Entwicklung

Historie

Zur Beibehaltung einer durchgehenden Dokumentation sind hier die älteren Artikel aufgeführt. So können Sie die Entwicklung der Einrichtung anhand dieser Beiträge verfolgen.


2016

In Gemeinde Gotse Delchev wird neue soziale Dienstleistung eröffnet

4.Mai 2016

Auf Initiative von Vladimir Moskov, Bürgermeister der Stadt Gotse Delchev, wurde in allen einschlägigen Tageszeitungen der Region, auf der Homepage und der Facebook-Seite der politischen Gemeinde Gotse Delchev folgender Artikel über ein Arbeitstreffen vom 22.04.2016 veröffentlicht:

v.l. Klaus Kanwischer, Bürgermeister Vladimir Moskov, stellv. Bürgermeister Said Ibrosch und Jost Stahlschmidt

Ein Arbeitstreffen haben der Bürgermeister Vladimir Moskov und des stellvertretenden Bürgermeisters Said Ibrosch mit den deutschen Partnern Jost Stahlschmidt – Vorsitzender der Stiftung “Zeichen der Liebe” und Leiter der Auslandshilfe des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und Klaus Kanwischer – Mitglied des Vorstandes der Stiftung “Zeichen der Liebe” und Geschäftsführer des Bundes Freier evangelischer Gemeinden durchgeführt. Es wurde die Entwicklung der Stiftung “Zeichen der Liebe” und ihre zukünftigen Tätigkeiten besprochen. Die deutschen Vertreter der Stiftung haben bestätigt, dass sie die in der Deutschen Klinik angebotenen Dienstleistungen im medizinischen Zentrum und im Hospiz weiterführen und entwickeln wollen. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gotse Delchev wird die Eröffnung einer weiteren sozialen Dienstleistung im Gebäude der Klinik vorbereitet – ein Zentrum für soziale Rehabilitation und Integration (ZSRI). Das Zentrum wird in Partnerschaft mit der Gemeinde entwickelt und ist eine soziale Dienstleistung für behinderte Kinder und Erwachsene. Das ZSRI bietet verschiedene therapeutische, Beratungs- und Rehabilitationstätigkeiten an, die mit der Schaffung, mit der Förderung und mit der Entwicklung der sozialen Fähigkeiten, sowie mit der Förderung und Einübung des selbstständigen Lebens verbunden sind. Im Rahmen des Treffens wurde auch die Arbeit des Tageszentrums für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene besprochen. Die Deutschen wollen, wie bisher, diese sozialen Dienstleistungen weiter fördern und entwickeln.

2015

Nov 2015: Abschied von Johanna und Gottfried Müller

Gotse Delchev, Bulgarien: Abschied von Johanna und Gottfried Müller

Nach langjähriger Leitung der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ und des ambulanten Pflegedienstes wurden Gottfried und Johanna Müller am 20.11.2015 in den Ruhestand verabschiedet. 2001 begannen sie ihren Dienst förmlich auf der Baustelle der Klinik in Gotse Delchev. Unter ihrer Leitung hat die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ als medizinisches Zentrum in der Bevölkerung großes Vertrauen erworben. Die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ ist die erste diakonische Einrichtung, die mit Unterstützung der Auslandshilfe des Bundes FeG unter der Leitung von Paul Lenz aufgebaut werden konnte. In den letzten Jahren fand ein medizinisches Zentrum mit mehreren Fachärzten, einer Röntgenabteilung und einer Physiotherapie darin Platz. Insbesondere mit der Fachkompetenz von Gottfried Müller konnten in zwei OPs kleinere Operationen durchgeführt werden. Johanna Müller baute einen ambulanten Pflegedienst auf, den einzigen dieser Art in Bulgarien. Bei der Abschiedsfeier mit gut 100 Gästen wurde Gottfried und Johanna Müller vom Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gotse Delchev überreicht.

Nun muss die Arbeit in der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ von unseren kompetenten bulgarischen Mitarbeitern weitergeführt und weiterentwickelt werden. Die Klinik ist eine Einrichtung, die unter dem Dach der Stiftung „Zeichen der Liebe“ geführt und verantwortet wird. Der Stiftungsvorstand besteht aus drei bulgarischen und vier deutschen Mitgliedern. Vorstandsvorsitzender ist der Leiter der Auslandshilfe des Bundes FeG, Jost Stahlschmidt.

2014

Apr 2014: Liquidation der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“

Liquidation der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“

Am 10.05.2014 fand eine Sitzung des Stiftungsrates von „Zeichen der Hoffnung“ mit dem folgenden Ergebnis statt:

Die formale Ausgestaltung der Arbeit in Bulgarien hat einen Abschluss gefunden, der uns alle beruhigt und glücklich macht. So konnte in der Sitzung des Stiftungsrates am 10.05.2014 die Stiftung „Zeichen der Hoffnung“ gelöscht werden, ohne dadurch die praktische Arbeit zu beeinflussen. Im Vorjahr wurde das operative Geschäft bereits in die Stiftung „Zeichen der Liebe“ als neue Dachorganisation für die gesamte Arbeit in Gotse Delchev überführt.

Diese überflüssig erscheinenden und zudem langwierigen Formalien waren notwendig geworden, da durch die Rechtsverhältnisse bei der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“ Einflüsse auf die Arbeit möglich waren, die unseren Grundsätzen und unserer christlichen Motivation entgegenstanden. Dies konnte nur abgewehrt werden, indem wir diese Stiftung durch entsprechende Mehrheitsentscheidungen beendeten, um sie in einem anderen juristischen Rahmen bei „Zeichen der Liebe“ einzugliedern. Nach mehrjährigen akribischen Bemühungen und mit starker Unterstützung wohlwollender rechtlicher Beratung in Bulgarien hat dieser letzte Schritt zum Erfolg geführt. Dafür sind wir sehr dankbar.

Apr 2014: Pflegekurs mit 12 Teilnehmerinnen

Pflegekurs mit 12 Teilnehmerinnen

„Hätte ich das schon gewusst, als ich damals meinen Vater gepflegt habe, es wäre so viel leichter gewesen – für ihn und für mich!“ Elisabeth war eine der 12 Teilnehmerinnen des 2. Pflegekurses, der Anfang April 2014 wieder in der Klinik Zeichen der Hoffnung stattfand.“

Praktische Übungen gehören dazu …

„Ich habe das Gelernte gleich ausprobiert – es hat geklappt, es ging mit der neuen Methode wirklich viel leichter!“ freute sich Nadja, eine andere Teilnehmerin, die behinderte Erwachsene betreut.

