Kosovo

Das Kosovo ist flächenmäßig halb so groß wie das Bundesland Hessen. Es ist ein durch Krieg, Vertreibung und tiefgreifende Konflikte geschütteltes Land. Es ist bis heute ein Unruheherd, der ohne das UN-Mandat und die UN-Schutztruppe (Kafor) nicht zu befrieden scheint. Kosovo ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Hohe Arbeitslosigkeit, viele Tagelöhner, geringe Bildung, hohe Einflussnahme von außen und Misstrauen prägen das gesellschaftliche Klima des kleinen Landes. Islamische Gemeinschaften bilden die Bevölkerungsmehrheit.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil – vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist für mein Leben wie eine schützende Burg, vor wem sollte ich erschrecken? (Psalm 27,1)

Mit diesem Wort beginnt Artur Krasniqi (Bild), Pastor unserer Partnerkirche im Kosovo, seine Zeilen an uns. Er schreibt am 18. März:

„Brüder und Schwestern, es ist eine so schwierige Zeit für uns alle und die ganze Welt, dass die Menschen in Panik sind und Angst haben, sich dem Unbekannten zu stellen, was in den kommenden Tagen und Monaten passieren wird. Aber wir wissen, dass Gott unser Ort des Trostes und der Erlösung und die allgegenwärtige Hilfe unter allen Umständen ist.

Auch Kosova hat in den vergangenen Tagen die ersten Fälle identifiziert (16), bei denen ein Coronavirus diagnostiziert wurde … Infolgedessen und unter Berücksichtigung des schwachen medizinischen Systems hier wurden Maßnahmen ergriffen. Alle Schulen (öffentlich und privat), die meisten Institutionen, Restaurants und Unternehmen wurden geschlossen. Falls die Anzahl der Infizierten zunimmt, gibt es in den Krankenhäusern weder Platz noch genügend Betten. In den Apotheken und Lebensmittelgeschäften finden Sie nicht die grundlegendsten Medikamente und Produkte. Die Wirtschaft ist vor dem Zusammenbruch. Für den Balkan im Allgemeinen ist dies eine sehr herausfordernde Zeit…

Auch als Kirche haben wir alle Dienste und Projekte für diese Zeit geschlossen, einschließlich Treffen innerhalb der Kirche, der „House of Hope Center“ und der Mozaik Second Hand Shops. Stattdessen haben wir seit fast 48 Stunden eine Gebetskette organisiert, die sich jetzt für das Gebet für Kosova und den ganzen Globus einsetzt.

Gleichzeitig haben wir uns um alle Bedürftigen gekümmert, indem wir Lebensmittelpakete, Mehl und medizinische Produkte verteilt haben, da den Apotheken und Lebensmittelgeschäften bereits die grundlegendsten Dinge fehlen.

Es gibt Herausforderungen, denen wir uns auch in Zukunft stellen müssen. So gibt es zum Beispiel sechzehn Mitarbeitende unserer Mozaik Second Hand Shops, für die wir nicht wissen, wie wir ihr Gehalt bis Ende des Monats decken sollen, insbesondere wenn die Situation noch schwieriger wird für die kommenden Monate. Unsere Regierung hat klargestellt, dass sie weder den Bedarf abdecken noch helfen kann.

Wir bitten auch um Mehl als Hauptversorgung, das Kosova nicht mehr hat. Kosova hat keine Lebensmittelreserven und dies wird ein großes Problem sein… Unsere Regierung hat eine Erklärung abgegeben, die es leicht macht, dass jetzt Lebensmittel hereinkommen.“

Hope for Cosova - Hilfe für den Kosovo

ist das Leitmotiv unseres Partners, der Kosova Protestant Evangelical Church, Fellowship of the Lord’s People. „Hope for Cosova“ findet seinen konkreten und praktischen Ausdruck in vielen Initiativen und Projekten, vor allem in Prishtina und der Region. Zwei stellen wir hier vor.

Second Hand Shop „Mosaik“ im Zentrum von Prishtina; anderenorts gibt es zwei weitere Second Hand Shops. Damit wurden einige Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig wird Einkommen für die Gemeindearbeit generiert.

Im „House of Hope“, Milloshevë – Community Development Center, wird Hoffnung vor allem durch Bildung vermittelt.

„House of Hope“ (Haus der Hoffnung) wurde gegründet, um der politischen Gemeinde Hoffnung auf Veränderung zu geben. „House of Hope“ will die Gemeinde beeinflussen, indem das Potential der Gemeinde anerkannt und in bildungspolitischer, sozialer, psychologischer und geistlicher Hinsicht gefördert wird.

„House of Hope“ arbeitet dafür, eine sichere und wohltuende Umgebung zu schaffen, die dazu dient, die Kapazität verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aufzubauen und zu entwickeln.

Die Vision des Teams ist, die Gesellschaft zu verändern, indem sie Kinder und Jugendliche zur Ausbildung ermutigen und motivieren. Durch individuelle Begegnungen und entsprechend der Bedürfnisse von Familien wollen sie das Evangelium von Jesus Christus verkündigen. Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien stehen im Mittelpunkt von House of Hope.

Es gibt Angebote wie z.B. Englischkurs, Kinderprogramme, Familienberatung, Näh- und Handarbeitskurse für Frauen usw. Ein weiteres Projekt des House of Hope gibt es im Zentrum von Prishtina.

Zitat von Artur Krasniqi, Pastor der Kosova Protestant Evangelical Church: „Was auch immer im Kosovo geschieht, wir werden hier bleiben und den Menschen dienen. Wir wollen durch unsere Arbeit und Projekte ganz konkrete Zeichen der Hoffnung setzen.“

Seit 1999 unterstützten wir unsere Partner im Kosovo durch humanitäre Hilfe, Baumaterial, Ausstattung der Projekte und finanziell, um den Menschen Hoffnung und Perspektive zu geben.