Hausgemeinde Peshirovo

Peshirovo

Diese Missionsstation wurde im Jahr 2005 durch Pastor Tale Talevski, Pastor der Gemeinde „Haus des Lichtes“ in Drachevo, und dem Diakon Toni Maksimovic ins Leben gerufen.

Die gottesdienstlichen Treffen finden samstags um 19:00 Uhr in gemieteten Räumen statt. Zur Zeit kommen regelmäßig etwa 30 Besucher.

Wie zu Zeiten der Apostel – Gottesdienst in Peshirovo

Peshirovo ist ein kleines Dorf mit etwa 60 Häusern. Die Armut ist unübersehbar und erschreckend. Die Häuser sind nicht mehr als Schuppen, die Toiletten draußen auf dem Hof. In einer Sackkgasse liegt das Haus, in dem die Gottesdienst stattfinden. Hier ist die Frau von Prediger Toni Maksimovic geboren.

Aus einem Reisetagebuch von Günter Heini, ehemaliger Koordinator der Auslandshilfe:

13.10.2007

„Nach dem Essen treffen wir Elena, eine junge Christin, die Germanistik studiert. Sie wird heute die Predigt von Karl Gerhard Köser übersetzen. Wir machen uns auf den Weg nach Drachevo. Dort schließen sich uns Tale, der Pastor, Toni, der Älteste, sein Sohn und ein Fahrer an. Wir fahren Richtung Süden. Nach etwa einer Stunde erreichen wir das kleine Dorf Peshirovo mit etwa 120 Häusern. Die Armut ist unübersehbar und erschreckend. Auch für Elena. Die Häuser sind nicht mehr als Schuppen, die Toiletten draußen auf dem Hof. Wir erreichen in einer Sackgasse ein Haus. Dort sei seine Frau geboren, erklärt uns Toni.

Dorfbäckerei

Neben dem Haus steht ein Mini-Häuschen. Zu groß für eine Hundehütte und zu klein für ein Wohnhaus. Ich erkundige mich danach. Es ist ein Backhaus, welches einmal in der Woche genutzt wird, um Brot für die Menschen im Dorf zu backen. Es ist so etwas wie ein Treffpunkt für die Menschen. Wir sind noch einige Minuten zu früh, denn die Versammlung beginnt erst um 17 Uhr. Aber die ersten Kinder und Erwachsenen erscheinen schon. Im Haus können wir uns nicht versammeln, weil sie dort keinen Strom haben. Also werden provisorisch Bänke und Backsteine zu einem Quadrat geformt, wo die Menschen sitzen können.

Ziemlich pünktlich begrüßt Tale Talevski, der Pastor der Gemeinde Drachevo die Versammelten. Ich zähle 31 Erwachsene und 12 Kinder. Mitten in einem kleinen Dorf unter einem großen Baum. Die Wolken über uns verheißen Regen, aber das stört uns erst einmal nicht. Dann kommt die Ansprache von Karl Gerhard Köser. Die Erwachsenen wie auch die Kinder hören gespannt zu. Vielleicht haben sie noch nie einen Fremden erlebt, der in ihrem Dorf gepredigt hat. Am Ende betet Tale und sie verteilen kleine Hefte für ein Bibelstudium sowie auch Hefte für die Kinder. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Süßigkeiten aus dem Auto zu holen. Schlagartig bin ich von den Kindern umringt. Sie reißen mir die Süßigkeiten aus der Hand, so schnell kann ich gar nicht reagieren. Manche bekommen etwas, andere nichts. Schon beginnt der erste zu weinen. Wir versuchen die Wogen etwas zu glätten. Es wird langsam dunkel und so machen sich die Menschen auf den Heimweg. Wir haben soeben eine Freiversammlung erlebt, wie es sie auch vor zweitausend Jahren gegeben hat, als die Apostel unterwegs waren.

In diesem kleinen Dorf findet solch eine Versammlung alle zwei Wochen am Samstag statt. Dann kommen entweder Tale oder Vaze Azmanov, um zu den Menschen zu sprechen. Das ist für die beiden auch eine anstrengende Aufgabe, denn sie haben ja noch ihre Gemeinde in Skopje bzw. Drachevo zu betreuen. Aber ohne ihren Dienst würde diese beginnende Hausgemeinde nicht existieren. Nur wie sollen sie das Benzin für die weite Anfahrt bezahlen?“