An zwei Abenden konnten die Frauen Grundlagen der Pflege bettlägeriger Patienten lernen. Mit ganz unterschiedlichen Motivationen kamen die Einzelnen: Manche betreuen zuhause Angehörige, andere wollten einfach lernen, um bei Bedarf helfen zu können. Besonders haben wir uns gefreut, dass das Sozialamt der Stadt Gotse Delchev zum ersten Mal Frauen zu uns geschickt hat, die ihre Angehörigen betreuen. Auch das Sozialamt der Nachbarstadt hat Pflege-Hilfskräfte in unseren Kurs geschickt, die in einem Heim für Demenzkranke arbeiten. So kommt das Wissen doch zu den Menschen, die es am Nötigsten brauchen.

… aber auch die theoretischen Grundlagen

Die Gruppe war sehr interessiert und möchte mehr lernen, sodass wir uns auch mit ihnen in den nächsten Monaten zu weiteren Schulungen und zum Austausch treffen werden. Wir sind dankbar, dass der Kurs wieder voll belegt war und freuen uns besonders, dass der Radius und das Interesse größer werden.

Wir können uns mit Johanna Müller freuen, dass damit die „mobile Pflege“ in Gotse Delchev einen größeren Stellenwert bekommt. Die eigentlichen Pflegeangebote werden zwar nicht so stark nachgefragt, wie wir uns das wünschen. Durch diese Kurse erleben wir jedoch eine Entwicklung, die unserem Auftrag entspricht: Hilfsbedürftige erhalten die notwendige Zuwendung und Pflege von Menschen, die besser ausgebildet und motiviert sind. Das ist Grund zur Dankbarkeit, wenn auch diese Arbeit weiterhin vom staatlichen Gesundheitssystem in Bulgarien nicht unterstützt wird. Deshalb erbitten wir weiterhin Ihre Unterstützung durch Gebet und finanzielle Hilfe.

2013

Jun 2013: Schulung für pflegende Angehörige

Pflegeschulung in Gotse Delchev

In der Klinik Zeichen der Hoffnung in Gotse Delchev traf sich im Juni wieder die Gruppe der pflegenden Angehörigen. Diese Gruppe ist entstanden aus den Teilnehmern an der Schulung im Februar 2013. Es war ihr eigener Wunsch, sich jeden Monat zu treffen. Ziel dieser Treffen ist die Weitergabe von Pflegewissen, die Gemeinschaft unter den Frauen, Reden miteinander und Erfahrungsaustausch, sowohl untereinander als auch mit uns. Wir erleben, dass die Frauen offen über ihre schwierigen Situationen kommunizieren, weil sie meist in ähnlichen Situationen sind. Das ist ein Grund zur Freude, denn es entspricht nicht der bulgarischen Mentalität, ist aber in diesem Rahmen möglich.

„Was war schwierig für Euch in der Zeit, in der wir uns nicht getroffen haben?“ „Ich habe das Treffen vermisst!“
„Warum hat sich die Teilnahme an dem Kurs für Euch gelohnt?“
„Hier habe ich Dinge gelernt, die ich nie vorher gehört hatte: Über Grundpflege, Mobilisation des Patienten, Lagerung, Ernährung usw. „Die Videoclips waren sehr anschaulich und hilfreich!“ „Wir haben viel gelernt über Hygiene, aber auch darüber, wie man den Patienten anzieht bzw. umzieht. Ich habe das auch vorher schon gemacht, aber jetzt kenne ich eine Methode, die es mir und dem Patienten leichter macht.“

Unserem Team ist es wichtig, die Frauen zu unterstützen, sie zu ermutigen und zu stärken für ihre schwierige Aufgabe. Alle Teilnehmerinnen pflegen Schwerkranke, manche ihre eigenen Angehörigen, andere auch fremde Personen als Pflegehelferinnen. Wir möchten ihnen gerne Werte mitgeben, die ihnen im Arbeitsalltag helfen. Passend zum Thema des Abends „Atmung“ las unsere Schwester Maria zum Abschied einen wunderbaren Text vor. Er ermutigte, in Beziehungen zu investieren und Liebe zu verschenken und endete mit den Worten:
“Leben misst sich nicht an der Menge unserer Atemzüge, sondern an den Momenten, die uns atemlos machen“.

Diese Treffen sind für uns alle neu. Wir sind ermutigt durch das Interesse der Frauen und gespannt, was sich daraus in der Zukunft Gutes entwickelt.

Johanna Müller

Feb 2013: Schulung für pflegende Angehörige in Gotse Delchev

Schulung für pflegende Angehörige bei „Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev, Bulgarien

Johanna Müller berichtet nach der zweiten Schulung über die ersten Erfahrungen. In einer offenen Atmosphäre begannen im Februar die Schulungen für pflegende Angehörige in der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev. Vorausgegangen war im vergangenen Jahr eine Schulung der Mitarbeiterinnen und interessierten Schwestern aus der Stadt durch Agnes Jäger und Karina Lantelme. Die damaligen Teilnehmerinnen konnten nun ihr Wissen in zwei Veranstaltungen den pflegenden Angehörigen oder so genannten „Krankenpflegerinnen“ aus der Stadt weitergeben. Das Interesse war sehr groß, am ersten Abend kamen 17 Personen und am zweiten 15. Die Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus Gotse Delchev, sondern auch aus umliegenden Orten. Sie wurden teilweise persönlich eingeladen, aber auch über evangelische Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten.

Der Aufenthaltsraum der Klinik wurde für diese Abende in einen Schulungsraum mit Pflegebett, Toilettenstuhl und vielen praktischen Pflege-Hilfsmitteln verwandelt – alles Spenden aus Deutschland, die den Patienten dort sehr helfen. Jede der Schwestern hatte sich auf ein Pflege-Thema vorbereitet. Die Moderation und die praktische Anleitung übernahm neben dem Thema „Umgang mit dem Kranken, Beziehung Pflegeperson – Patient“ Johanna Müller. „Jeder Mensch ist Gottes geliebtes Geschöpf und verdient deshalb das Beste“, das ist das Motto in der mobilen Pflege und das soll mit diesen Schulungen in die Herzen der Menschen transportiert werden. Mit Hilfe von modernen Medien wurden die Themen so einprägsam präsentiert, dass es für die Teilnehmer auch nach einem langen Arbeitstag interessant war und sie aufmerksam folgen konnten.

