Panagjurishte

Evangelisch kongregationale Gemeinde in Panagjurishte

Dauerhafter Schatz

Panagjurishte liegt an der Südseite des zentralen Sredna-Gora-Gebirges im Tal des Flusses Lounda Yana. Die Stadt hatte eine Schlüsselrolle in einer der ergreifendsten Momente der bulgarischen Geschichte inne. Das war der Aufstand im April 1876 während des bulgarischen nationalen Befreiungskampfes, nach fünf Jahrhunderten osmanischer Unterdrückung.

Auch im Altertum haben die Stadt und ihre Umgebung eine bedeutende Rolle gespielt. Verschiedene archäologische Denkmäler sind in ihrer Umgebung entdeckt worden, darunter mehrere Dutzend thrakische Grabhügel. Einer von ihnen, die Mramor Mound, zeigt die Bestattung eines thrakischen Kriegsherrn aus dem späten vierten oder frühen dritten Jahrhunderts vor Christus. In der Nähe entdeckten Bauarbeiter im Jahr 1949 den heute weltberühmten „Goldschatz von Panagjurishte“, eine seltene archäologische Entdeckung aus dem Griechischen Altertum. Das einzigartige goldene Tisch-Set ist als Replik im „Historischen Museum“ in Panagjurishte zu sehen. Es ist der interessanteste kulturelle Artefakt, der bisher in Thrakien gefunden wurde.

Geschichte der Gemeinde

Aber um zu einem dauerhafteren Schatz zu kommen: Der erste, der den Samen des Evangeliums während des neunzehnten Jahrhunderts aussäte, war der bulgarische Evangelist Pavel Cacev. Er brachte christliche Bücher und die Bibel. Bald nach ihm kamen amerikanische Missionare und führten evangelistische Veranstaltungen in der Stadt durch.

Wachstum und Verfolgung

Der erste Prediger der Gemeinde, Ivan Seichanov, war gesegnet und die Gemeinde wuchs. Aus diesem Grund begannen die Menschen aus der orthodoxen Kirche mit einer schwere Verfolgung gegen die Gemeinde.
Alle evangelischen Christen wurden verhaftet, in eine öffentliche Schule eingesperrt und bedrängt, den Herrn zu verleugnen. Einige der Gläubigen wurden durch den Mob verprügelt. Eine Christin wurde verprügelt, nackt ausgezogen und aus der Stadt geworfen. Die Verfolger nahmen alle christliche Literatur und zerstörten tausende christliche Bücher und Bibeln in der Innenstadt.

Aber das Werk des Herrn blühte und im Jahre 1884 wurde die Gemeinde von Panagjurishte mit 61 Mitgliedern gegründet. Zwei Jahre später konnte ein Gebäude im Zentrum der Stadt errichtet werden. Im Jahr 1930 wurde das Gebäude erweitert. In diesen Jahren arbeiteten amerikanische Missionare neben bulgarischen Pastoren.

Während der kommunistischen Ära erlebte die Gemeinde Jesu Christi in Bulgarien intensive Versuchungen und schwere Verfolgungen. Diese Periode begann mit der Verhaftung von fast allen evangelischen Geistlichen im Jahr 1948. Sie sahen sich dem Vorwurf der Spionage für die USA ausgesetzt und wurden mit Haftstrafen von mehreren Jahren belegt. Andere Christen wurden ohne Gerichtsverhandlung direkt in die kommunisten Gefangenenlager geschickt.

Auch die Gemeinde in Panagjurishte wurde von der feurigen Verfolgung nicht verschont. Die endgültige Verfolgung von 1984-85 war entscheidend für Panagjurishte. Der Pastor wurde von den Kommunisten abgesetzt, weil er nicht bereit war zu kompromittieren und mit den Behörden zu kooperieren. Die Geheimpolizei schickte einen Marionetten-Pfarrer aus der Pfingstgemeinde in Plovdiv. Bald wurden die Schafe zerstreut, als sie herausfanden, dass ihr „Pastor“ tatsächlich ein Wolf im Schafspelz war. Die Gemeinde wurde gemieden.

Nach dem Sturz des Kommunismus öffnete im Jahr 1997 eine der beiden verbliebenden Gemeindefamilien ihr Haus für Gebet und Bibelstudium. Es dauerete jedoch noch Jahre, ehe die Gruppe aufblühte.

In den Jahren 2008 bis 2011 hat Gott 19 Christen, darunter drei neue Familien, in die Gemeinde gebracht. Nun gibt es wieder eine kleine evangelische Gemeinde in Panagjurishte. Sie hat nur 20 Mitglieder, aber wir vertrauen Gott, dass er nach seinem Willen neue Gläubige hinzufügt. Diese Gemeinde ist ein besonderes Zeugnis für Gottes Versprechen, einen treuen Überrest für sich zu halten und zu bewahren.

Das Kirchengebäude wurde der Gemeinde wieder zurückgegeben. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte die Gemeinde die Kirche am 12.03.2012 feierlich einweihen.

Bilder von der Einweihung am 12.03.2012