich und ihren Kindern!!

Wir hoffen, dass drei Frauen uns bereits Ende Juni wieder verlassen können, weil sie auf eigenen Füßen stehen können. Einigen werden wir eine Zeitlang einen Zuschuss zur Miete geben, anderen Wohnungseinrichtung anbieten, allen aber wohl auf lange Zeit „Pakete zum Leben“ und Beratung, wenn sie gewünscht ist.

Die Mütter haben auch in diesem Jahr viele Maßnahmen erhalten. Z. B. brauchen wir wieder Nähmaschinen, weil einige Mütter die bisher genutzten mitgenommen haben, um ihre Kleidung bearbeiten zu können. Sie haben es alle sehr gern gelernt. Und natürlich muss man Kochen lernen.

Daneben gab es auch die schönen Dinge wie Ostereierfärben.Übrigens: Am 30.03.2009 kam die dreißigste Mutter ins Haus. Da war das Haus seit 2,5 Jahren in Betrieb. Wir stellen zunehmende Nachfrage nach solchen Plätzen fest, aber der Staat kürzt sein Sozialbudget zurzeit so radikal, dass wir kaum noch anteilige (kleine) Kostenerstattungen bekommen können.

Wir müssen unseren Finanzierungsanteil 2009 weiter erhöhen, denn die Anzahl der Mütter und Kinder steigt, die Preise sind enorm gestiegen, aber die staatlichen Zuschüsse fallen.

Mitarbeiter

Unser Team sieht sich bei den zahlreichen Müttern, Babys und Kindern sehr verschiedenen Anforderungen ausgesetzt. Schließlich ist es auch noch ein höherer Lärmpegel, in dem die Arbeit mit unverminderter Nervenkraft getan wird. Denn eine genervt aussehende Erzieherin hat wenig Erfolgsaussichten, wenn sie Mütter beruhigen und anleiten will.Wir brauchen weiterhin Unterstützung durch Helferinnen, FSJ’lerinnen aus Deutschland. Im Juli geht Emanuela Chiritescu mit Müttern und Kindern wieder in das etwas rustikale Freizeitheim in den Bergen der Karpaten. Während dessen sollen die Mitarbeiter Betriebsurlaub machen. Mit so wenigen Mitarbeiterinnen lässt sich eine längere Zeit mit Abwesenheiten nicht überbrücken. Im letzten Jahr hatten wir zwanzig Prozent weniger Mitarbeiterkapazität durch Abgänge, Krankheiten, Schwangerschaften. Das war eine fürchterliche Zerreißprobe, denn Emanuela Chiritescu hat selbst viele Ausfälle mit Überstunden und „Übertagen“ ausgeglichen. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind in einem Land, in dem Löhne so viel geringer sind als in Deutschland, nicht zu finden. Alle bemühen sich um zusätzlichen Verdienst, und jetzt müssen sie es noch mehr, denn die Wirtschaftskrise trifft die neuen EU-Länder noch viel härter als uns.

Man freut sich bei immer, wenn die Kinderärztin Meike W. aus Dortmund für einige Tage kommt, um Mütter und Babys zu untersuchen, zu beraten und ggf. Behandlungen vorzuschlagen. So war es auch wieder im April.

Veränderungen am Haus

Der Winter war auch in Rumänien sehr kalt und bei Gaspreisen, die den Preisen in Deutschland entsprechen, sehr teuer. Teilweise wurde es in den Zimmern nicht mehr als 19 Grad warm. Das ist für Kleinkinder viel zu wenig. Wir wollen jetzt im Sommer das Haus von außen mit einer Wärmeisolierung versehen und neue Isolierglasfenster mit wärmegedämmten Rahmen einbauen lassen. Diese Maßnahmen werden uns ca. 22.000 Euro für die Isolierung und 7.500 Euro für die 18 Fenster und die Türen kosten. Vor zwei Jahren schon haben wir mit großzügiger Unterstützung eine neue Heizungsanlage eingebaut, die viel geringer im Verbrauch ist, aber auch kleiner dimensioniert. Jetzt muss die Isolierung dazu kommen, die ja auch im Sommer gegen die große Hitze hilft.braucht dafür Spenden außer der Reihe.

Helfen Sie uns bitte weiter mit Gebet für die Mitarbeiterinnen und Mütter. Und wenn es uns gelingt, genug Spenden zu bekommen, kann die Arbeit weiter gehen. Wir wissen, dass viele Organisationen mit geringeren Spenden rechnen müssen als bisher. Und wir wissen auch, dass wir die Arbeit nur so lange tun können, wie uns die finanzielle Basis gegeben ist.