„Noch nie hat uns jemand diese Dinge gesagt und gezeigt“ äußerte sich eine Teilnehmerin. Viele sagten, dass sie das Gelernte vom ersten Abend bereits anwenden konnten und waren sehr neugierig auf die weiteren Themen. Sie stellten viele Fragen und im Gespräch wurden die eigenen Erfahrungen miteinander geteilt. Durch diese Diskussion konnte das Gelernte vertieft werden und praktische Übungen vervollständigten das Ganze. Am Schluss äußerten sie den Wunsch nach regelmäßigem Austausch. So wird es in Zukunft monatliche Treffen für pflegende Angehörige geben und wir sind sehr gespannt, was sich daraus entwickelt.

Ob damit die „mobile Pflege“ in Gotse Delchev einen festen Stellenwert bekommt. Erhalten die Menschen wirklich das Beste. Fragen, die wir vielleicht in einiger Zeit beantworten können, auch wenn unsere eigenen Mitarbeiterinnen nicht immer selbst die Patienten zu Hause pflegen. Wenn sich die Situation der Menschen verbessert, haben wir ein großes Ziel unserer Arbeit erreicht. Wir danken für alle Unterstützung durch Gebet und finanzielle Hilfe.

2012

Sep 2012: Forum „Versorgung Schwerkranker zu Hause“

Forum „Versorgung Schwerkranker zu Hause“

im September 2012 bei „Zeichen der Hoffnung“

von Johanna Müller

In diesem Jahr haben wir erstmals in den Räumen der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ ein Forum zu einem Sachthema veranstaltet.

Eingeladen waren Personen und Institutionen aus der Stadt Gotse Delchev, die in irgendeiner Form mit der Versorgung von schwerkranken Patienten im häuslichen Umfeld zu tun haben oder dafür Verantwortung tragen: Sozialamt, Sozialküche, Ärzte, Krankenschwestern, Vertreter der ev. Kirchengemeinden, der Bürgermeister und sein Vertreter, der für diesen Bereich zuständig ist, nahmen an dem Forum teil. Auch eine Patientin und verschiedene betroffene Angehörige ließen sich einladen.

Unser Ziel war es, alle diese Institutionen und Personen zu versammeln, Probleme in der Versorgung zu identifizieren und gemeinsam Lösungs-Ansätze zu suchen. Das Forum soll der Anfang eines Netzwerkes und hoffentlich auch einer guten Zusammenarbeit werden. Es war spannend, denn es war das erste Mal, dass so etwas in Gotse Delchev stattfand.

Ca. 50 Personen versammelten sich im Aufenthaltsraum der Klinik. Nach der Einführung durch Dieter Happel und einem Grußwort des Bürgermeisters hielt Dr. Svilenov, ein gläubiger bulgarischer Arzt für Allgemein-Medizin den einführenden Vortrag zum Thema „Versorgung Schwerkranker zu Hause – christliche Prinzipien“. Er malte uns verschiedene Persönlichkeiten vor Augen, die ihr Leben der Versorgung Kranker geweiht hatten. Hingabe, Zuwendung, Menschenwürde, das waren einige der Schwerpunkte in seinem sehr lebendigen Vortrag.

Nach dem Vortrag eröffnete Johanna Mueller die Diskussion. In den verschiedenen Beiträgen wurde deutlich, dass Familien oft sehr hilflos sind, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird. Was muss ich tun? Wer kann mir helfen? Das sind die brennenden Fragen der Angehörigen.

Zum Schluss der Veranstaltung entwickelte Johanna Müller einen Traum, wie die Versorgung in einigen Jahren aussehen könnte. 11 Personen trugen sich anschließend in die ausgelegten Listen ein, sie erklärten sich zur Mitarbeit auf diese Ziele hin bereit.

Zufrieden und dankbar schauen wir zurück und sind ermutigt, weil wir den Eindruck haben, dass tatsächlich der Anstoß zum Umdenken gegeben wurde und Menschen gewillt sind, Initiative zu ergreifen. Dabei lassen wir uns leiten von dem Spruch auf einer kleinen Karte, die jeder Teilnehmer erhalten hat: „Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als über Dunkelheit zu klagen“.

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Mai 2012: Schulungen und Neuigkeiten bei „Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev, Bulgarien

Schulungen und Neuigkeiten bei „Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev, Bulgarien

Agnes Jäger

In der Woche vom 14. – 18. Mai 2012 wurde eine Schulung für Pflegekräfte in der Klinik in Gotse Delchev durchgeführt. Referenten aus Deutschland waren die Ärztin und Mitglied im Arbeitskreis Auslandshilfe Agnes Jäger und die Leiterin eines „Mobilen Pflegedienstes“ Karina Lantelme. Übersetzt wurde das Seminar von der Sekretärin bei „Zeichen der Liebe“, Ani Tschuleva. Neben den eigenen Mitarbeiterinnen waren noch weitere Schwestern aus dem städtischen Altenheim und aus der städtischen Klinik in Gotse Delchev sowie Mitarbeiterinnen aus anderen bulgarischen Organisationen dabei. Von dort erhielten wir folgende Rückmeldung: „Liebe Johanna, die Kenntnisse, die wir bei der Schulung bekommen haben, sind für uns von großer Bedeutung. Sie helfen uns bei der Arbeit mit den palliativen Patienten. Noch mal – vielen Dank für die schönen Tage in Gotse Delchev und in Eurer Klinik. Grüße an die Kolleginnen, die jetzt dort sind. „

Karina Lantelme

Die Teilnehmerinnen an der Schulung konnten sehr viel Neues lernen und für ihre eigene Arbeit nutzbar machen. Für manche war es ein wenig viel, aber alle konnten sich das für sie Relevante herauspicken. Insofern war das Seminar eine gelungene Sache, aus der für die Zukunft einiges erwachsen kann beispielsweise eine Zusammenarbeit im Sinne eines Netzwerkes mit bulgarischen Organisationen.

 

 

Unsere langjährige Krankenschwester Sonja hat Bulgarien leider kurzfristig in Richtung Deutschland verlassen und steht für die „Mobile Pflege“ in Zukunft nicht mehr zur Verfügung. Das traf uns zwar nicht unvorbereitet, doch die sehr kurzfristige Kündigung war schon eine Herausforderung. Es ist fast schon ein Wunder, dass bereits einen Tag nach dem Weggang die Krankenschwester Girgana aus der städtischen Klinik eingestellt werden konnte, die auch an dem Seminar mit großem Interesse teilgenommen hat. Sie hatte in der Vergangenheit manchmal ausgeholfen und Vertretungen gemacht. Nun wurde ihr aus der Klinik mitgeteilt, dass aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten dort eine Weiterbeschäftigung nicht mehr möglich sei und wir konnten sie, ohne auf irgendwen Rücksicht nehmen zu müssen, in unser Team aufnehmen. Girgana ist eine gläubige Frau und gehört zur Baptistengemeinde in Gotse Delchev.

