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Projektwochen

Seit vielen Jahren bestehen eine Partnerschaft zwischen „Zeichen der Liebe“ und der Lobetalarbeit e.V. in Celle. Es sind keine Hilfsmittel oder Spenden, die in Gotse Delchev ankommen.
Es ist in erster Linie die Arbeit mit behinderten Menschen, die die Mitarbeiter mit dem Zentrum und den engagierten Kollegen jährlich vor Ort in einer gemeinsamen Arbeitswoche verbindet.

Diakonie – aus Liebe zum Menschen
so haben Mitarbeiter der Lobetalarbeit e.V. ihren Bericht zur Projektwoche 2014
im Tagesförderzentrum „Zeichen der Liebe“ in Gotse Delchev, Bulgarien überschrieben

Projektwoche bei „Zeichen der Liebe“, Gotse Delchev (Beispiel 2014)

 

(Okt. 2014) Seit sieben Jahren bestehen eine Partnerschaft zwischen „Zeichen der Liebe“ und der Lobetalarbeit e.V. in Celle. Es sind keine Hilfsmittel oder Spenden, die in Gotse Delchev ankommen. Es ist in erster Linie die Arbeit mit behinderten Menschen, die die Mitarbeiter mit dem Zentrum und den engagierten Kollegen vor Ort in der konkreten Aufbauarbeit verbindet. Vor einigen Jahren noch lebten Menschen mit Behinderungen versteckt in Hinterhöfen. Als das Tagesförderzentrum mit Hilfe der Freien evangelischen Gemeinden und dem Projekt „Kinder helfen Kindern“ gebaut wurde, war die Spendenbereitschaft groß. Auch gutes Personal konnte schnell gefunden werden. Jedoch fehlte noch das Know-how, mehrfach behinderte Kinder zu fördern und nicht nur zu betreuen.

Am Beginn der Partnerschaft kannten die Mitarbeiter in Gotse Delchev die folkloristische Tradition mit ihren Tänzen und bunten Kostümen, die bei allen Festen und Feiern zum Einsatz kamen. Es fehlte aber die Würdigung des einzelnen behinderten Menschen. Er kam mit seinen besonderen Gaben nicht zur Geltung. Es wirkte befremdlich, dass die Behinderung mit einer schönen Tracht vertuscht wurde.

Durch die Arbeit mit Orffschen Instrumenten entdeckten Mitarbeiter und Kinder ihre eigenen Fähigkeiten. Inzwischen ist es normal, dass mit Glockenspiel, Trommeln, Schellenkränzen usw. musiziert wird. Eigene Klanggeschichten entstehen. Kostüme oder Trachten treten eher in den Hintergrund. Dieser Bereich wurde auch in diesem Jahr während der Projektwoche von dem Musikpädagogen Peter Schulze geschult. Der Sportlehrer Hans-Joachim Jacobs arbeitet eng mit den Krankengymnasten zusammen. Mit psychomotorischen Übungen und Bewegungen entwickeln die Kinder einen Bezug zu ihrem Körper und den einzelnen Körperteilen. Das Sprungtuch, das große Trampolin oder Reifen werden eingesetzt. Oft wird Psychomotorik mit Liedern und Kreisspielen kombiniert.

Vor zwei Jahren wurde im Förderzentrum „Zeichen der Liebe“ eine Tagesstruktur gegründet. Hiermit ist ein großer Schritt in Richtung Inklusion getan. Die jungen Erwachsenen können nach Beendigung der Schulpflicht weiter gefördert werden.

Die Gärtnerin und Floristin Karin Mickoleit hat bei der diesjährigen Projektwoche Schlüsselanhänger aus Holz und bedruckte Taschen mit dem Logo von „Zeichen der Liebe“ mit den Betreuten und den Mitarbeitern angefertigt. Diese finden einen reißenden Absatz. In den Gewächshäusern werden Tomaten und Gurken angepflanzt und in der Saison bis zu 70 kg täglich vermarktet, auch an die örtlichen Restaurants. Es ist gute Bio-Ware, die gerne genommen wird.

Renate Pannen, die ihren Mann, den Projektleiter Johannes Pannen bereits seit Beginn unterstützt, schulte Seidenmalerei und Servietten-Technik. Durch die jahrelangen Beziehungen ist ein Miteinander gewachsen, die sprachlichen Barrieren werden durch das gemeinsame Tun überwunden. Ein A-Moll-Akkord auf der Gitarre ist einheitlich auf der ganzen Welt. Hübsche Schlüsselanhänger finden überall einen guten Absatz.

Inklusion findet auf verschiedenen Ebenen statt. Zunächst ist es die Stärkung des Selbstwertgefühls jedes einzelnen. Danach geht der Blick nach außen, in die Gesellschaft. Auch im „Zeichen der Liebe“ geht Inklusion nur schrittweise voran. Beim Tag der offenen Tür zum Abschluss der Projektwoche interessierten sich Schulklassen und ein Leiter einer Grundschule für die Arbeit. Hier wird eine Zusammenarbeit angebahnt. In diesem Jahr wurde wieder eine CD mit Kinderliedern erstellt und kann nun an Kindergärten und Schulen verschenkt werden. Auf diese Weise ist das Begrüßungslied „Guten Morgen in diesem Haus“ auf Bulgarisch gesungen nun ein Multiplikator.

Der Tag während der Projektwoche beginnt mit einem kurzen Briefing der verschiedenen Teams untereinander. Er endet mit einem Abschlusskreis. Alle Mitarbeiter, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen kommen um 15:30 Uhr zusammen. Einige Lieder werden gesungen und als Schlusslied erklingt jeden Tag das Segenslied von Rolf Krenzer „Gottes Segen sei mit dir“. Das fröhliche Singen und Tanzen soll allen Betreuten vor der Fahrt in ihre Dörfer oder in die Stadt ein gutes Gefühl vermitteln und sie mit Freude im Herzen verabschieden.