Den Dank der Mütter und der Mitarbeiter, der ja in ihrem Brief an uns in Deutschland gerichtet ist, gebe ich hier gerne weiter. Wer nähere Informationen zu dem Projekt erhalten möchte, kann den Newsletter herunterladen.

Mär 2009: Bericht über die letzten Monate und neue Lage: Erfolg?

Bericht über die letzten Monate und neue Lage: Erfolg?

März 2009

  • Nach 2 ½ Jahren sind wir nun zertifiziert! Akkreditiert sind wir ja schon  seit fast 2 Jahren.
  • 29 Mütter wurden in 2 ½ Jahren aufgenommen und nach Æ 4 Mon. + 20 Tagen wieder „sozial eingegliedert“ (b.a. wenige Ausnahmen).
  • Mehrere Wechsel im MA-Team wurden gut gemeistert, wir sind noch einig und geistlich gesehen, Zeugen der Liebe Jesu.
  • Krankheiten schwächten unsere notwendige Zeit und Kraft. Einige bleiben körperlich beeinträchtigt. Das lehrt ständig zu beten.

Für die Mütter entwickelte Aktivitäten zur Zeit:

  • Computer-Kurse 2 x wöchentlich;
  • Massage-Kurs 1 x wöchentlich;
  • Englisch-Kurs 1 x wöchentlich;
  • Bibel-Stunde 1 x wöchentlich;
  • Baby-Club 1 x wöchentlich;
  • Workshops zu Themen nach Wunsch;
  • ein Nähkurs ist geplant, aber die Zeit dafür fehlt

Was uns noch beschäftigt:

  • Die Kosten für so viele Menschen sind viel höher als bisher. Die Jugendämter streichen aber die Unterstützung; wir bekommen nur noch für 2 Frauen je 3 € /Tg für Mutter mit Baby.
  • Die Heizung reicht in kalten Wintern nicht aus, nur 19 Grad! Wir haben die Fenster mit Decken isoliert! Das Haus muss Isolierung an Wänden und Fenstern haben.
  • Unsere Geduld wird z.Zt. sehr strapaziert. Es ist bei so vielen Menschen sehr laut im Haus. Die meisten Mütter haben keine gute Erziehung genossen, mussten nie Rücksichtnahme lernen und mögen keine Hausordnung.
  • Nur eine Waschmaschine und ein Trockner sind zu wenig. Einige gespendete waren alt und kaputt!

Wir wünschen uns:

  • Die Hilfe Gottes in vielen schwierigen Situationen des Streits der Mütter untereinander, um schlichten und beruhigen zu können.
  • Hilfe für die Mütter mit älteren Kindern, die deshalb nicht arbeiten gehen können. Oder wir hätten Geld für Kindergartenplätze für die älteren Kinder!!
  • Kraft für Zuwendung an Alina und Georgiana, sie sind erst 17 + 18 Jahre alt. Es fehlt ihnen selbst an Liebe, bevor sie in der Lage sind, ihre Babys zu lieben.
  • Wir brauchen freiwillige Helferinnen und bezahlbare Wohnungen für sie in der Nachbarschaft.
  • Wir brauchen Spenden, die kommen von Menschen, nicht aus dem Himmel. Und wir brauchen Beter!

2007

Okt 2007: Lebenszeichen – ein Leuchtturm mitten in Bukarest

Lebenszeichen – ein Leuchtturm mitten in Bukarest

Mitte Oktober 2007 war das ! Das erste Jahr, das immer schwierig ist, voller Zweifel, ob man es richtig macht oder wenigstens gut genug. Am 31. Oktober haben wir mit dem Mitarbeiterteam den ganzen Tag im Gemeindehaus zusammen gesessen, und haben über alle zwölf Mütter mit ihren Kindern gesprochen, besonders von den zehn Frauen, die unser Zentrum inzwischen verlassen haben. Wir haben eine Reihe guter Ergebnisse feststellen können. Und wir haben das Licht des Evangeliums Frauen und Kindern nahe bringen können, die das vorher nie erfahren haben.

Traurig hat uns gestimmt, dass die erste Mutter (Daniela M.), die wir mit ihrer neugeborenen Irina am 11. Oktober vorigen Jahres aufgenommen hatten, wieder auf der Verliererseite gelandet ist. Es hat aber nicht an ihr gelegen. Aber der Vater ihrer Tochter hat ihr Leben beherrscht, und sie hatte keine Kraft dagegen zu halten. Trotz aller guten Fortschritte, die sie im Zentrum gemacht hatte. Sie hat ihre nun ein Jahr alte Tochter auf einer Polizeistation abgelegt. Die Wohnung, die sie mit unserer Hilfe eingerichtet hatte, haben sie verlassen. Man sagt, sie gingen wider betteln…Für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Daran halten wir uns. Es gibt viele, die jetzt für sie beten. Helfen Sie auch mit?

