Entwicklungen im Kosovo

Kosovo – Gott sei Dank! Die Arbeit geht weiter! – Historie

Zur Beibehaltung einer durchgehenden Dokumentation sind hier die älteren Artikel aufgeführt. So können Sie die Entwicklung der Arbeit im Kosovo anhand dieser Beiträge verfolgen.


Jan 2017: Kosovo: Hoffnung trotz leidvoller Geschichte

Kosovo: Hoffnung trotz leidvoller Geschichte

Ein Reisebericht von Jost Stahlschmidt

Mitte Januar 2017 fahre ich von Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, aus nach Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. Es ist eiskalt in Pristina, der Schnee türmt sich hoch, die Luft ist schwer vom Rauch der Kohle- und Holzöfen, mit denen die meisten ihre Wohnungen und Häuser heizen.

Pastor Artur Krasniqi (r), Vjollca Rajai (Mitte), Leiterin House of Hope mit einem Mitarbeiter vor dem Gemeindezentrum der „Protestant Evangelical Church“ in Pristina

Mein Ziel ist die „Protestant Evangelical Church in Kosova – Fellowship of the Lord’s people“. Seit Jahren unterstützt die FeG Auslandshilfe die sich ausweitende missionarisch diakonische Arbeit dieser Gemeinde. Der deutlich erkennbare Antrieb von Pastor Artur Krasniqi und seinem jungen Team ist die Hoffnung, die sie für ihr Land haben. Vorherrschende Religion ist der Islam, dokumentiert durch 860 Moscheen. Sie sind zum größten Teil nach 1999 entstanden. Das Kosovo ist kleiner als das Bundesland Hessen.

Evangelische im Kosovo

Die Wurzeln der evangelischen Christen im Kosovo liegen im 19. Jahrhundert. 1884 kam der albanische Evangelist Gjerasim Qiriazi nach Pristina und predigte dort. Pristina war damals von Bulgaren beherrscht. Die evangelischen Gemeinden waren bulgarisch, nicht albanisch. 1908 entwickelten seine Schwestern das albanische Alphabet und den ersten Unterricht in albanischer Sprache. Außerdem veranstalteten sie Frauentreffen mit Bibellesungen und Gebeten. Sevasti Qiriazi ist die erste Lehrerin für albanische Sprache.

Im Gespräch erklärt mir Pastor Artur Krasniqi: „1912 haben wir unsere Unabhängigkeit von der Türkei erklärt. Die politische Unabhängigkeit von der Türkei wäre nicht gekommen ohne die spirituelle Unabhängigkeit, die letztendlich erst die damaligen evangelischen Christen ermöglicht haben. Grundlegend war dafür auch das eigene, albanische Alphabet und die errichteten Schulen.“

Gebetsrunde des Mitarbeiterteams vor dem Kinderprogramm am Samstag in der „Protestant Evangelical Church“ in Pristina

Erste evangelische, albanische Kirche

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte ein Serbe in dem Haus, das heute als Zentrum der Protestant Evangelical Church dient. 1983 wollte er es verkaufen. Im Hinterhof war eine Autowerkstatt. 1984 hat die evangelische jugoslawische Kirche entschieden, dieses Haus zu kaufen, um darin eine Gemeinde zu gründen. Peter Kuzmič war Teil dieser Kirche und hatte eine Vision für eine evangelische, albanische Kirche in Pristina. Also schrieb er an die jugoslawische Regierung und bat darum, eine evangelische Kirche gründen zu dürfen. Die Antwort war ablehnend: „Auch wenn Jesus persönlich hier wohnen würde, dürftet ihr keine Gemeinde bauen.“ Trotzdem legte man los.1985 wurde der erste evangelische Gottesdienst in albanischer Sprache gehalten. Es war die erste evangelische Kirche unter der albanischen Bevölkerung. Seitdem geschieht hier eine kontinuierliche Arbeit evangelischer Christen.

Willkommensrunde mit rund 50 Kindern aus muslimischen Familien – sie nehmen am Programm im „House of Hope“ in Millosheva (45 km südwestlich von Pristina) teil.