Johanna Müller hatte die Schulung hervorragend organisiert. Da kann sie ihre besondere Gabe gut einbringen. Von der Schulung hat sie selbst profitiert und dadurch auch neue Perspektiven gewonnen. Für die Zukunft ist die Nacharbeit des Seminars mit dem zur Verfügung gestellten Schulungsmaterial eine wichtige Aufgabe, damit das Ziel, Menschen für die häusliche Pflege zu qualifizieren, erreicht werden kann. Auch Schulungen zu verschiedenen kleineren Themen sind mit dem Material möglich.

Eine weitere Entwicklung gibt es im Bereich des Verleihens von Pflege-Hilfsmitteln. Viele der benötigten Hilfsmittel sind in Gotse Delchev nicht vorrätig. Es wäre aber für die Menschen in dieser Stadt hilfreich, wenn wir über das, was wir bereits tun, weitere Dinge verleihen könnten. Deshalb sind Überlegungen in Richtung eines kleinen Sanitätshauses hilfreich und wir werden das weiter bedenken. Die folgende kleine Geschichte zeigt, wie wichtig dies für die Menschen ist: „Ohne Euren Rollstuhl müsste ich den ganzen Tag in der Wohnung bleiben!“ – Valentin wohnt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Gotse Delchev. Seit einem Unfall vor vielen Jahren kann er nur noch mit dem elektrischen Rollstuhl aus der Wohnung heraus und unter Menschen. Er lebt mit seiner Mutter von der kleinen Rente, die sie beide bekommen. Sein Bett ist alt und die Matratze völlig durchgelegen. Auch sein Rollstuhl ist alt und als die Platine defekt ist, findet er in Bulgarien keinen Ersatz. Auch beim Hersteller in Deutschland ist keine Reparatur oder Ersatz mehr möglich. Die Straßen im Dorf sind schlecht und Valentin’s Mutter kann ihn nicht schieben, er braucht einen anderen elektrischen Rollstuhl. Also suchen wir über die Auslandshilfe – während Valentin immer noch wartet und nicht raus kann. Endlich findet ein Freund der AH in Deutschland einen guten gebrauchten Rollstuhl, der nächste LKW bringt ihn nach Gotse Delchev. Valentin strahlt, als wir ihm ein neues Bett und einen Rollstuhl bringen: „Vielen, vielen Dank Euch und Euren Freunden in Deutschland, dass Ihr Euch so für die Menschen Bulgarien einsetzt. Ein neues Bett und einen neuen Rollstuhl! Ich bin sehr glücklich! Jetzt kann ich endlich wieder raus!“

Inzwischen sind die Beschlüsse zur rechtlichen Zusammenführung der beiden Stiftungen „Zeichen der Hoffnung“ und „Zeichen der Liebe“ und zur Übertragung des Eigentums gefasst. Zurzeit sind wir bei der Umsetzung dieser Beschlüsse. Das ist aufgrund des hohen Grades der Bürokratie in Bulgarien nicht ganz einfach und vor allem langwierig. Mit Hilfe unserer Rechtsberatung aus Sofia sind wir aber zuversichtlich, die Umsetzung bis zum Ende des Jahres 2012 abgeschlossen zu haben.

2011

Nov 2011: Das Evangelium läuft ...

Das Evangelium Läuft…

10 Jahre Verteilung christlicher Literatur
in der Deutschen Klinik in Gotse Delchev

Büchertisch in der Klinik

Seit Beginn der medizinischen Arbeit war es Teil des Konzeptes der Klinik, nicht nur tätige Nächstenliebe, sondern auch das Evangelium zu den Menschen zu bringen. Deshalb stehen in der Klinik drei Büchertische, auf denen Bibeln und christliche Literatur ausliegen.

45 Jahre lang, bis Ende 1989, war Bulgarien ein kommunistisches Land. Christ zu sein war gefährlich, konnte den Arbeitsplatz kosten. So wuchsen zwei Generationen heran ohne Gott. In den 22 Jahren nach der politischen Wende ist der Hunger gewachsen nach Wahrheit, nach etwas Bleibendem.

Verteilung von Ethikbüchern an Schulen

Viele Patienten und Besucher lesen die ausgelegten Bücher mit großem Interesse und freuen sich über dieses Geschenk. In 10 Jahren haben wir in der Klinik ca. 32.000 Bücher verteilt.

Daneben hatten wir noch die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Stiftung von Prof. Svilenov, Sofia, 3000 Ethik-Buecher an die Schulen in Gotse Delchev und Bansko zu verteilen. Prof. Svilenov kam in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als Arzt nach Deutschland und fand dort zum lebendigen Glauben an Jesus.

Prof Svilenov übergibt Bücher an Gottfried Müller

Schon unter der kommunistischen Herrschaft verteilte er die ins Land geschmuggelten Bibeln weiter, und übersetzte christliche Buecher in die bulgarische Sprache. Seit dem Ende des Kommunismus ist es das Ziel seiner Stifung, die Leere, die der Kommunsimus hinterlassen hat, mit Evangelium zu füllen. Von ihm bekommen wir einen Großteil der Literatur, die wir in der Klinik auslegen.

Gott sagt: “Mein Wort wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“ (Jes. 55,11)

Gotse Delchev, 04.11.2011
Johanna und Gottfried Mueller

Okt 2011: Beginn der Operationen im „Medizinischen Zentrum“

Beginn der Operationen im „Medizinischen Zentrum Zeichen der Hoffnung“

Im Oktober war es endlich soweit. In der OP-Etage wurden die ersten Operationen nach der Schließung der Klinik vor drei Jahren durchgeführt. Damit wurde ein weiterer Teil der Entwicklung des medizinischen Zentrums verwirklicht. Durch die Tätigkeit der Ärzte mit ihren Praxen in den Räumen der Klinik und dem Beginn der Operationstätigkeit können wir mit unserem Angebot neben der „Mobilen Pflege“ einen weiteren entscheidenden Beitrag für die gesundheitliche Versorgung in der Region Gotse Delchev leisten. Dafür sind wir sehr dankbar und hoffen mit allen Mitarbeitern, dass sich dieser Zweig unserer Arbeit gut entwickelt.