Aber es gibt auch die guten und sehr guten Erfahrungen. Wenn eine Familie das frühere Hausverbot für ihre Tochter revidiert und sie mit ihrer kleinen Tochter Andreea wieder aufnimmt, nachdem sie den Vater ihres Kindes (endlich) verlassen hat.

Oder da war eine andere junge, ledige Frau, Ionela, von ihren Eltern schlecht behandelt wegen ihrer Schwangerschaft. Sie wollten sie zwingen, ihr Baby Erika zur Adoption freizugeben, aber sie liebte ihr Baby und wollte es behalten. konnte helfen, die Beziehung zu den Eltern wieder ins Positive zu kehren. Sie kehrte nach drei Monaten dorthin zurück, sie konnte noch das Studium abschließen, welches ihr so wichtig war und fand dann auch Arbeit.

Von Mirela und dem Leben im Haus ihrer Großmutter habe ich schon beim letzten Mal berichtet. Sie hatte eigentlich ihren kleinen Sohn Viorel verlassen wollen. Und hat sich in unserem Zentrum in ganz kurzer Zeit zu einer fürsorglichen Mutter entwickelt, die ihr Kind liebt.

Auch Roxana hat nach kurzer Zeit die Einrichtung wieder verlassen, um mit dem Mann, der sie geheiratet hat in der neuen gemeinsamen Wohnung zusammen zu leben. Beide sind 19 Jahre lang im Kinderheim aufgewachsen, haben dann 7 Jahre auf der Straße gelebt. Und jetzt hat er zwei Arbeitsstellen angenommen, um für die Familie zu sorgen, zu der die kleine Tochter Sara gehört. Wir helfen ihnen weiter mit Sachspenden und Beratung.

Zurzeit sind vier Mütter mit Babys im Haus. Demnächst nehmen wir auf dringende Bitte eines Jugendamts eine 14jahärige Mutter auf – falls sie auch will.

Ein Ereignis besonderer Art war sicher, dass Mütter und zwei Erzieherinnen mit der Leiterin Emanuela Chiritescu drei Wochen lang in einem Freizeitheim in den Bergen der Hitze in Bukarest enthoben waren und Gemeinschaft besonders intensiver Art erfahren haben. Sie sind ganz begeistert zurück gekommen.

Weiter werden im Krankenhaus Babys versorgen. Es werden nicht weniger, nur wird alles mehr als früher vor der Öffentlichkeit versteckt. Sieben Babys aus dem Krankenhaus haben wir in Pflegefamilien vermittelt und helfen ihnen auch weiter.

Es lohnt sich, für die Arbeit zu beten. Und wenn Sie mögen, auch zu spenden. Spendenstichwort „Lebenszeichen“.

Mai 2007: Ereignisse im Mutter-Kind-Zentrum im Frühjahr 2007

Ereignisse im Mutter-Kind-Zentrum im Frühjahr 2007

Mai 2007

  • Ende Februar hat das Mutter-Kind-Zentrum (endlich) die staatliche Anerkennung erhalten!
  • Am 21. Februar, Valentinstag gab es für die Mütter einen ausgedehnten Festtag mit Erarbeitung wertvoller Begriffe und Aussagen zu Glaubensgrundlagen
  • Im März hatten wir die Freude, dass Frau Dr. Meike Wetzling (FeG Dortmund) eine Schulung für Mitarbeiter und Mütter durchgeführt und die Babys untersucht hat.
  • und Frau Marlies Louis ( FeG Aachen) einen Malkurs durchgeführt hat , der allen sehr viel Freude gebracht hat.

Und im April:

  • Am 6. April fand das große Ostereierfärben statt. Das brachte nicht nur Gemeinschaft und Zusammenarbeitstraining, sondern viele schöne Resultate.
  • Am 14. April gab es einen Tagesausflug mit Picknick auf einer großen Wiese außerhalb Bukarests.
  • Am 24. April wurde ein Nähkurs veranstaltet.

Für den 20. – 27. August ist eine Freizeit in den Bergen der Walachei geplant.

