Mazedonien ist eine Reise wert – Schulung in den Gemeinden

von Dieter Happel im September 2011

Eine Dusche für das Flugzeug aus dem Feuerwehrauto zur Begrüßung, so erlebten wir die Landung auf dem neuen Flughafen von Skopje. Seit meinem letzten Besuch im April dieses Jahres hat sich die Stadt sehr verändert. Zum 20-jährigen Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Mazedonien am 08. September 1991 sind viele neue und große Monumente errichtet worden, die Gebäude strahlen in „altem“ neuen Glanz. Der Staat lässt sich mit viel Pomp und auf Kredit feiern. Im krassen Gegensatz dazu erlebe ich die Situation von Teilen der Bevölkerung.

Sicher gibt es viele gutsituierte Menschen, doch liegt die Arbeitslosigkeit im Land über 33 %, unter der Minderheit der Roma sogar bei über 90 %. Damit führt Mazedonien die internationale Rangliste an. Mit diesen Menschen haben es die Gemeinden in Skopje und vor allem in den kleineren Städten und Dörfern oft zu tun.

 

Im September war ich gemeinsam mit Anke Kallauch, der Referentin für die Arbeit mit Kindern in unserem Bund, zu einem Seminarwochenende in Skopje. Am Freitagabend habe ich die Seminare des letzten Jahres diesmal mit dem Thema Leiterschaft fortgesetzt. Der Samstag gehörte Anke mit drei Einheiten. Ihre Eindrücke schildert sie so: Kindermitarbeiter aus den verschiedenen Gemeinden aus Skopje waren eingeladen: Es kamen Älteste und Pastoren, aber auch jugendliche Mitarbeiter, die gerade selber den Kindergruppen entwachsen waren. Welche Rolle spielen Kinder in der Gemeinde und im Reich Gottes überhaupt? Mit dieser Frage nach der Sicht Gottes von Kindern starteten wir.

Eine praktische Einheit über kreative Verkündigung folgte. Ich war begeistert, als ein älterer Mitarbeiter ein ganz junges Mädchen ermutigte, mit einfachen Gegenständen wie Spielfiguren, Körnern und Wasser eine biblische Geschichte zu erzählen. Man braucht nicht immer das ganz große Equipment und technische Möglichkeiten, um Geschichten wirklich lebendig werden zu lassen. Die 13-jährige Semra setzte das wunderbar um. Nachdem ich über die Entwicklung von Kindern gesprochen hatte und darüber, wie wir die Besonderheiten jeder Altersstufe nutzen können, um Kindern zu begegnen, kam der für mich bewegendste Moment. Ein Vater aus der Roma-Gemeinde in Shutka stand auf und sagte: „Ich habe heute so viel über Kinder gelernt. Ich möchte jetzt ein besserer Vater werden.“