Sep 2011: 10 Jahre Deutsche Klinik „Zeichen der Hoffnung“ und Eröffnung Medizinisches Zentrum

10 Jahre Deutsche Klinik „Zeichen der Hoffnung“ und Eröffnung Medizinisches Zentrum

Endlich konnte am 04. September 2011 nach langen Planungen, Verhandlungen und der erfolgten Registrierung das „medizinische Zentrum“ als Ergänzung zur „mobilen Pflege“ eröffnet werden. Die Feier im und um den Aufenthaltsraum der Klinik herum war ein Highlight im Jahresablauf bei „Zeichen der Hoffnung“. Ging es doch nicht nur um die Eröffnung und damit um eine weitere Etappe in der Umstrukturierung der Arbeit in Gotse Delchev. Es war fast genau das Datum, an dem vor 10 Jahren die Klinik ihren Betrieb aufnahm.

Gäste

Grund genug, ein wenig zu feiern und vor allem auch, zurück zu blicken. Ohne die Vergangenheit ist Zukunft schwierig zu gestalten. In seiner Festrede hat der Leiter der Auslands- und Katastrophenhilfe, Dieter Happel, sowohl die Menschen gewürdigt, die mit ihren Ideen damals herausgefordert haben als auch die Mitarbeiter, die von Anfang an dabei waren und diese Ideen umgesetzt haben. Da ist zunächst Pastor i.R. Paul Lenz zu nennen. Sein Blick auf die Not der Menschen ließ ihn unermüdlich daran arbeiten, eine Poliklinik in der Stadt Gotse Delchev zu errichten und dafür zu sorgen, dass die medizinische Versorgung der ganzen Region verbessert wurde. Unterstützt wurde er von dem Unternehmer Friedhelm Loh, der sich in vielen Bereichen engagiert hat und es bis heute tut.

Bürgermeister Moskov

Aber auch die Politik und Ärzteschaft vor Ort musste gewonnen werden und der Bürgermeister der Stadt, Wladimir Moskov, hat großen Anteil am Gelingen. Nicht zuletzt ist der Chirurg Dr. Rumen Pandev zu nennen, der als erster medizinischer Leiter der Klinik diese über die regionalen Grenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Apr 2011: Entwicklungen und Planungen

Entwicklungen und Planungen

Mobile Pflege

Seit einem Jahr bieten wir nun in Gotse Delchev die „Mobile Pflege“ an. Mit einem kleinen Ausflug haben die Mitarbeiter vor einiger Zeit den 1. Geburtstag des Mobilen Pflegedienstes gefeiert. Wir sind dankbar für ein gutes und motiviertes Team, auf das wir uns verlassen können. Die kleinen Fortschritte ermutigen unsere deutschen und bulgarischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Patientenzimmer in der Klinik

Die Planung des medizinischen Zentrums in den Räumen der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ kommt langsam in Fahrt. Zurzeit arbeiten wir an den rechtlichen Voraussetzungen für den Start. Wir benötigen viel Weisheit im Umgang mit den Menschen und Gesetzen. Inzwischen hat eine Physiotherapeutin mit Behandlungen begonnen. Sie arbeitet mit dem Orthopäden zusammen, der seit November in der Klinik seine Praxis hat. Das ist ein weiterer Schritt, die Versorgung der Patienten zu verbessern und ein Grund zur Freude. Das Angebot wird von den Patienten sehr gern angenommen.

Eröffnungsfeier

Wir hoffen, dass die Eröffnung unseres Medizinischen Zentrums bald Realität wird. Viele strukturelle und administrative Schritte sind nötig, um die Zusammenarbeit mit den zukünftigen Ärzten auf ein gutes Fundament zu stellen und den vielen gesetzlichen Vorschriften gerecht zu werden.

Für die beiden Bereiche unserer Neukonzeption erbitten wir neben Ihren Spenden auch ganz konkret Ihre Gebetsunterstützung. Wir merken, wie abhängig wir von der Leitung durch Gott sind und möchten gerne die Wege beschreiten, die er uns führt.

2010

Nov 2010: Erste Berichte aus der ``Mobilen Pflege``

Erste Berichte aus der „Mobilen Pflege“

Velik kann wieder gehen

Das ist Velik aus dem kleinen Dorf Musomischte, 2 km entfernt von Gotse Delchev. Er ist 69 Jahre alt. Vor 1 ½ Jahren hatte er eine Hirnblutung. Bis er im Krankenhaus in Sofia war und operiert werden konnte, dauert es fast 20 Std.

Infolge der Hirnblutung hat Velik eine rechtsseitige Lähmung, konnte weder Hand noch Bein bewegen, als wir ihn das erste Mal sahen. Seine Frau pflegt ihn hingebungsvoll, hatte aber im vergangenen Sommer selbst eine Verletzung an der Hand, weswegen sie uns rief, um Velik für eine begrenzte Zeit morgens und abends bei der Körperpflege zu helfen.

10 Tage lang besuchten wir Velik 2 x täglich. Es war sehr schwer für ihn, die wenigen Schritte vom Bett bis zum Bad zu gehen. Er bewegte sein krankes Bein mit einem Stoffband, das unten um den Fuß geschlungen war.  Wir empfahlen ihm einen jungen Krankengymnasten aus Gotse Delchev, weil wir sicher waren, dass es durch gezielte Übungen wieder möglich sein wurde, das kranke Bein selbst zu bewegen.

Nach vier Monaten, im November, waren wir wieder bei Velik, diesmal nur zur Blutabnahme für eine Untersuchung. Wir trafen ihn strahlend, im Rollstuhl, sehr zufrieden über seine Fortschritte. Er kann sich jetzt allein, ohne jede Unterstützung, in der Wohnung bewegen, in die Küche gehen, mit den anderen Familienmitgliedern am Tisch sitzen, hinaus in den Garten laufen.

Seine Frau Neli und er sind überglücklich über den Fortschritt und über die Zuwendung und Hilfe, die sie von uns bekamen.