Artur Krasniqi kam 1987 im Alter von zehn Jahren in die Gemeinde. Sie war damals schon sehr international aufgestellt. Das lag daran, dass viele Missionare in Pristina lebten, um sich auf Albanien vorzubereiten. Bis auf zwei gingen nach 1990 alle nach Albanien. Die European Christian Mission übertrug zum ersten Mal die Bibel in albanische Sprache. Artur erinnert sich: „Als ich das erste Mal eine solche Bibel bekam, war ich sehr glücklich. Es ist ein Privileg und ein Segen, dass ich in einer christlichen Familie aufgewachsen bin. Das ist für Albaner nicht selbstverständlich.“

Arturs Vater Nick Krasniqi kam 1979 in Kroatien in einer Pfingstgemeinde zum Glauben. Er war jugoslawischer Soldat, hatte sein Leben Jesus anvertraut, wurde getauft. Als er zurückkam, sah seine Familie, wie er betete und in der Bibel las. Sie glaubte, dass er psychisch krank geworden sei und schickten ihn zu einem katholischen Priester. Der war sehr beeindruckt und bat ihn, in der Kirche von seinen Erfahrungen zu erzählen. Er wollte ihn für die katholische Kirche gewinnen. Die Polizei wurde auf ihn aufmerksam, weil er von Missionaren besucht wurde und man sich im Dorf erzählt hatte, was passierte. Er wurde der Spionage verdächtigt. Zu der Zeit waren wir die einzige evangelische Familie im Kosovo. Das empfanden wir als große Verantwortung und auch als Last.

Gottes Schutz in Kriegstagen

Pastor Krasniqi blickt zurück: „Kurz vor Ausbruch des Krieges waren alle Missionare gegangen. So mussten wir in vielen Diensten tätig werden. Die Zeit des Kosovokrieges (1998/1999) war eine entscheidende und wichtige Zeit für unsere Gemeinde. Gott hat uns gezeigt, wie sehr er uns schützt und unser Vertrauen stärkt. 1999 habe ich begonnen, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Viele sind ausgewandert oder geflüchtet. Ich habe entschieden, hier zu bleiben, obwohl ich wusste, dass ich Gefahr laufe, getötet zu werden.

Meine Zeit während des Krieges ist eine unschätzbar wertvolle Zeit. Zuerst in meiner Beziehung zu Gott habe ich wichtige Erfahrungen gemacht. 78 Tage tobte der Krieg um Pristina. Auch wenn der Druck hier sehr hoch war – ich wurde von der serbischen Armee gefasst – habe ich die Zeit überlebt. In dieser Zeit bin ich von Gott absolut geschützt worden. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, wie Menschen auf einer Linie aufgestellt und erschossen wurden. Ich war in tiefer Angst und habe gleichzeitig immer vertrauen können, dass Gottes Hand über mir war. Das habe ich noch nie so empfunden und erlebt wie in diesen Tagen. In dieser Zeit hat Gott ganz anders und persönlich zu mir durch die Bibel gesprochen, wie nie zuvor oder danach. Die Zeit des Krieges war für mich eine gute Schule Gottes. Sie hat mir danach sehr geholfen, mit Gott zu leben. Nicht einmal wurde ich von der Armee geschlagen. Aber mindestens zwei Mal in meinem Leben war ich in schwierigen Situationen, wo ich Todesängste hatte.“

Von Islamisten überfallen

„Als der Krieg zu Ende war, waren wir die glücklichsten Menschen der Welt. Für mich persönlich war es die Möglichkeit, die Gemeindearbeit wieder zu beginnen. Kurze Zeit später wurden wir in der Gemeinde von Islamisten überfallen. Am 5. Mai 2000 sind sechs bewaffnete Männer in die Gemeinde eingedrungen, haben sich als Soldaten Bin Ladens ausgegeben, uns die Waffen an den Kopf gehalten, gefesselt und unsere Münder mit Klebeband zugeklebt. Sie besprühten die Wände mit dem Namen von Osama bin Laden, mit islamistischen Parolen, nahmen viele Dinge aus der Gemeinde mit und verschwanden. Die Polizei kam und hat uns befreit. Die Polizei zeigte sich geschockt, aber der Überfall wurde nicht weiter verfolgt. Dieses Erlebnis hatte für mich mehr Folgen als der ganze Krieg. Ich habe erfahren, dass der Krieg zwar äußerlich aufgehört hat, aber nicht in den Herzen der Menschen.“