Außerdem brauchen wir noch weitere Sachspenden, wie

  • 5 Babytragen zum Aufklappen und 4 „normale“ Tragen
  • 5 Babywannen mit Gestell
  • Bettlaken für Babybetten, die an der Matratze befestigt werden können
  • Waschbare Winter-Oberdecken für Babybetten
  • 5 Brot-Toaster, 5 Sandwich-Toaster
  • 5 Küchenmixer, auch gern andere, handbetriebene Küchengeräte
  • 6 CD-Player mit Lautsprechern, damit die Babys Musik hören
  • Kinderkleidung für 2 – 3Jährige in Pflegefamilien (denn die Kleinen werden älter!)
  • Töpfe und andere Küchenutensilien; die benutzen wir als Belohnung für gute Fortschritte im Lernprogramm

Diese Sachen müssten zum neuen Lager der Auslandshilfe in Dillenburg-Wissenbach, Birkenweg 10 – 12, geschickt werden.

Am 28. April fand auch der Frauentag des Bundes in Marburg statt. Dort berichtete Emanuela Chiritescu, Leiterin von „Lebenszeichen“, persönlich über die Einrichtung. Es gab eine sehr gute Aufnahme und die Frauen haben für „Lebenszeichen“  geopfert.

Ab Mai wird im Mutter-Kind-Zentrum durch Verzicht auf zwei von zehn Plätzen eine Kindertagesstätte in zwei Räumen eingerichtet, damit Mütter zur Schule oder zur Hochschule oder zur Arbeit gehen können, und die Babys versorgt werden können.

Inzwischen sind die ersten drei der aufgenommenen Mütter wieder aus dem Zentrum zurückgegangen in ihre Familie oder in die Partnerschaft. Wir bieten ihnen aber regelmäßige Besuche zur Beratung im Zentrum an oder die Aufnahme ihrer Kinder an Wochentagen, wenn sie Arbeit aufnehmen werden.

Die Mitarbeiterinnen geben sich alle erdenkliche Mühe, für Leib, Seele und Geist neue, bisher nicht gekannte Stärke zu vermitteln, damit Leben gelingen kann.

Bei den Pflegefamilien hat eine inzwischen den langen Prozess zur Adoption des von uns unterstützten Kindes abschließen können. Das ist ein gutes Ende für das Kind geworden, das vor anderthalb Jahren hilf- und perspektivlos im Krankenhaus gelegen hatte.

Feb 2007: Staatliche Anerkennung!

Staatliche Anerkennung !

Ende Februar 2007
Liebe Freunde der Auslandshilfe,

eigentlich für letzten November geplant, tagte heute das nationale Gremium Rumäniens, welches mit der Anerkennung gemeinnütziger sozialer Einrichtungen befasst ist. Im letzten Herbst hatte „Lebenszeichen“ mehr als 40 Seiten an Beschreibungen, Bestätigungen, Nachweisen zusammen gestellt. Eine Sozialarbeiterin saß mehrere Wochen an dem Werk.

Immer wieder wurde ein Beratungstermin verschoben, heute war es soweit: Ohne irgendwelche Einschränkungen und Auflagen wurde „Lebenszeichen“  die staatliche Anerkennung erstmals verliehen; „Akkreditierung“ heißt es dort. Diese anerkannten Einrichtungen haben aber jährlich Verlängerungen zu  beantragen. Denn nicht alle Anträge oder Verlängerungsanträge werden gebilligt.

Wir sind natürlich mächtig froh und danken Gott, dass es immer weiter bestätigende Zeichen für den Auftrag in Bukarest gibt. Und die Mitarbeiter sind natürlich ach froh, dass damit ihre Weiterbeschäftigung gesichert ist!! Und – wir hoffen – die Mütter sich auch froh bleiben zu können.

Es gibt auch noch einen weiteren Anlass zur Freude: Angeblich erfüllte die Satzung nicht die Anforderungen, um eine Befreiung von der Grundsteuer für das Mutter-Kind-Zentrum zu bekommen, was seit diesem Jahr möglich ist. Heute wurde der Antrag doch genehmigt, und wir sparen, wenn auch nur 1.000 EUR im Jahr. Aber auch darum bemühen wir uns natürlich.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Hedfeld

Feb 2007: Lebenszeichen – Das Ziel ist erreicht

Lebenszeichen – Das Ziel ist erreicht!