Elena lacht wieder

Elena R., pensionierte Lehrerin, 63 Jahre alt, erlitt im April 2010 einen Schlaganfall. Die Familie rief uns im Juni 2010, 6 Wochen nach dem Schlaganfall. Elena war nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt wieder zuhause, hatte aber leider mittlerweile eine große Wunde am Gesäß, bedingt durch die lange Liegezeit. Der Ehemann und die Kinder pflegten sie liebevoll, aber jetzt brauchten sie unsere Hilfe für die Wundversorgung und außerdem ein Krankenbett und eine Spezialmatratze.

Einige Wochen behandelten wir die Wunde intensiv, mit Präparaten und speziellen Wundauflagen, die wir als Spende aus Deutschland bekamen. Diese Auflagen sind in Bulgarien häufig noch nicht auf dem Markt und wenn doch, muss der Patient sie selbst bezahlen, was aber oft unerschwinglich ist.

Wir empfahlen Elena und ihrer Familie die Behandlung durch einen Krankengymnasten, damit sie wieder lernte zu gehen. Sie waren sehr dankbar für alle Beratung und Unterstützung und setzten alle unsere Vorschläge und Hilfen um.

½ Jahr nach dem Schlaganfall gab Elena uns den Rollstuhl wieder zurück, den wir ihr ausgeliehen hatten. Das Bett möchte sie noch behalten, weil sie Angst hat, dass die Wunde wieder aufgehen könnte. Den Rollstuhl braucht sie nicht mehr, sie kann sich jetzt allein in der Wohnung bewegen. Im Herbst konnte sie mit Hilfe ihres Mannes auch die Treppen zum Garten hinuntergehen und ihre Blumen genießen. Die Wunde am Gesäß ist längst zugeheilt. Unsere Schwester besucht die Patientin noch 1 x wöchentlich, um den Blutdruck zu messen und nach der Patientin zu schauen.

Elena und ihre Familie sind sehr glücklich über unseren Dienst und alle Angebote, die wir ihr gemacht haben. Bei unserem Besuch im November konnten wir uns überzeugen, wie gut sie wieder gehen kann. Die Sprache ist noch nicht komplett zurück, aber sie konnte ihrer Freude gut Ausdruck verleihen.

Gotse Delchev, 19.11.2010
Johanna Mueller

Jul 2010: Offizielle Eröffnung der mobilen Pflege

Offizielle Eröffnung „Mobile Pflege“

Bürgermeister Vladimir Moskov bei seinem Grußwort

Juli 2010
Samstagmorgen, 10.07., Eröffnungsfeier der „Mobilen Pflege“. Neben dem Bürgermeister, seinem Stellvertreter und dem Vorsitzenden des Gemeinderates waren die Ärzte der Stadt und verschiedene VIP´s eingeladen. Einige davon waren gekommen, der Bürgermeister und die Leiterin des Roten Kreuzes haben ein Grußwort gesagt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einer Mandolienengruppe und einer Sängerin der Musikschule der Stadt.

Dieter Happel hat in seiner Eröffnungsrede einige grundsätzliche Gedanken zur Diakonie und im Besonderen zu unserem neuen Dienst ausgeführt und Grüße aus Deutschland weitergegeben.

Dr. Milan Parvanov hat in seiner Rede die Tätigkeiten und Angebote der „Mobilen Pflege“ beschrieben und dafür geworben, dieses Angebot in der Stadt zu nutzen.

Nach dem Beginn der Arbeit im März waren von den drei Vollpflege-Patienten zwei verstorben, in den beiden Wochen vor der Feier wurden insgesamt sechs Erstgespräche geführt, die zu neuen Patienten führen werden. Es ist vor allem wichtig, den in dieser Region von Bulgarien völlig unbekannten Dienst über die verschiedenen Kanäle zu bewerben und das Vertrauen der Menschen aufzubauen. Dabei sind natürlich Johanna und Gottfried Müller sehr wichtig, aber auch die gute Arbeit von Schwester Sonja. Die Leiterin des Roten Kreuzes zeigt sehr hilfsbereit und wir hoffen, dass nach und nach ein gutes Pflegenetz aufgebaut werden kann.

Offensichtlich besteht auch Bedarf für Schulungen in den Gemeinden über häusliche Krankenpflege. Daher sollte in einer zweiten Phase der Arbeit diese Option für die Gemeinden im Auge behalten werden.

Apr 2010: Zeichen der Hoffnung - Start der ``Mobilen Pflege``

Zeichen der Hoffnung – Start der „Mobilen Pflege“

April 2010

Nun ist es endlich geschafft. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die behördlichen Genehmigungen liegen vor. Lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet und für das Gelingen gebetet. Der erste Patient konnte am 16.03.2010 von unserem Pflegeteam Johanna Müller und Schwester Sonja besucht werden. Es ist ein 65jähriger Mann mit Parkinson, der sich vor 6 Monaten einer Hüft-OP unterziehen musste. Seine Frau hatte schon einige Male Pampers geholt. Sie war einverstanden, dass wir ihn besuchen und
betreuen. Die Familie hat bislang getan, was sie konnte. Die Töchter kommen und helfen. Vom Sozialamt hat er bereits eine Antidekubitus-Matraze und einen Toilettenstuhl.

Eigentlich hätte er ins Krankenhaus eingeliefert werden muessen, aber das Krankenhaus in Gotse Delchev hat dafür keinen Vertrag mit der Kasse, so musste er zu Hause behandelt werden. Das nächste Krankenhaus ist 60 km entfernt und während der Woche für die Familie unmöglich zu erreichen. Wir kamen gerade richtig, als die Tochter mit den Infusionen aus der Apotheke kam, die er erhalten sollte. Sonja hat das dann hervorragend gemeistert.

Wir hoffen und beten dafür, dass das Vertrauen von Angehörigen und Patienten gewonnen wird, denn für sie ist diese Art der Hilfe völlig unbekannt und viele sind erst einmal skeptisch, wenn fremde Menschen in ihre Wohnung kommen. Dem ersten Patienten konnte in den ersten Tagen gut geholfen werden, es geht ihm inzwischen schon viel besser. Das macht dankbar und hilft auch bei dem Überwinden der Ängste in der Anfangsphase.