Der Second Hand Shop „Mozaik“ in Pristina: gebrauchte Kleidung für Arme

EIN Mann mit Vision

Am Anfang der heutigen Protestant Evangelical Church in Kosova stand nach Arturs Meinung die Vision von Peter Kuzmič aus Kroatien. Seine Gemeinde hat damals dieses Grundstück gekauft. „Peter Kuzmič war für mich ein Segen. Es war seine Initiative, dass eine evangelische Gemeinde entsteht und sich aus dieser Gemeinde heraus eine Vision für Pristina und die albanische Bevölkerung entwickelt.“ Heute gehören zur Arbeit unserer Partnergemeinde ein lebendiger Gottesdienst mit vorwiegend jungen Menschen, das Bildungs- und Entwicklungszentrum „House of Hope“ mit drei Häusern, Second Hand Läden mit elf Arbeitsplätzen und ein großes Jugendcafé. Das ist gelebte Hoffnung für Kosovo.

Okt 2014: Braucht Kosovo noch meine humanitäre Hilfe?

Braucht Kosovo noch meine humanitäre Hilfe?

Unser Mitarbeiter aus Prishtina (Kosovo) schreibt 2014: Liebe Freunde in Deutschland, eine berechtigte Frage wie ich finde. Schließlich wollen Sie, dass Ihre Spende gezielt ankommt und in konkreter Not hilft. Die Antwort auf diese Frage kann ich Ihnen nicht abnehmen, aber vielleicht hilft Ihnen der nachstehende Bericht.

Frau Gashi (Name geändert)  ist Mitte dreißig und lebt mit ihrem Mann in Mitrovica. Seit ihrer Kindheit träumt sie davon, mal eine eigene Familie, ein eigenes Haus und ein unbeschwertes Leben führen zu können. Doch die Realität gleicht eher einem Albtraum. Das Zimmer, in dem sie mit ihrem Mann gemeinsam lebt, gehört nicht ihnen. Der Vermieter des Hauses zeigt ein großes Herz und duldet die beiden, auch wenn sie die Miete nicht bezahlen können. Doch niemand weiß, wie lange er selbst ohne die Mieteinahmen überleben kann. Ihr Mann macht sich jeden Morgen früh auf den Weg in die Innenstadt von Mitrovica, um nahe am Markt seine Dienste als Tagelöhner anzubieten. Ob er an diesem Tag etwas verdienen wird? Mit jeder Stunde schwindet die Hoffnung auf ein Einkommen. So kommt er an manchem Tag mit leeren Händen und leerem Magen zurück.

In diesem Jahr sind die Brotpreise von 30 Cent auf 40 Cent gestiegen. Umgerechnet  bedeutet das für die Familie bei einem Tageseinkommen von durchschnittlich 1,60 € ein Brot weniger am Tag. Warmes Wasser und Strom gehören schon lange nicht mehr zu ihrem Alltag. So ist das Leben von Frau Gashi, ein täglicher Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit. Selbst der Traum nach Familie scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Unser Mitarbeiter traf Frau Gashi das erste Mal im Krankenhaus, wo sie nach ihrer zweiten Fehlgeburt behandelt wurde. Sie braucht nun ständig Medikamente und ist durch diese Schicksalsschläge depressiv geworden. Wie gerne würde Frau Gashi einfach aufwachen und sagen können, es war ein böser Traum, doch leider ist das die Realität. Sicher kein Einzelfall im Kosovo. Als unsere Mitarbeiter sie dann nach einer Woche wieder besuchten und ihr Kleidung und ein Lebensmittelpaket überbrachten, fing ihr Traum wieder an zu leben. Wenn Sie dazu beitragen wollen, dass Menschen wieder träumen können, dann schenken Sie ihnen ein Paket zum Leben.

