Bildungszentrum in Boldesti-Scaeni

Gesellschaftstransformation konkret

(2016) Boldesti-Scaeni ist ein kleines Romadorf, wie es sehr viele in Rumänien gibt. Es ist geprägt von Armut. Die Häuser ähneln zum Teil einfachen zusammengezimmerten Hütten. Gemeinsam mit Costel Georgescu und Claudia Thomas, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin aus unserem Lager in Wissenbach, besuche ich Ende Oktober diesen Ort. Es regnet in Strömen. An langen Leinen hängt die Wäsche draußen. „Als ich das Romadorf das erste Mal sah, habe ich mich gefragt, wie Menschen darin leben können“, sagt Claudia Thomas. Ohne Schutzkleidung sehen wir junge Leute auf der Straße. Wie wir erfahren, gibt es in etlichen Häusern kein Bad und keine Heizung.

Aus eigener Kraft, ohne fremde Hilfe, mit den Mitteln, die ihnen grade zur Verfügung stehen, bauen Roma-Christen innerhalb von zwei Jahren ein „Gemeindehaus“. Es wird gleichzeitig ein Bildungs- und Entwicklungszentrum für Kinder und Jugendliche. Leiter dieses „Einflusszentrums“ ist Pastor Viorel Oprisan. Er erzählt uns: „Aufgrund der Armut unter den Roma gehen die Kinder nicht zur Schule.

Außerdem gibt es erhebliche Probleme mit der Ernährung. Von der ersten bis zur 10. Klasse kommen die Schüler/-innen nach der Schule hierher. Täglich werden hier 70 Kinder und Jugendliche versorgt. Anschließend erhalten sie durch Studenten (Roma) Hausaufgabenhilfe. Ältere Schüler, die in der 12. Klasse Prüfungen haben, kommen zwei Mal in der Woche. Zwei Professorinnen helfen ihnen bei den Prüfungsvorbereitungen.“

Pater Rafael, Mitarbeiter in einem Kinderdorf für Waisenkinder, das zur Organisation „Pro Vita Rumänien“ gehört, sagt: „Der Wunsch, die Kinder zu retten, war immer größer, als die Möglichkeiten, die wir im Moment hatten.“ Dafür steht auch das Bildungszentrum in Boldesti-Scaeni. Eine Vision, ein paar Steine und zupackende Hände reichen, um eine Gesellschaft zu verändern. Zwei Wochen vor unserem Besuch, hat die Gemeinde ein Grundstück gekauft. Dort soll eine Klinik entstehen. Mittlerweile haben einige Roma ein Medizinstudium absolviert. Die Leitung der Gemeinde hat 20 Studenten verschiedener Fachrichtung gebeten, zu bleiben.

Diese Romagemeinde und das „Einflusszentrum“ gehören zu einer größeren Organisation namens „Asociata Lumina Pentru Romi“ – Licht für Roma. Seit vier Jahren erhalten diese Romagemeinden Pakete zum Leben und andere Hilfsgüter von der

Auslandshilfe. Die Schultafeln, die im Bildungszentrum hängen, waren erst zwei Wochen mit einem Transport gekommen. Costel Georgescu und sein Sohn Liviu kümmern sich seit Jahren um den Empfang der Hilfsgüter aus Deutschland und organisieren die Verteilung. Costel hält regelmäßig Kontakt zu Gemeinden und diakonischen Einrichtungen bis in die Moldau.

Er gab mir ein offizielles Dankschreiben. Darin steht: „Liebe Geschwister der FeGs in Deutschland, wir grüßen Euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus! Durch diesen Brief möchten wir unsere Dankbarkeit ausdrücken für die großzügige Hilfe durch Nahrungsmittel und Kleidung, die Casa Simeon von Rachiti, Botosani, von euch erhalten erhalten hat.

Wir beten darum, dass Gott euch entsprechend seiner großen Weisheit und seines Reichtums all eure Hilfe und Unterstützung vergelten wird.

Ihr könnt sicher sein, dass eure Hilfe sehr geschätzt wird, und wir betrachten euch als Teilhaber mit uns in der Arbeit, die wir für den Herren tun, indem wir den alten „Heiligen“ helfen, die in Not sind.

Bitte nehmt unseren anerkennenden Dank an im Namen des Herrn!