Bulgarien

Mit einem Brutto-Inlandsprodukt von ca. 42 Milliarden Euro im Jahr 2015 und einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von monatlich ca. 450 Euro ist Bulgarien das ärmste Land der Europäischen Union. Die Kosten für die Grundnahrungsmittel und Energie, vor allem für Treibstoff, sind genau so teuer wie in Deutschland, teils teurer. Das Sozial- und Gesundheitswesen entwickelt sich nur sehr langsam. Viele Menschen sind nicht krankenversichert. Trotz etlicher Investitionen vor allem in die Infrastruktur tritt die wirtschaftliche Entwicklung auf der Stelle. Die Not der Landbevölkerung ist groß. Menschen mit Behinderung, Kinder, Jugendliche und alte Menschen sind die am stärksten Benachteiligten.

Überblick über die Arbeit in Bulgarien

Zusammenarbeit und partnerschaftliche Beziehungen zu den Gemeinden

Von Anfang an hat die Auslandshilfe des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Gemeinden vor Ort gesucht. Dadurch sollte erreicht werden, dass die Hilfe sicher dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Gleichzeitig ermöglicht diese partnerschaftliche Zusammenarbeit eine Unterstützung bei der Entwicklung dieser Gemeinden. In Bulgarien arbeitet die AH sehr eng mit der Union Evangelisch Kongregationaler Gemeinden in Bulgarien zusammen (UECC = Union of Evangelical Congregational Churches).

Einrichtungen in Bulgarien

Gotse Delchev ist eine kleine Stadt im Südwesten Bulgariens. In der eher strukturschwachen Region besteht ein enormer Bedarf an sozialen und medizinischen Dienstleistungen. Die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ heißt hier immer noch „Deutsche Klinik“. Zehn Jahre arbeitete sie als Poliklinik mit zwei kleinen OP-Räumen. In dieser Zeit hat sie sich landesweit einen sehr guten Ruf und Vertrauen erworben. Seit 2011 wurden in der Klinik „Zeichen der Hoffnung“ ein mobiler Pflegedienst und ein „Medizinischen Zentrum“ aufgebaut.

In Bulgarien, wie überhaupt in Südosteuropa, hat es Zeiten gegeben, da wurden Menschen mit Behinderung vor der Öffentlichkeit versteckt. Für sie gab es keinerlei Teilhabe am „normalen“ Leben. Das hat sich mittlerweile geändert. Daran ist die Auslandshilfe des Bundes FeG mit einem großen Tagesförderzentrum für Menschen mit Behinderungen beteiligt. In guter Partnerschaft mit der Stadt Gotse Delchev entstand 2005-2007 die Modelleinrichtung „Zeichen der Liebe“.

Humanitäre Hilfe in Bulgarien

Die oben geschliderte Situation zeigt, dass nach wie vor Humanitäre Hilfe für Bulgarien notwendig ist. Ein Blick auf den Transportplan zeigt dass auch in diesem Jahr unser LKW mehrfach zu den Gemeinden in Bulgarien unterwegs ist.