Der Winter steht vor der Tür und viele Menschen werden nur selten ihre Kleidung wechseln. Sie ziehen fast alles an, was sie an Kleidung besitzen, um sich gegen die Kälte zu schützen. Auch eine warme Decke kann in den Wintermonaten zu einem guten Freund werden, besonders wenn das Holz zum Heizen knapp ist. Ihre Kleiderspende hilft nicht nur, Menschen einzukleiden. Seit Oktober 2011 haben wir als Gemeinde in Prishtina unseren ersten Second-Hand-Laden „Mozaik“ eröffnet, mittlerweile haben wir drei Standorte. In diesen Läden verkaufen wir einen Teil der Kleiderspenden, um mit dem erwirtschafteten Gewinn Familien gezielter zu helfen. Sozialschwache Familien mit einem Nachweis über ihre Bedürftigkeit erhalten die Kleidung und andere Sachen natürlich kostenlos. Andere können im Laden einkaufen.

Der Verkauf von Kleidung und besonders Bettdecken, Bettbezug, Tischdecken und Kleinmöbel ermöglicht …

  • Den Menschen mit geringem Einkommen gute Ware zu einem günstigen Preis zu erwerben.
  • Arbeitsplätze zu schaffen. Insgesamt haben 9 Familien durch ihre Tätigkeit im „Mozaik“ ein gesichertes Einkommen. Dabei haben wir auch zwei Personen eingestellt, die aufgrund ihrer Geschichte (Opfer von Menschenhandel) wieder in ein normales Leben integriert werden.
  • Den Erlös zu gezielter Hilfe einzusetzen, wenn mehr als Lebensmittelpakete oder Kleidung notwendig sind, z.B. Kauf von Feuerholz, Medikamenten, Mehl, Kartoffeln oder Gemüse. Im letzten Jahr haben wir zwei Familien nach einem Elektrobrand beim Aufbau ihres Hauses helfen können.

Wenn Sie diesen Menschen weiterhin Hoffnung schenken möchten, dann sind wir auf Ihre Spende von Kleidung, Bettzeug, Bettdecke, Tischdecken und Kleinmöbel angewiesen.

Die Ausgangsfrage war: Braucht Kosovo noch meine Hilfe? Ich hoffe, Sie haben eine Antwort für sich gefunden. Eins kann ich Ihnen aber versichern: Durch Ihre Hilfe geben Sie den Menschen wieder Ihre Träume und Hoffnung zurück.

Apr 2012: Mercy Ministry - Verteilung von Lebensmitteln

Mercy Ministry – Verteilung von Lebensmitteln

Die Auslandshilfe unterstützt die Gemeinde in Prishtina bei ihrem Dienst an Notleidenden und Randgruppen. Die regelmäßig gesendeten Lebensmittelpakete und Kleidung ermöglichen die wöchentliche Verteilung an Notleidende, die sich zuvor registrieren lassen müssen und durch einen Hausbesuch überprüft werden. Bei diesem Treffen gibt es immer eine Andacht oder biblischen Impuls. Zugleich besucht und versorgt die Gemeinde regelmäßig das Roma Camp in Obilic auf dem etwa 90 Roma Familien mit ihren zahlreichen Kindern wohnen. Ebenso werden 20 weitere Familien unterstützt die am Randgebiet von Prishtina in Container leben, weil sie nach dem Krieg alles verloren und keine Unterstützung zum Wiederaufbau erhalten haben.

Sie helfen, indem sie Lebensmittelpakete packen, sammeln, spenden

Feb 2012: Aus Prishtina im Kosovo

Aus Prishtina im Kosovo

Ende Januar 2012 erreichte uns am späten Abend der LKW der Auslandshilfe mit „Paketen zum Leben“, Kleidung und weiteren Hilfsgütern. Die Fahrt war diesmal eine große Herausforderung. Zum einen mit Schwierigkeiten an den Grenzen, die einen ungeplanten Umweg und viel Wartezeit beanspruchten und zum anderen hatten wir im Kosovo in diesem Jahr den härtesten Winter der letzten 27 Jahre. Darum war dieser Hilfstransport für viele Menschen ein Hoffnungsschimmer oder vielleicht auch die Lebensrettung für diesen Winter.

Durch den starken Schneefall konnte das ursprüngliche Lager nicht angefahren werden. Nach intensiven Suchen war ich kurz davor, aufzugeben. Doch dann beteten wir mit den Mitarbeitern noch einmal, fuhren andere Straßen ab und siehe da: Wir fanden ein Lagerplatz direkt an der Hauptstraße. Doch die positive Antwort des Vermieters und den Schlüssel erhielten wir erst, als der LKW schon die kosovarische Grenze überquerte. Das war mal wieder Gottes genaue Zeitplanung.