Das von der Auslandshilfe finanzierte Mutter-Kind-Zentrum soll Müttern aus Bukarest und Umgebung die Chance einräumen, nach der Geburt ihr Kind nicht zu verlassen, sondern eine gemeinsame Chance zu suchen. Nun gibt es jedes Jahr Hunderte (Tausende?) von Müttern, die ohne Baby aus der Entbindungsstation von Krankenhäusern verschwinden. Lebenszeichen hat dagegen nur zehn Plätze anzubieten. Lohnt sich das denn überhaupt? Ja, wir selber sehen es auch für lohnend an, dass Gott sich um mich Einzelnen kümmert, und dass wir einen „Nächsten“ lieben sollen, nicht eine anonyme Gruppe.

Es ist soweit: Wir haben das Haus, wir haben seit einigen Wochen die gläubigen Mitarbeiter und haben seit Mitte Oktober die ersten beiden Mütter mit ihren Kindern! Das ist eine große Freude, denn nun ist das Konzept vollständig in Gang gesetzt. Jetzt wird über die Aufnahme weiterer Frauen verhandelt und es läuft der Antrag auf staatliche Anerkennung. Es gibt immer wieder Verzögerungen bei den notwendigen behördlichen Vereinbarungen, der Zeitaufwand ist außerordentlich hoch, sonst wären schon mehr Mütter da. Andererseits sind wir flexibel, auf verschiedene Anfragen einzugehen und müssen nicht einfach einen „Fall“ vom Jugendamt übernehmen. Wir können prüfen, ob die Chancen auf Erreichung einer Wiedereingliederung in ein selbstständiges Leben hoch genug sind. Oft fehlt ja nicht viel an Hilfe, um einen sozialen Absturz zu vermeiden.

Aber jetzt kümmert sich das Team mit Hingabe um Mütter Daniela M. und Aurelia B. mit ihren kleinen Töchtern Irina und Maria. Wir hoffen, dass mit der Förderung im Haus von Lebenszeichen sich die Lebenswege stabilisieren lassen und ihnen eine bessere Zukunft bevorsteht als sie befürchteten.

Die Förderung der fünf Pflegefamilien setzt sich weiter fort. Lebenszeichen kommt für alles auf, was die Babys benötigen. Das meiste kommt dabei von der Auslandshilfe.

Die Basisarbeit (Pflege der Babys in Krankenhäusern) geht weiter. In einem Krankenhaus wurden vor kurzem die Babys alle in ein Kinderkrankenhaus verlegt. Aber schon kamen wieder neue verlassene Babys hinzu und Lebenszeichen wurde wieder gerufen.

Der geforderte Einsatz für das Projekt bei Mitarbeitern und auch bei den Müttern ist sehr hoch. Aber es steht unter der Leitung unseres Herrn Jesus Christus. Bitte beten Sie auch weiterhin um Kraft, Geduld und Liebe für alle Beteiligten. Und helfen Sie bitte auch bei der Finanzierung mit!

2006

Nov 2006: Liebe Förderer des Projektes „Lebenszeichen“

Liebe Förderer des Projektes „Lebenszeichen“ ,

November 2006
Liebe Förderer des Projektes „Lebenszeichen“ ,

nun – endlich, endlich – ist es so weit, wie es schon längst sein sollte:

Es ist geschafft! Alle behördliche Aktivität stellte sich im nachhinein als Belastung, Verzögerung heraus. Aber nun ist es gut. Das Haus ist seit ein paar Wochen gut vorbereitet gewesen, die Ablaufpläne für die Förderung der je unterschiedlichen Problemtypen sind fertig, alle gesetzlich vorgeschriebenen Stellen sind mit engagierten und zumeist berufserfahrenen Frauen besetzt, die die ersten Wochen ohne Mütter genutzt haben, um ein Team zu formen, sich aufeinander einzustellen und abzusprechen. Wir hatten ein gutes Einführungsseminar für dieses Projekt.

Die Kooperation mit dem Stadtbezirk 3, mit dem wir im letzten Jahr ein schriftlich vereinbart hatten, hat sich bis jetzt nicht ein bisschen verwirklichen lassen. Nun, nachdem wir ein eigenes Haus haben, können wir auch Stadtbezirks-überschreitend Mütter aufnehmen, und müssen nicht die nehmen, die das Jugendamt des einen Bezirks uns vermittelt. Insofern ist Freiheit nicht nur „hilfloser“, sondern auch selbst bestimmter Zustand.

Jetzt ist die Möglichkeit, die auch ergriffen wurde, die „Akkreditierung“ bei der nationalen Anerkennungsbehörde zu betreiben. Noch im Oktober sollen die umfangreichen Akten vervollständigt sein, damit wir im November möglichst akkreditiert werden. Auf Dauer dürfen die Jugendämter nur mit akkreditierten Vereinen Verträge schließen, die jetzigen beiden sind also Ausnahmen. Aber dann dürfen die Jugendämter auch (Teile der) Kosten erstatten, die uns entstehen. Aber das wollen die meisten nicht, und einige sind so arm, besonders außerhalb Bukarests, die können es auch nicht. Da werden wir dann alles bezahlen müssen, das Haus, die Unterkunftskosten der Mütter und Kinder, die Gehälter der Mitarbeiterinnen (Psychologin, Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen).

