Entwicklung der Zusammenarbeit

Die Auslandshilfe pflegt seit Ende der 90er Jahre partnerschaftliche Beziehungen zu mehreren Gemeinden in Mazedonien. Die Hilfslieferungen wurden als Reaktion auf die Hilferufe aufgenommen, die uns aus mehreren Ländern des Balkans im Laufe der 90er Jahre erreichten. Ursache war die große wirtschaftliche Not, die sowohl durch den Zusammenbruch des Kommunismus als auch die Balkankriege entstanden ist und bis heute für die große Mehrheit der Unterschicht fast unvermindert weiter anhält.

Um die von der Auslandshilfe gelieferten Güter verteilen zu können, haben die mazedonischen Gemeinden das Hilfswerk mit dem schönen deutschen Namen „Segen“ gegründet. Vase Asmanov ist der Leiter von „Segen“. Sein Gehalt wird von der Auslandshilfe getragen. Mit Hilfe eines Arbeitskreises aus den Gemeinden verantwortet und organisiert er die Verteilung der Hilfsgüter. In den vergangenen Jahren wurden mit den LKWs der Auslandshilfe Lebensmittel, Kleidung und Ausrüstungsgegenstände für die Gemeindehäuser geliefert.

Der Arbeitskreis verteilt die gespendeten Lebensmittel und Kleider je nach Bedarf an bedürftige Mitglieder und Freunde der Gemeinden, Altenheime, Waisenhäuser, Krankenhäuser und eine Gruppe von Roma, die unter für europäische Verhältnisse unvorstellbaren Bedingungen am Fluss Vadar in Skopje hausen.

Die Unterstützung der Gemeinden und ihrer Projekte ist auch in Zukunft weiter nötig, da in den mazedonischen Gemeinden wie auch im Staat Mazedonien nur 30 % aller Menschen Arbeit haben. Etwa die gleiche Zahl erhält eine minimale Rente vom Staat. In manchen Gemeinden, insbesondere in Romagemeinden, hat so gut wie niemand Arbeit. Darum ist es hilfreich, insbesondere Lebensmittelpakete aber auch andere Güter des täglichen Bedarfs nach Mazedonien zu senden und die Arbeit der Gemeinden und ihre Projekte finanziell zu unterstützen.

Leitende Mitarbeiter dieser Gemeinden wurden vor einigen Jahren zu einem AUF-Kongress nach Deutschland eingeladen. Aufgrund der Anregungen dieses Kongresses wurde die Arbeit der Gemeinden missionarisch ausgerichtet und führte zur Gründung von Missionsstationen im Land.

Gemeindegründungsarbeit

Seit 2008 Jahr unterstützen wir von der Auslandshilfe neben den Hilfstransporten für die bedürftigen Menschen die Arbeit der Prediger in der Gemeindegründungsarbeit mit einem regelmäßigen monatlichen Betrag. Dazu muss man wissen, dass diese Verkündiger als Älteste in der Zentralgemeinde Skopje, in der Romagemeinde Shutka und der Tochtergemeinde Drachevo arbeiten. Sie sind teilweise arbeitslos und leben in der Regel von einer sehr kleinen Sozialhilfe. Viele erhalten für die ganze Familie lediglich 25,00 Euro monatlich.

Da sie durch ihre Arbeit in den Gemeinden keiner anderen Arbeit nachgehen können, haben sie außer der Sozialhilfe meist nichts und können eigentlich diese Arbeit gar nicht tun. Nur durch die Unterstützung aus Deutschland ist die weitere Arbeit möglich.

Bei einem Besuch im September 2009 haben wir erlebt, dass diese Hilfe sehr gut angelegt ist. Wir erhalten zwar regelmäßig die Berichte von Vase Azmanov (Gemeindeleiter der Zentralgemeinde und des kleinen Bundes), doch diese Arbeit mit eigenen Augen zu sehen und mitzuerleben, ist noch etwas ganz anderes.

Die Gemeinden in Mazedonien wünschen sich Kontakte zu Gemeinden aus Deutschland. Da geht es nicht nur um eine Patenschaft in Form von Geld, da geht es auch um Kontakte zu anderen Christen, um Begegnungen, Gebet füreinander und vieles mehr. Wir haben versprochen, uns um solche Patenschaften zu kümmern und bitten sehr darum, in Ihren/Euren Gemeinden über solche Kontakte nachzudenken.

Inzwischen kommen Menschen zum Glauben, sie werden getauft und leben in den oft sehr schwierigen Verhältnissen ihren Glauben. Die meisten ihrer Nachbarn sind entweder orthodox oder muslimisch, aber wenn sie Gottes Wort in einer einfachen Sprache hören und die Veränderungen im Leben der Menschen sehen, kommen sie ins Fragen und in die Gottesdienste.

Die dortigen Mitarbeiter berichten uns von vielen für uns in Deutschland kaum noch erlebten Situationen. Menschen werden von Krankheiten geheilt, wenn über ihnen gebetet wird und sie trauen Gott sehr viel zu. Und sie erleben die Wunder Gottes, wie wir sie zum Teil in der Apostelgeschichte nachlesen können.

Der Leiter der Roma-Gemeindein Shutka sagte zu uns: „Schickt uns ein deutsches Missionsehepaar, das hier mit den Menschen lebt. Selbst die deutsche Sprache ist kein Hindernis, viele der Roma waren schon in Deutschland und können deutsch. Man könnte sogar die Einladungen zweisprachig gestalten und wir könnten viel mehr tun.“

Die leitenden Mitarbeiter der Gemeinden benötigen Schulung und Hilfe bei dem Aufbau von Strukturen. Ab Herbst 2010 werden wir hier mit Seminaren unterstützen.