Die Verteilung der Hilfsgüter stellte uns vor große Herausforderungen. Viele Straßen waren durch die Schneemassen unpassierbar und der Transporter der Gemeinde wurde beim versuchten Diebstahl des Sprits und der Batterie zerstört. Nachdem wir diese Probleme gelöst hatten und auch nach vielen Telefonaten die passenden Schneeketten für den Transporter fanden ging es los. Wir besuchten abgelege Orte die seid Wochen von der Außenwelt abgeschnitten waren und versorgten die Menschen dort mit den entsprechenden Lebensmittelpaketen. Die Freude und zugleich Sprachlosigkeit der einzelnen Familien lässt sich schwer in Worte fassen. Es war für viele endlich ein Zeichen, dass es auch noch ein Leben nach dem Schnee gibt.

Zur gleichen Zeit war eine normale Arbeit im Gemeindehaus nicht möglich. Alle 10 Minuten jemand klingelte jemand und fragte nach einer Spende für Feuerholz oder Lebensmittel. Unsere wenigen Gemeindemitarbeiter sind in diesen Wochen wirklich an ihre Grenzen gekommen, um die Not vieler Menschen zu lindern. Doch das war nur möglich, weil wir selbst durch die aus Deutschland gespendeten Güter Hilfe weitergeben konnten. So erlebten wir auch, dass in der kalten Jahreszeit die Gottesdienste voller waren und Menschen kamen, um sich aufzuwärmen oder auch mit der Hoffnung, ein Lebensmittelpaket zu erhalten.

Nachdem es dann nun endlich wärmer wurde und die Schneeschmelze ansetzte, war die Koordination der Verteilung besser zu organisieren und zu kontrollieren.  So laden wir ab März 2012 die Bedürftigen jeden Donnerstag zu uns ins Gemeindehaus ein. Dabei hören sie Lebensberichte unserer christlichen Mitarbeiter oder eine Andacht, bevor wir dann ihre physischen Bedürfnisse versorgen. Dabei müssen sich die Familien registrieren und einen Nachweis vorlegen, dass sie Sozialhilfeempfänger sind. Im Moment besuchen wir jede Familie zu Hause, um ein besseren Eindruck der benötigten Hilfe zu erhalten oder auch Missbrauch vorzubeugen. Dankbar sind wir dafür, dass letzte Woche zwei Frauen ihr Leben Jesus anvertraut haben.

Unsere Gemeinde unterstützt außerdem das Roma Gebiet  in Obilic – am Randgebiet von Prishtina. Hier leben 90 Roma-Familien mit durchschnittlich 5 bis 7 Kindern.  Mit großen Augen und voller Dankbarkeit erwarten sie uns und können es immer kaum abwarten die Pakete zu öffnen. Auch wenn die Männer meist versuchen cool zu wirken kann man ihnen die Freude im Gesicht ablesen wenn sie ein Paket in der Hand halten.

An einem anderen Ort in der Nähe von Prishtina  leben 20 Familien seit dem Kriegsende in Containern. Die meisten der Familien hatten zuvor Häuser  die nun zerstört sind. Sie bekamen keine Hilfe und hatten auch nicht die Möglichkeit, wieder selbst aufzubauen. Andere sind von der Regierung aus verschiedenen Gründen dort platziert worden. Dieses Jahr am Ostersamstag haben wir in Zusammenarbeit mit der „Evangelischen Allianz Kosovo“ die Familien besucht und ihnen Lebensmittelpakete und einen Sack Kartoffel oder Mehl überreicht.  Das ist für die meist arbeitslosen Menschen ein Hoffnungsschimmer. Manche versuchen, von Müllsammeln oder von Tagesjobs zu überleben.

Dank der Kleiderspenden konnten wir im letzten Jahr die Eröffnung eines Second-Hand-Shops starten und vor einigen Tagen haben wir den zweiten eröffnet. Ein Teil der Kleiderspenden wird immer noch kostenlos an Bedürftige verteilt. Durch den Second-Hand-Shop  sind wieder neue Arbeitsplätze entstanden und zugleich können wir durch den erwirtschafteten Gewinn gezielter Dinge kaufen, die benötigt werden wie z.B. Mehl, Kartoffel, Feuerholz und Medikamente. Aber auch Familien mit geringen Einkommen, die nicht unter Sozialhilfe fallen, haben hier die Möglichkeit gute Ware zu günstigen Preisen zu erwerben.