Die Babys bei den Pflegefamilien, die im letzten Herbst und Anfang 2006 vermittelt wurden, gedeihen prächtig. Zwei Ehepaare haben sich zu einer Adoption entschieden!

Ich hoffe, Sie werden sich auch über die Entwicklung freuen. Wenn am 1.1.2007 Rumänien Mitglied der EU werden wird, wird die Lage der Menschen dort nicht schlagartig besser. Die Gründe, weshalb Mütter ihre Kinder im Krankenhaus zurück lassen, werden sich weiterhin nicht nach Gesetzeslage entwickeln, sondern nach Verhaltensmöglichkeiten. Wir hoffen, daran beteiligt zu sein, denn oft hilft ja schon ein wenig, um eine Lösung möglich zu machen. Denken Sie an den Friedensnobelpreis für „microfinancing“.

Freundlich grüßt Sie
Jürgen Hedfeld

Mai 2006: Mutter- und Kind-Haus in Bukarest eingeweiht

Mutter- und Kind-Haus in Bukarest eingeweiht

Mai 2006

Am 12. Mai 2006 war es endlich so weit. Der Verein „Lebenszeichen“ konnte sein Mutter-und-Kind-Haus in Bukarest einweihen. Viel Gäste waren gekommen und konnten miterleben, wie die Vorsitzende; Emanuela Chiritescu, und der Projektleiter, Jürgen Hedfeld, das Band durchschnitten. Karl Gerhard Köser überbrachte als Leiter der AUSLANDSHILFE herzliche Grüße vom Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und den Sponsoren. Die kleine Delegation aus Deutschland konnte sich davon überzeugen, dass die Spenden in ein wirklich sehr gut geeignetes Gebäude inverstiert wurden. Vereins- und Gemeindemitglieder haben enormes geleistet, um bis zur Einweihung alles fertig zu haben.

Nun ist alles eingerichtet. Zehn Mütter mit ihren Babys werden die freundlichen Zimmer beziehen können. Dort sollen sie in einem speziellen Programm auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Viele Einrichtungsgegenstände hat die AUSLANDSHILFE nach Bukarest gebracht, anderes konnte günstig vor Ort gekauft werden. (Mehr zum Haus sehen Sie weiter unten.

Bei einem besuch im Krankenhaus „Caritas“ konnten sich die deutschen Besucher noch einmal von dem ganzen Elend der verlassenen Babys überzeugen. Aber auch auch davon, welche segensreiche Arbeit dort von dem Verein „Semn de Viata“ (Lebenszeichen) geschieht.

Auch die Betreuung der Pflegefamilien ist gut angelaufen. Im Festgottesdienst der Bukarester Gemeinde am Sonntag nach der Einweihung meinte Karl Gerhard Köser in Anlehnung an Psalm 23,5 „Der Tisch ist bereit – im Angesicht vieler Feinde. Wir wünschen uns, dass die Mütter und Kinder erfahren, dass es letztlich der Her ist, der ihren Tisch deckt.“

Die Einweihung war ein Etappenziel. In Kürze kann die Arbeit beginnen. Dafür braucht die AUSLANDSHILFE auch ihre Gebete und Spenden.

Mai 2006: Bilder der Einweihung

Feb 2006: Stand der Dinge im Februar 2006

Stand der Dinge im Februar 2006

Seit über einem Jahr haben sich die Vorsitzende des Vereins, Emanuela Chiritescu, und der Projektleiter der AUSLANDSHILFE, Jürgen Hedfeld (FeG Dortmund), durch den Dschungel von Bürokratie, Ignoranz und Korruption gekämpft. Ziel war es, eine Übergangseinrichtung für Babys und Mütter zu schaffen. Verlassene Babys sollen – bevor sie in Pflegefamilien vermittelt werden können, Liebe und Zuwendung in einer familienähnlichen Atmosphäre erleben. Mütter, die ihr Kind doch angenommen haben, sollen hier für das Leben vorbereitet werden.

Nach einigen Wochen, in denen alle am Projekt Beteiligten eher niedergeschlagen waren, ist nun große Freude über die neue Entwicklung eingetreten. In den nachfolgenden Beiträgen lesen Sie, wie es aktuell mit dem Projekt in Bukarest aussieht.