Johanna Müller und Dr. Parvanov

Dazu gehört auch die Information der Ärzte und der Öffentlichkeit in Gotse Delchev. Zu einem Ärzte-Abend kamen immerhin sechs motvierte Ärzte und durch die Veröffentlichung in den beiden Lokalzeitungen spricht sich der neue Dienst ganz gut in der Stadt herum. Die Resonanz ist erstaunlich und wir hoffen, dass die Ärzte, wie versprochen, ihre Patienten schicken und diese tolle diakonische Arbeit zu einer festen Institution in Gotse Delchev wird, wie es die Klinik war. Die Zusammenarbeit mit dem sehr engagierten ärztlichen Geschäftsführer Dr. Parvanov ist hervorragend und wir beten darum, dass sich mit „Zeichen der Hoffnung“ nach der langen schwierigen Situation wieder eine sehr positive Arbeit verbindet. Für diese Arbeit können wir jetzt auch wieder gerne um Spenden bitten, denn der ursprüngliche Gedanke der Hilfe für die Menschen in der armen Region im Südwesten Bulgariens steht wieder ganz vorne. Danke für alle Gebetsunterstützung und für alle Gaben.

2009

Okt 2009: Die neue Arbeit kann starten

Die neue Arbeit kann starten

Ende Oktober 2009

Der Gerichtshof in Sofia hat Mitte Oktober nun endgültig die Veränderungen bei der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“ in das Register eingetragen. Damit sind endlich die Entscheidungen vom Oktober 2008 und vom April 2009 auch gerichtlich umgesetzt. Das bedeutet, dass wir ab sofort alle weiteren Schritte in die Wege leiten können, die zur Neukonzeption notwendig sind.

Ich denke, dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber wir können jetzt jedenfalls rechtssicher alle Vorbereitungen treffen, damit wir im Frühjahr nach den Hospitationen von Müllers und Schwester Sonja aus Gotse Delchev in Deutschland durchstarten können. Wir erwarten eine schnelle Entwicklung im Bereich der ambulanten Pflege (Hospiz), die Registrierung des medizinischen Zentrums dauert länger.

Okt 2009: Neues Konzept für die Klinik „Zeichen der Hoffnung“

Neues Konzept für die Klinik „Zeichen der Hoffnung“

Bisherige Konzeption: Klinik

Die Klinik arbeitete weitgehend nach deutschem Standard und bot folgende Leistungen an:

  • Schilddrüsen-Operationen
  • Hernien-Operationen
  • Augen-Operationen
  • Facharztsprechstunden
  • Labor
  • Röntgen
  • Seelsorge

Bedarf in Gotse Delchev und Umgebung

Ambulante Krankenpflege gibt es in Bulgarien kaum. Die wenigen Angebote in privater Trägerschaft sind zu teuer für die Mehrheit der Bevölkerung. Die Pflege von Kranken wie z.B. nach einem Schlaganfall wird in Bulgarien von der Familie geleistet. Unterstützung oder Hilfe vom Staat oder den Krankenkassen gibt es nicht, so dass die Menschen dringend auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ angewiesen sind.

Neue Konzeption: Diakonie

  • Ausrichtung auf den Bedarf der Bevölkerung
  • Enge Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Bund
  • Verbesserung der medizinischen Versorgung der Region
  • Entwicklung von ambulanter Krankenpflege
  • Seelsorgliche Betreuung von Kranken und Angehörigen
  • Aufbau eines Beratungsangebotes für pflegende Angehörige
  • Schulung für häusliche Krankenpflege
  • Einrichtung eines medizinischen Zentrums mit dringend benötigten Hausarzt- und Facharztpraxen
  • Labor und Röntgen

Planungen 1. Stufe „Pflege und Beratung“

  • Ambulanter Pflegedienst
  • Angehörigen-Schulung und Patientenberatung
  • Verteilung von Hilfsgütern
  • Vermittlung von Medizingeräten, Pflegemitteln und Pflegehilfsmitteln
  • Ein neuer ärztlicher Geschäftsführer ist bestellt und wird gemeinsam mit
    Johanna und Gottfried Müller das neue Angebot aufbauen
  • Das neue Projekt wird monatlich nach jetzigen Planungen ca. 3.000 EUR
    kosten, die nur zu einem geringen Teil durch Kostenerstattungen aufgebracht
    werden können
  • Deshalb ist die Hilfe aus Deutschland weiter dringend erforderlich

Planungen 2. Stufe „Medizinisches Zentrum“

  • Die Planung dafür und die Registrierung wird eine gewisse Zeit dauern
  • Zunächst sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen
  • Dazu gehören auch Veränderungen im Projekt Zeichen der Liebe
  • Start wird vermutlich im nächsten Jahr sein
  • Dieser Teilbereich des Projektes soll sich selbst tragen durch Vermietung an
  • Arztpraxen, Labor und Röntgen.

Was brauchen wir für die Weiterentwicklung?

  • Gebet um Weisheit und das Tun der richtigen Schritte in dem komplizierten Gesundheitswesen in Bulgarien.
  • Gebet für Ehepaar Johanna und Gottfried Müller, die nach einer erfolgreichen gesundheitlichen Rehabilitation
    nun wieder nach Gotse Delchev ausgereist sind
  • Finanzielle Unterstützung für den Start.
  • Regelmäßige finanzielle Unterstützung durch monatliche Gaben, damit wir den Menschen nachhaltig helfen können.

Mai 2009: Entwicklungen und Folgeprojekt

Entwicklungen und Folgeprojekt

Mai 2009
In der weiteren Entwicklung des ersten Projektes in Gotse Delchev, der deutsch-bulgarischen Klinik „Zeichen der Hoffnung“, war der 29. April ein entscheidender Tag.

Schon seit ca. zwei Jahren wurde eine Trennung von dem bulgarischen Chefarzt angestrebt, da seine Ziele für die Klinik nicht mehr mit den Zielen der Auslandshilfe übereinstimmten. Die Trennung gestaltete sich sehr schwierig und wurde immer wieder torpediert. Im Oktober 2008 wurde in einer außerordentlichen Vorstandssitzung in Sofia mit der Mehrheit der deutschen Vorstandsmitglieder die Entlassung des Chefarztes und Veränderungen im Vorstand beschlossen. Durch Einsprüche der bulgarischen Seite konnten die Entscheidungen aber bisher nicht in das Register eingetragen werden. In der Folge wurden viele Versuche unternommen, eine Klärung herbeizuführen. Auch die deutsche Botschaft in Sofia wurde eingeschaltet. Dies alles zeigte offenbar Wirkung und so konnten in einer Vorstands Sitzung im März die wichtigen Entscheidungen zur Trennung vorgenommen werden.

Allerdings musste der Stif­tungsrat aufgrund von Satzungsbestimmungen einige dieser Entscheidungen noch bestätigen. Aus diesem Grund wurde zum 29. April eine Sitzung des Stiftungsrates nach Sofia einberufen, um die endgültigen Regelungen für die Trennung und die weitere Entwicklung der Klinik zu beschließen. Das ist in dieser Sitzung erfolgt. Lediglich eine ebenfalls geplante Satzungsänderung konnte mangels der erforderlichen Teilnahme von 75 Prozent der Mitglieder nicht erfolgen.