Vielen Dank für Ihre Spende und Ihr großes Herz für den Kosovo. Auch wenn unsere Kraft hier begrenzt ist, so sind wir Gott dankbar, dass er unsere Hände durch Ihre Gaben füllt, damit wir sie anderen weitergeben können.

MOZAIK – Second Hand Shop

Im Oktober 2011 wurde in Prishtina ein Second Hand Shop eröffnet und im April 2012 ein weiterer. Durch den Verkauf von Kleidung und anderen Gebrauchsgegenständen wurden einige Arbeitsplätze geschaffen und den Menschen die Möglichkeit gegeben, ein eigenes Einkommen zu haben. Der erwirtschaftete Gewinn wird zu einem Teil an die Gemeinde gespendet und zum anderen ermöglicht er gezielte Hilfsleistung für Notleidende z.B. durch Kauf von Medikamenten, Feuerholz, Reparaturen am Haus, Mehl, Kartoffel … Vielen Familien mit einem geringen Einkommen können somit gute Ware zu günstigen Preisen erwerben.

Sie helfen, indem sie Kleidung, Schuhe und andere gut erhaltene und funktionstüchtige Gebrauchsgegenstände spenden. Besonders begehrt sind Bettwäsche und Tischdecken

 

House of Hope (Haus der Hoffnung)

„House of Hope“ ist eine lokale christliche Organisation mit einem ihrer Centren in Millosheva. Dort werden verschiedene Aktivitäten angeboten, um das Potential der Stadt zu erkennen und zu fördern in Bildung, sozialem, psychologischem und geistlichem. Dadurch wird das Vertrauen der Bewohner gewonnen und ermöglicht Gelegenheiten, den Glauben praktisch und in Worten weiterzugeben. Folgende Aktivitäten werden zurzeit dauerhaft angeboten: Englischkurse in verschiedenen Levels, Kinder- und Teenagertreffen, Fußball Gruppen, Frauentreffen, Nähkurse für Frauen. Weitere unregelmäßige Workshops sind z.B. Theater, Kampfsport, Technik und Handarbeit, Malen, Fotoworkshop.

 

Kreativ-Werkstatt

Wir wollen gerne eine Kreativ-Werkstatt mit Holz anbieten um Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Werkzeugen und Materialien beizubringen und sie auch in ihren motorischen Fähigkeiten zu fördern. Solche Fächer werden in der Schule nicht angeboten

Helfen sie mit den Container in eine Kreativ Werkstatt zu verwandeln!

Wir suchen Sie, wenn Sie mindestens 3-6 Monate (oder gerne auch länger) als Freiwilliger bereit wären die Verantwortung für den Aufbau und Durchführung der Werkstatt zu übernehmen. Zugleich sollte in dieser Zeit ein einheimischer Mitarbeiter für die Weiterführung geschult werden. Einen herzlichen und geduldigen Umgang mit Kindern und Jugendlichen setzen wir voraus.

Oder sie unterstützen uns durch Spenden von Werkzeugen und Maschinen.

Bitte separate Werkzeugliste anfordern!

Feb 2012: Hilfsfonds „Kranke im Kosovo“

Hilfsfond „Krankenhilfe Kosovo“

Auf Anregung des Projektleiters Horst Nieland, Gevelsberg, hat die Auslandshilfe einen Fond eingerichtet. Mit dem Geld sollen vor Ort in Mitrovica und Umgebung Arztbesuche und kleinere chirurgische Eingriffe sowie Medikamente für Waisen und Witwen bezahlt werden.

In seinem Bericht schreibt Horst Nieland: „In einer andern Familie erblindet ein Kind, es müsste dringend operiert werden. Die Witwe aus Haus Nr. 6 hat einen kranken Sohn. Ihm müssen alle Zähne gezogen werden. Er hat sehr starke Schmerzen. Über all die gleiche Aussage: wir haben kein Geld. Das sind nur 3 Beispiele, in weiteren 6 Familien sieht es ähnlich aus…Hast du kein Geld stirbst du schneller.“

Mrz 2008: Kosovo – Gott sei Dank! Die Arbeit geht weiter!