Zu Konzeptpunkt 1:
Ein Geschenk für verlassene Babys

Es berührt den Besucher des Krankenhauses „Caritas“ im Sektor 3 der Millionenstadt Bukarest sehr. Da liegen so um die 20 bis 25 hilflose Babys in ihren kleinen Bettchen. Die einen schlafen, die anderen Schreien und manche sind krank.Sie alle verbindet: Mama (und Papa) haben sie verlassen. Bei einigen ist zumindest die Mutter bekannt. Aber die kann oder will ihr Baby nicht aufnehmen. Einige Mütter sind selber noch Kinder.

Und mitten in dieser Schar einige Frauen von „Semn de Viata“ („Lebenszeichen“). Diese Mitarbeiterinnen des kleinen Vereins unserer Partnergemeinde in Bukarest kümmern sich rührend um diese Kleinen. Das können sie, weil die AUSLANDSHILFE sie (teilweise) finanziert, ihnen Geld gibt für Pflegemittel und Zusatznahrung. Manchmal kommen auch Spiezeug und andere Geschenke mit dem LKW der AUSLANDSHILFE

Die Basisarbeit an verlassenen Babys in den Krankenhäusern geht also weiter. Im „Caritas“ und im „Panait Sarbu“ wurden vor kurzem die Betten geleert, die Babys sind weg. Wohin, wissen wir nicht. Aber jeden Monat kommen 3 bis 6 neue, verlassene Babys wieder hinzu.

Wir freuen uns über die Initiative einer PC-Handelskette, die uns die Finanzierung einer zusätzlichen Kraft in einem Krankenhaus jetzt zugesagt hat.

Zu Konzeptpunkt 2:
Weitere Vermittlungen in Pflegefamilien 2006

Ende Januar wurden wieder drei Babys ihren künftigen Pflegefamilien übergeben,die diese ausgewählt haben. Die Pflegefamilien haben ihre Ausbildung, Prüfung, Zertifizierung hinter sich. Und es gibt noch eine weitere Kandidatin!

Damit hat Lebenszeichen sein im März 2005 gegebenes Versprechen erfüllt, für mindestens fünf Pflegefamilien mit 5 bis 10 Babys zu sorgen. Die Pflegefamilien erhalten von uns vertraglich zugesichert: einmalig die Babyausstattung, einschließlich Bett, Tragekorb, Wickeltisch, Waschpulver, sowie monatlich Pampers, Creme, Geld für Babynahrung, Medizin, Untersuchungen und (!) Geld für die Nebenkosten des Babyzimmers. Unser Beitrag für die Kinder läuft über 24 Monate, danach übernimmt sie das Jugendamt – und wir neue Babys.

Zu Konzeptpunkt 3:
Die Mutter-und-Kind-Station

Im Dezember hatte Jürgen Hedfeld berichtet, der Bürgermeister des Stadtbezirks 3 habe völlig überraschend im November entschieden, das bereits zugesagte Haus nicht für „Lebenszeichen“, sondern für andere, öffentliche Zwecke zu verwenden. Noch im letzten März hat man es uns versprochen und im August sogar schriftlich zugesagt.

Am Tag darauf hat er uns ein alternatives Projekt angeboten, aber bis zum letzten Gespräch im Jugendamt Ende Januar gab es keinen Fortschritt in der Planung, nur Versprechungen. Das Haus hatte keinen Balkon oder Hof, Mütter und Babys müssten auf der Straße spazieren gehen, um an Licht und Sonne zu kommen. Darüber hinaus hatte das Haus hat noch eine Grundrenovierung vor sich, die bestimmt bis zum Sommer 2006 angedauert hätte. Pläne oder Kostenschätzungen lagen noch nicht vor. Die Aussage war: Erst wenn es dies alles gibt, wird neu entschieden, ob das Haus dem Zweck gewidmet wird..

Wir konnten aber nicht passiv und abwartend reagieren, das hätte das Projekt scheitern lassen können. Deshalb haben wir kurz entschlossen die Prioritäten verändert. Anders als bisher wollen wir nun mit einem eigenen Haus eine solche Station aufbauen (bisher war das nur als mögliche Erweiterungsoption gedacht), und abwarten, ob später zusätzlich ein geeignetes Kooperationsprojekt mit dem Jugendamt zu Stande kommt.