Es wurde beschlossen, die drei bulgarischen Vorstandsmitglieder auf ihren Antrag hin aus dem Vorstand zu entlassen. Damit sollen die Streitigkeiten beendet werden und eine Neukonzeption für die Klinik beginnen. Aus der bisherigen spezialisierten Chirurgie soll unter dem Dach eines Hospizes die medizinische Grundversorgung der Region verbessert, ambulante Krankenpflege entwickelt und Schulungen für häusliche Krankenpflege angeboten werden. Fachärzte können in dem Gebäude Praxen anmieten, Labor und Röntgen werden von den bisherigen Betreibern weitergeführt.

Das alles kann aber nur gelingen, wenn unsere Mitarbeiter in Gotse Delchev, Gottfried und Johanna Müller, wieder im Vollbesitz ihrer gesundheitlichen Kräfte sind. Zurzeit ist dies noch nicht so, aber sie werden hoffentlich in den nächsten Wochen durch geeignete Therapien wieder ganz gesunden. Bitte beten Sie für den Start des neuen Konzeptes und für das Ehepaar Müller.

Jan 2009: Höhen und Tiefen bei der Klinik „Zeichen der Hoffnung“

Höhen und Tiefen bei der Klinik „Zeichen der Hoffnung“

Januar 2009
Täglich ändert sich die Situation in der Klinik. Inzwischen hat der bisherige Chefarzt und Geschäftsführer der Klinik versucht, unsere deutschen Mitarbeiter Johanna und Gottfried Müller aus der Klinik zu vertreiben. Wir haben deshalb bei der Staatsanwaltschaft Klage eingereicht und außerdem die Deutsche Botschaft in Sofia eingeschaltet. Wir hoffen, dass wir mit der Hilfe unserer juristischen Berater und durch die politische Unterstützung für die Arbeit in Gotse Delchev ein gutes oder zumindest ein vertretbares Ergebnis erreichen.

Als Folgeprojekt möchten wir gerne in der Stadt und in der Region eine sozialdiakonische Arbeit beginnen, die in dieser Gegend bisher so nicht getan wird. Es geht uns um die Menschen, die z.B. nach Krankenhausaufenthalten ohne sinnvolle Betreuung in ihren Wohnungen dahinvegetieren. Für diese möchten wir mit einem ambulanten Pflegedienst beginnen und außerdem Schulungsmaßnahmen für häusliche Krankenpflege anbieten. Damit können wir auch für die Gemeinden des bulgarischen Bundes eine sehr gute Ausgangsbasis zur weiteren Entwicklung dieser diakonischen Aufgabe in ganz Bulgarien schaffen.

Berichte aus der Arbeit vor 2009

Zeitungsbericht aus Bulgarien

Zeitungsbericht aus Bulgarien:
„Ex-Gesundheitsminister operierte eine Patientin in der Klinik Goce Delchev“

„Die beiden Kapazitäten in der Medizin, Prof. Ivan Mendisov, Nationalkonsultant in der endokrinen Chirurgie, und der ehemalige Gesundheitsminister Peter Bojadjiev, sind auf Einladung des Direktors der Deutschen Klinik „Zeichen der Hoffnung“, Dr. Rumen Pandev, für eine komplizierte Operation nach Goce Delchev gekommen. Sie waren von den Bedingungen und der Ausrüstung in der Klinik entzückt und beneideten Dr. Pandev für die qualitative und hochwertige medizinische Apparatur in der Klinik, die ein Traum für jeden Arzt ist.“

Richtungsweisende Operationsmethode

Richtungsweisende Operationsmethode

Chefarzt Dr. Rumen Pandev wendet eine richtungsweisende Operationsmethode bei Schilddrüsenoperationen an. Kurz nach der Operation sind die Patienten bereits ansprechbar.

Bereits 24 Stunden später können die meisten Patienten in den Kreis ihrer Familie entlassen werden. Dadurch ist die Klinik im Land bereits sehr bekannt. Zehn Prozent der Patienten kommen sogar von der Schwarzmeerküste

Installation einer Röntgenanlage

Röngenanlage

Diese gebrauchte Röntgenanlage konnte von der Auslandshilfe nach Goce Delchev transportiert werden. Sie dient nun nicht nur der Klinik, sondern auch anderen Ärzten vor Ort.

Eröffnung der deutschen Klinik „Zeichen der Hoffnung“

Deutsche Klinik „Zeichen der Hoffnung“ in Goce Delchev/Bulgarien

Am 8. September 2001 konnte die AUSLANDSHILFE gemeinsam mit der deutsch-bulgarischen Stiftung „Zeichen der Hoffnung“ die „Deutsche Klinik Zeichen der Hoffnung“ in Goce Delchev im Südwesten Bulgariens eröffnen. Sie ist eine Belegarztklinik, die mit bulgarischem Personal nach deutschem Standard arbeitet. Nur der Verwaltungsleiter und die Pflegedienstleiterin (Gottfried und Johanna Müller) kommen aus Deutschland. In diesem Haus konnten schon sehr viele Menschen operiert, untersucht und behandelt werden. Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung, überwiegend sehr arme Menschen, die sonst kaum eine Chance auf Hilfe gehabt hätten.

Weitere Gastärzte führen hier Operationen (z.B. Leistenbruch, Augen-OP´s) durch oder halten in den Räumen der Klinik Sprechstunden ab. Das erspart unseren Patienten weite Wege und gibt ihnen die Chance auf eine gute Diagnose und Therapie, die sie sonst nur in der Bezirksstadt (100 km) oder in der Hauptstadt Sofia (220 km) bekommen würden. So zeichnet sich ab, dass der Schritt von der Spezialklinik für Schilddrüsenoperationen zum Belegspital für mehrere medizinische Disziplinen gelingt.

Inzwischen wurden schon über 200 Patienten operiert und etwa 3000 Patienten ambulant behandelt. In anderen Krankenhäusern hätten sie für die Behandlungen viel „Schmiergelder“ an Ärzte und Belegschaft entrichten müssen – nicht in der deutschen Klinik „Zeichen der Hoffnung“.

Die „deutsche Klinik“ hat als erste private Klinik in Bulgarien die Anerkennung durch die Krankenkassen erhalten.