Kosovo – Gott sei Dank! Die Arbeit geht weiter!

März 2008

Im März reiste Karl Gerhard Köser gemeinsam mit Horst Nieland sowie Johannes Klement und zwei Kandidaten von der AM ins Kosovo. Der Besuch galt der Vorbereitung einer Gemeindegründungsarbeit sowie einer sozial-diakonischen Arbeit in Mitrovica. Hier hatte die Auslandshilfe ja bekanntlich mehrere Jahre in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Mission sozial-diakonische Arbeit geleistet (Häuserbauprogramm Jakobus 1, 27). Dabei sind viele vertrauensvolle Kontakte zu muslimischen Menschen aufgebaut worden. Sie sollen jetzt wieder aufgenommen und weitergeführt werden.

Im Frühjahr 2008 wurden zwei Familien dorthin ausgesendet. Damit sind viele Gebete vor allem auch der ehrenamtlichen Helfer der Auslandshilfe erhört worden. Wichtig ist, dass es im Kosovo ruhig bleibt und die politischen Bemühungen um den künftigen Status zum Erfolg führen.

Geplant ist, dass die Auslandshilfe im Herbst eine Aktion „Winterhilfe“ im Kosovo durchführt. Dabei sollen besonders arme Witwen mit ihren Kindern mit Lebensmitteln für den Winter unterstützt werden. Noch ist nicht entschieden, ob die Lebensmittel aus Deutschland (z.B. Pakete zum Leben) kommen oder vor Ort eingekauft werde.

Ausbildung Mitrovica

Ausbildung in Mitrovica

In Mitrovica, einer wichtigen Stadt im Norden des Kosovo, gab es vor dem Krieg viel Industrie. Heute gehören die Kindertagesstätte, die technische Schule und die Landwirtschaftsschule nach der Kfor und der UNO zu den größten Arbeitgebern – mit nunmehr ca. 50 Mitarbeitern. Zuerst baute die AUSLANDSHILFE etwa 30 Häuser von Witwen und Waisen wieder auf („Projekt Jak.1,27“). Dann wurden mit Mitteln der Kindernothilfe eine Kindertagesstätte und eine Handwerkerschule aufgebaut. Zuletzt konnte am 1. April 2003 die Landwirtschaftsschule eröffnet werden. Auch an diesem Projekt war die AUSLANDSHILFE maßgeblich beteiligt. Dank der restlichen Mittel der Kosovo-Spenden konnten viele wichtige Gerätschaften und Einrichtungsgegenstände nach Mitrovica gebracht werden.

Mit diesen ca. 15.000 € sind nun alle für das Kosovo zweckgebundenen Spenden seit 1999 aufgebraucht. Insgesamt handelte es sich um einen Betrag von etwas mehr als 300.000 € !

Wir sind Gott dankbar für die vielen hundert muslimischen Menschen, denen wir durch unsere Arbeit im Kosovo die Liebe Jesu Christi weitergeben konnten.

Ausbildung der jungen Generation in Mitrovica/Kosovo

Dieses Projekt ist abgeschlossen. Aber die Arbeit im Kosovo geht weiter!
Um eine vollständige Dokumentation der Arbeit der AUSLANDSHILFE beizubehalten, wird dieses Projekt in der Homepage weiter geführt.

Kindertagesstätte und Handwerkerschule

In Mitrovica arbeitete die AUSLANDSHILFE mit der Missionsgesellschaft AMG International (Advancing Ministry of the Gospel) zusammen. Sie betreibt dort eine Kindertagesstätte für Schülerinnen und Schüler, eine Handwerkerschule und eine landwirtschaftliche Schule.

Obwohl der größte Geldgeber dieser Maßnahme die deutsche „Kindernothilfe“ ist, sind diese Einrichtungen auch auf die Unterstützung durch die AUSLANDSHILFE mit Lebensmitteln, Kleidung sowie Einrichtungsgegenständen und Geräten angewiesen.