Zu unserer Überraschung konnten wir bei meinem Besuch just drei Objekte besichtigen, von denen zwei wieder ausschieden, aber ein weiteres kam neu hinzu. Zwei Wochen später, am 08. Februar haben wir zwei weitere Objekte sehen können. Wir haben gleich Experten hinzugezogen, so vermieden wir, eine Immobilie zu kaufen, die nicht genehmigungsgerecht gebaut ist. Und dann, am 16. Februar 2006, hat Lebenszeichen beim Notar einen Immobilienkaufvertrag unterschrieben.

Feb 2006: Das Objekt

Das Objekt

liegt in der Straße Fanionului, in Neu-Bukarest, am großen Park Nicolai Bazilescu, also auch beinahe im Grünen. Eine christliche Familie mit Kindern und Enkeln will es für 300.00 EUR, plus 3 % Maklergebühr verkaufen, weil es zu klein geworden ist, obwohl es erst 2004 fertig wurde. Die Qualität des Hauses wurde von den Experten sehr gelobt. Es ist mit allen nötigen, vollständigen Genehmigungen ausgestattet.

Das Haus hat ca. 310 qm bebaute Fläche in drei Etagen, dazu eine Kellergarage, Terrasse und kleinen Hof. Es gibt darin einen großen Wohnraum von fast 30 qm, 9 Räume, davon 6 für insgesamt 10 Mütter mit ihren Babys und 3 für Büros; dazu 3 Toiletten, 60 qm Keller-fläche. Wir hoffen, mit einigen Abtrennungen durch Rigipswände die behördlichen Auflagen für dies Haus zu erfüllen. Das könnte bald sein!

Mit einem eigenen Haus ist „Lebenszeichen“ frei, Verträge mit Jugendämtern in verschiedenen Stadtbezirken zu schließen, man ist nicht mehr and einen allein gebunden. Jetzt müssen wir dringend die qualifizierten Mitarbeiter finden, die die Mütter betreuen und ihnen zu einer neuen Lebenstüchtigkeit helfen werden. Warum kaufen wir das Haus jetzt? Wir wissen aus Expertenberichten, dass der Immobilien-wert in Bukarest weiter steigen wird, besonders bei Eintritt Rumäniens in die EU in 2007 oder 2008; die Stadt wird wachsen. Sollte die Arbeit von „Lebenszeichen“ eines Tages überflüssig werden, könnte man das Objekt zu einem guten Preis verkaufen und hätte es dann beinahe (abzgl. Zinsen) kostenlos genutzt.

Feb 2006: Bilder des Objekts

Feb 2006: Finanzierungsfrage für die laufenden Kosten

Die Finanzierungsfrage für die laufenden Kosten:

Gott sei Dank, das Projekt hat jetzt wieder auf einen guten Weg gefunden. „Lebenszeichen“ wird in diesem Jahr etwa knapp 8.000 EUR pro Monat benötigen. Das klingt viel, ist aber für 30 Kinder in Krankenhausbetreuung, 6 in Pflegefamilien und ca. 10 Frauen mit Babys in der Station einschließlich der Kosten für alle Mitarbeiter (wofür es  seit August 2005 genaue Vorschriften gibt) dann doch wieder überschaubar. Gemeinden, Gruppen oder Einzelpersonen werden wie im Vorjahr weiter gesucht, die nötigen Spenden zu geben für entweder je ein Baby in einer Pflegefamilie (100 EUR monatlich) oder für je eine Mutter (170 EUR) oder deren Baby (170 EUR) bzw. jeweils einen Teilbetrag davon. Lebenszeichen ist fast ausschließlich auf die Bereitstellung der nötigen Mittel durch die Auslandshilfe angewiesen. Aus Rumänien und aus anderen Ländern fließt auch etwas Geld.

Allein das Bedauern des Elends hilft ja nicht, es ist nur die Vorstufe zur Tat. Jesus sagte zu den damaligen geistlichen Führern, den Pharisäern, die um ihn standen: Eure Schüsseln und Becher sind voll. Gebt das, was drin ist, den Armen, dann seid ihr auch vor Gott rein! (Lukas 11,41).

Die AUSLANDSHILFE würde sich sehr freuen, jetzt zu dieser neuen Aufbruchsituation weitere Hilfe zu bekommen, es wird ja jetzt endlich richtig losgehen. Die AUSLANDSHILFE  hat sich schon sehr gefreut über die Zuwendungen vieler Freunde und Bekannten im letzten Jahr. Es sind große und kleine Beträge geflossen, dafür dankt Ihnen die AUSLANDSHILFE sehr von Herzen! Und unsere Freunde in Rumänien staunen, dass sie so viel Hilfe aus Deutschland bekommen, um ihre Taten der Nächstenliebe zu ermöglichen.