Zunächst wurde die Kindertagesstätte „Haus des Lachens“ eröffnet. Hier werden ca. 130 Schülerinnen und Schüler betreut. Einige Kinder, die eine schwere Vergangenheit hinter sich haben, waren bei der Eröffnung der Tagesstätte völlig traumatisiert und nicht in der Lage, mit ihren Mitschülern zu kommunizieren. Sie verkrochen sich still in eine Ecke. Hier, im „Haus des Lachens“ lernten sie erst wieder durch kompetente, pädagogische und psychologische Betreuung fröhlich zu sein.

Die Kinder erhalten hier eine tägliche Mahlzeit. Die AUSLANDSHILFE unterstützt dies mit der Lieferung von Lebensmitteln.

In der Handwerkerschule  am gleichen Standort werden Jugendliche zu Schreinern, Elektrikern und Maurern ausgebildet. Die Schule ist ausgelegt für 120 Schüler. Fachleute aus der Praxis unterrichten die Schüler im Wechsel zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Tätigkeit.

Häuserbauprogramm „Jakobus 1,27“

Wie kam es zu diesem Projekt?

Nach dem Ende des Kosovokrieges fand im März 2002 beim ERF in Wetzlar ein „Kosovo-Treffen“ unter Beteiligung vieler Hilfsorganisationen statt. Auf dieser Konferenz lernte Karl Gerhard Köser den zu dieser Zeit in Mitrovica tätigen Missionar Peter Hoffmann (im Bild mit Frau Maria und einer kosovo-albanischen Pflegetochter) kennen. Es stellte sich die Frage: Wie können wir am wirkungsvollsten die größte Not bekämpfen?

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung, Decken, Bettwäsche etc. konnte natürlich sofort gestartet werden, wurde aber auch durch andere Hilfsorganisationen geleistet.

Wichtig war, dass die Witwen des Krieges und die Waisenkinder wieder ein „Dach über dem Kopf“ bekamen. Die Häuser waren großenteils zerstört, ausgebrannt und ausgeplündert. Die Frauen standen oft nach dem Tod ihres Mannes alleine da.

Dabei spielt die Kultur des Landes eine erhebliche Rolle: Frauen verlassen bei ihrer Heirat ihre eigene Familie und gehen in die Familie ihres Mannes. Nach dem Tod des Mannes sind die Schwiegereltern weiter für die Versorgung der Schwiegertochter verantwortlich. Es jedoch nicht immer so, dass die Schwiegereltern für die Schwiegertochter und deren Kinder aufkamen oder aufkommen konnten. Dies gilt besonders nach einem solchen Krieg, wo die meisten Familien alles verloren hatten, und jeder selbst zunächst für sein eigenes „Durchkommen“ sorgen musste. Um diesen Waisen und Witwen eine entscheidende Hilfe geben zu können, haben wir unser „Projekt Jakobus 1, 27 “ gestartet:

„Ihr ehrt Gott, den Vater, auf die rechte Weise, wenn ihr den Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und euch nicht an dem ungerechten Treiben dieser Welt beteiligt.“
(Gute Nachricht)

Was wurde erreicht?

Die Häuser der Witwen mussten also wieder hergerichtet oder ganz neu aufgebaut werden. Allerdings konnte Peter Hoffmann kein Personal dafür zur Verfügung stellen. So kam es, dass im Frühjahr Horst Nieland aus der FeG Gevelsberg als Projektleiter von der AUSLANDSHILFE in das Kosovo entsendet wurde. 55 ehrenamtliche Mitarbeiter aus Deutschland, die ihre Zeit und teilweise ihren Urlaub geopfert hatten, bauten gemeinsam mit 7 fest angestellten Kosovo-Albanern über 30 ausgebrannte Häuser für 28 Witwen mit ihren 128 Kindern wieder auf. Dabei haben sie eng mit der Missionsstation in Mitrovica zusammengearbeitet. Auch ein kleines Gemeindehaus aus Holz haben wurde dorthin gebracht. Zwei Jahre lief das Projekt.

Inzwischen sind viele der Waisenkinder und –jugendlichen entweder in der Kindertagesstätte, der Handwerkerschule oder in der Landwirtschaftsschule untergebracht.

Wir haben diese sehr wichtigen Einrichtungen in der Aufbauphase mit Hilfsgütern und finanziellen Mitteln unterstützt. Und wir beten, dass in dem vorwiegend moslemischen Gebiet Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen.

Die strahlenden Kinderaugen drücken es aus: Sie haben wieder ein Zuhause gefunden.